Auf geplantem Baugebiet: Keine Steinzeit-Funde im Acker bei Leutershausen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.10.2025 17:00

Auf geplantem Baugebiet: Keine Steinzeit-Funde im Acker bei Leutershausen

Außer Spesen nichts gewesen: Archäologe Dr. Matthias Leicht vor dem Acker, den er in dieser Woche untersucht hat. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Außer Spesen nichts gewesen: Archäologe Dr. Matthias Leicht vor dem Acker, den er in dieser Woche untersucht hat. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Außer Spesen nichts gewesen: Archäologe Dr. Matthias Leicht vor dem Acker, den er in dieser Woche untersucht hat. (Foto: Wolfgang Grebenhof)

Diese Nachricht dürfte die Leutershäuser Stadtverwaltung aufatmen lassen: Eine archäologische Voruntersuchung auf dem Areal im Osten der Stadt, auf dem ein neuer Kindergarten entstehen soll, hat keine prähistorischen Funde zutage gebracht.

Seit Anfang der Woche hatten Archäologe Dr. Matthias Leicht und sein Team vom Weißenburger Büro ADA Dr. Arnolds & Kollegen auf dem frisch gepflügten Maisfeld geforscht. Im Auftrag und nach Vorgabe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege gruben sie in einem Raster von zehn mal zehn Metern etwa 30 Löcher, jeweils einen halben Meter tief und 50 mal 50 Zentimeter groß. Der Keuperboden wurde gesiebt auf der Suche nach Feuersteinen, die darauf hindeuten, dass sich dort im Mesolithikum, also etwa 8000 Jahre vor Christus, Jäger und Sammler temporär niedergelassen hatten.

Das Ergebnis dieser „Sieblochsondagen” fasste Dr. Leicht mit einem Wort zusammen: „negativ”. Lediglich ein kleines Feuersteinchen habe man aus dem Oberboden gefischt. Doch das, so der Archäologe, „hat nichts zu sagen”. Sein Fazit: „Es scheint nichts mehr da zu sein.”

Auf dieser Ackerfläche im Osten von Leutershausen soll das neue Baugebiet Kienberg-Nord und auch ein neuer Kindergarten entstehen. Doch weil es dort Spuren steinzeitlicher Besiedelung gibt, könnte sich das Projekt deutlich verzögern.  (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Auf dieser Ackerfläche im Osten von Leutershausen soll das neue Baugebiet Kienberg-Nord und auch ein neuer Kindergarten entstehen. Doch weil es dort Spuren steinzeitlicher Besiedelung gibt, könnte sich das Projekt deutlich verzögern.  (Foto: Wolfgang Grebenhof)

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Das war offenbar nicht immer so. Denn im bayerischen Denkmalatlas ist für die Fläche unter der Aktennummer D-5-6728-0079 ein „Denkmalverdacht” verzeichnet – der Grund, warum im Frühstadium der Planung für eine Erweiterung des Baugebietes Kienberg die Voruntersuchung veranlasst wurde. Vor vielen Jahren hätten laut Dr. Leicht „zwei bekannte Heimatsammler” dort Dutzende Feuersteingeräte aus der Mittelsteinzeit gefunden. So kam es zum Vermerk „Freilandstation des Mesolithikums” für das Areal.

Denkmalschutzbehörde hat das letzte Wort

Hätte sich der Verdacht bestätigt, wären Verzögerungen bei der Ausweisung und Erschließung des Baugebietes Kienberg-Nord samt Kindergarten-Standort die wahrscheinliche Konsequenz gewesen. So aber kann die Stadt nun voraussichtlich weiter planen. Indes hätten die Denkmalschützerinnen und Denkmalschützer das letzte Wort, betonte Dr. Leicht, der mit seinem Team die Arbeiten am Donnerstag abschloss. Auf Basis seines Untersuchungsberichtes müsse die Behörde nun entscheiden, ob der Acker freigegeben oder zur „Vermutungsfläche” erklärt wird, was weitere Nachforschungen im Zuge der Erschließungsmaßnahme nach sich ziehen würde.

Aus Sorge, dass archäologische Funde die zur Bebauung vorgesehen Fläche längere Zeit blockieren könnten, hat sich die Stadt bereits Gedanken gemacht über einen Plan B für einen Kindergarten-Neubau. Ins Visier geraten ist ein städtisches Grundstück an der Maystraße, unterhalb der bestehenden Tagesstätte Regenbogen.


Wolfgang Grebenhof
Wolfgang Grebenhof
Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach seit 1992. Schwerpunktmäßig zuständig für den Raum Leutershausen. Heimatverbunden und weltoffen, regional verwurzelt und global neugierig.
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