Umdisponiert hat die Stadtverwaltung Leutershausen in der Frage, auf welchen städtischen Gebäuden vorrangig Sonnenstromanlagen installiert werden sollen. Die zunächst dafür ins Auge gefassten Dächer erwiesen sich als nicht ausreichend tragfähig. Deshalb sind nun das Feuerwehrhaus und der Kindergarten Sudetenstraße im Rennen.
Zunächst war vorgesehen, Photovoltaikmodule auf der Mittelschule, dem Hallenbad und der neuen Turnhalle zu platzieren. Doch statische Gründe sprächen dagegen, erfuhren nun die Mitglieder des Bauausschusses. An der ursprünglichen Auswahl hatte es allerdings auch Kritik aus den Reihen der Fraktion ALL/Grüne gegeben, die auf fehlerhafte Zahlen hinwies und eine Prioritätenliste forderte, die alle kommunalen Liegenschaften umfasst.
Daraufhin nahm sich der in der Stadtverwaltung auch für den Bereich Klimaschutz zuständige Mitarbeiter Dieter Mäckler des Themas an. Ausgangsbasis war eine von der Geslauer Firma HEG Energie im vergangenen Jahr vorgelegte Wirtschaftlichkeitsanalyse für vier Dutzend städtische Gebäude. Sie mündete in den Auftrag an die Verwaltung, eine Priorisierung vorzunehmen.
Mäcklers Einschätzung: Die größte Einsparmöglichkeit bestehe dort, wo der Strom selbst verbraucht wird. Dort lohne sich eine Stromerzeugung „mit Sicherheit“. Doch auch das Einspeisen ins Netz sei finanziell attraktiv. Deshalb sei es überlegenswert, große Dächer auf zwei Arten zu nutzen: Neben einer Anlage, die primär den Eigenbedarf decken soll, könnten Flächen für eine Volleinspeisung des dort erzeugten Stroms verpachtet werden.
Aufgrund ihrer Nutzung seien das Feuerwehrhaus und der Kindergarten Sudetenstraße „die zwei interessantesten Objekte mit den größten Flächen“, so Mäckler. Überlegenswert seien auch zusätzliche Stromspeicher, mit denen der Eigenverbrauch gesteigert werden könnte. Doch die Kosten dafür seien noch relativ hoch.
Das Gremium kam überein, für die beiden vorgeschlagenen Dachflächen Eigenverbrauchsanlagen zu konzipieren, deren Überschuss ins Netz eingespeist werden soll. Eine Speicherlösung soll zusätzlich angefragt werden. Eventuell verbleibende Flächen könnten an andere Nutzer verpachtet werden.
Ebenso einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, die Verwaltung prüfen zu lassen, ob sich auf der Schule, dem Hallenbad und der Doppelturnhalle zumindest Teilbereiche nutzen ließen, auch wenn eine komplette Bestückung mit Modulen aus statischen Gründen nicht in Frage kommt. „Es ist es wert, sich über kleinere Anlagen dort Gedanken zu machen“, hatte Mäckler empfohlen.
Die Stadtbücherei brachte Stefanie Nejedlo (CSU) ins Gespräch. Dort werde es allerdings Probleme wegen der Altstadt-Gestaltungssatzung geben, wandte der Bürgermeister ein. Für eine schnelle Umsetzung plädierte Erwin Heidenfelder (SPD): „Erfahrungen können wir nur sammeln, wenn wir starten. Wenn wir nicht anfangen, kommen wir nicht weiter.“
Für eine maximale Belegung der Dachflächen plädierte Harald Domscheit (ALL): „Jeder Tag, den wir früher anfangen, ist ein gewonnener Tag“, sagte er, und: „Jede Platte mehr, die wir draufbringen, ist ein Beitrag zur Energiewende.“
Diskutiert wird in Leutershausen aktuell auch über die Installation von Photovoltaikmodulen auf dem geplanten Neubau des Bauhofes.