Aus dem Feuerwehrhaus wird ein Dorfhaus für Obernesselbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.02.2025 11:00

Aus dem Feuerwehrhaus wird ein Dorfhaus für Obernesselbach

Das Feuerwehrgerätehaus in Obernesselbach ist mangels Alternativen jetzt schon der Treffpunkt für die Dorfbewohner. Nach dem Willen des Neustädter Stadtrates soll es ausgebaut werden. (Foto: Christa Frühwald)
Das Feuerwehrgerätehaus in Obernesselbach ist mangels Alternativen jetzt schon der Treffpunkt für die Dorfbewohner. Nach dem Willen des Neustädter Stadtrates soll es ausgebaut werden. (Foto: Christa Frühwald)
Das Feuerwehrgerätehaus in Obernesselbach ist mangels Alternativen jetzt schon der Treffpunkt für die Dorfbewohner. Nach dem Willen des Neustädter Stadtrates soll es ausgebaut werden. (Foto: Christa Frühwald)

Dem Neustädter Teilort Obernesselbach (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) geht’s wie vielen anderen Dörfern auch: Kein Gasthaus mehr, und noch kein richtiges Dorfgemeinschaftshaus. Seit Oktober 2021 gibt es deshalb Pläne, das örtliche Feuerwehrhaus entsprechend auf- und umzurüsten. Im Stadtrat ging es damit nun einen Schritt voran.

Wie Gerhard Hofmann vom städtischen Bauamt, zuletzt unter anderem entscheidend verantwortlich für die guten Fortschritte beim Neustädter Feuerwehrhaus, im Zuge der Sitzung erklärte, habe Joachim Reindler vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) gegenüber Bürgermeister Klaus Meier die Beantragung der „einfachen Dorferneuerung“ empfohlen. Mit einer solchen Maßnahme könne man entsprechende Zuschüsse erhalten, müsse allerdings auch einige Bedingungen erfüllen.

Viel Vorarbeit ist schon geleistet

So verlangt das Amt bei der Antragstellung genaue Angaben zur Ausgangslage, welche die Sanierung und Erweiterung nicht nur des Gebäudes, sondern auch dessen unmittelbarer Umgebung notwendig machen. Anzugeben sind zudem die Ziele der Maßnahme, ein entsprechendes Konzept, die geschätzten Kosten sowie der Zeitpunkt, an dem mit dem Bau begonnen werden soll.

Gemeinschaftsraum zu klein und überfüllt

All dies, so deutete Hofmann an, sei kein Hexenwerk. Die Dorfgemeinschaft Obernesselbach mit Stadtratsmitglied Markus Simon (SPD) habe bereits eine gewisse schriftliche Vorarbeit geleistet, ein erster Vorentwurf sei gezeichnet und eine Kostenschätzung erstellt. Dass der Umbau des Gebäudes so oder so notwendig ist, daran ließ Hofmann wenig Zweifel: Die Heizung funktioniere nur noch eingeschränkt, es gebe Schimmelbefall an der Westseite, die Toiletten seien nicht beheizbar, der Gemeinschaftsraum deutlich zu klein.

Letzteres bestätigte auch Bürgermeister Klaus Meier. Bei Veranstaltungen sei es dort „gepackt voll“ und deutlich „überfüllt“, was auch Markus Simon (SPD) unterstrich: „Der Gemeinschaftsraum wird bei allen Festlichkeiten wirklich gut angenommen, hat aber halt viel zu wenig Platz.“ Außerdem benötige man dringend einen zusätzlichen Lagerraum und eine Behindertentoilette.

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Bevor der Stadtrat einstimmig den Beschluss fasste, die Verwaltung mit dem Antrag auf eine einfache Dorferneuerung zu beauftragen, sah sich Ratsmitglied und Kreisbrandrat Alfred Tilz allerdings bemüßigt, eine deutliche Warnung auszusprechen. Er habe rein gar nichts gegen ein Dorfgemeinschaftshaus für Obernesselbach einzuwenden – im Gegenteil –,aber alle Anwesenden müssten sich dann darüber im Klaren sein, dass das Gebäude nach dem Umbau eben kein Feuerwehrhaus mehr sei.

Warten auf den Bedarfsplan

Der Geräteraum, der in den jetzt vorliegenden Umbauplänen eingezeichnet sei, reiche bei weitem nicht aus.Spätestens dann, wenn der Bedarfsplan für alle städtischen Feuerwehren vorliegt, „werden wir da noch einmal nachdenken müssen“, so Tilz, und deutete an, dass die Obernesselbacher Wehr, die in vielen Bereichen mit der Nachbarwehr aus Unternesselbach zusammen arbeitet, eventuell berechtigte Ansprüche nach einer neuen Heimat im Dorf stellen könne.

Nach dem trotzdem gefassten Beschluss, die Dorferneuerung anzugehen, war es an Klaus Meier, die Obernesselbacher Erwartungen zu dämpfen. „Das wird noch mindestens bis 2027 dauern“, so der Bürgermeister. Auch für einfache Dorferneuerungen gebe es „lange Wartelisten“. Insgesamt jedoch halte er das Vorhaben für ein „absolut legitimes Anliegen“.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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