Die Summe ist gewaltig. Für 18,5 Millionen Euro will die Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV) das Aquella-Hallenbad sanieren. Um an sechs Millionen Euro Fördermittel aus einem Bundesprogramm zu kommen, hat der Stadtrat jetzt einem Baukostenzuschuss von drei Millionen Euro zugestimmt.
Öffentliche Schwimmbäder werden in der Regel alle 20 bis 30 Jahre komplett saniert. So gesehen hat das vor 34 Jahren eröffnete Aquella sein Haltbarkeitsdatum schon lange überschritten. Und das ist deutlich zu spüren: Die Stadtratsvorlage der Verwaltung spricht von „erheblichen energetischen Verlusten“ und „Wasserverlusten durch Undichtigkeiten“ der Becken. Im Stadtrat war von einem täglichen Verlust von 15 bis 20 Kubikmetern die Rede.
Deshalb hatten die Stadträte bereits im September 2022 die Sanierung beschlossen. Sie knüpften allerdings eine Bedingung an den Beschluss: Es muss eine gesicherte Förderung durch Bund oder Land bestehen. Die Stadt bewarb sich also für zwei Förderprogramme, kassierte jedoch im Frühjahr jeweils eine Absage.
Jetzt hat sich die Kämmerei für das aktuell laufende Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ beworben – quasi die Neuauflage eines der Programme, bei dem die Stadt bei ihrer ersten Bewerbung gescheitert war. Im Stadtrat ging es jetzt um den städtischen Eigenanteil, der unabdingbar ist, damit die Fördermittel fließen.
Die grüne Fraktionschefin Meike Erbguth-Feldner sagte in der Debatte: „Wir wollen alle ein gutes, schönes Schwimmbad. Auch wir Grünen finden das Aquella wichtig.“ Sie machte jedoch auch ihre grundsätzliche Kritik an den Sanierungsplänen deutlich, die sie bereits im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss geäußert hatte. Bei dem geplanten Umbau finde „nur eine minimale energetische Sanierung statt“. So vermisste die Grünen-Stadträtin zum Beispiel eine Solarthermieanlage auf dem Dach. Außerdem kritisierte sie, dass für das neue Kleinkindbecken das gesamte Gebäude vergrößert werden muss. „Das zieht hohe Kosten nach sich.“
Es sei zu befürchten, dass es deshalb im Nachgang der Sanierung zu höheren Eintrittspreisen komme. Eine echte energetische Sanierung bewirke langfristig niedrigere Kosten für die Energie. „Deshalb fordern wir die Zurückstellung dieser Sanierung, bis die Planungen energetisch sinnvoll sind.“
CSU-Fraktionschef Jochen Sauerhöfer entgegnete: „Natürlich ist es richtig, zu sanieren.“ Und natürlich müsse der Kleinkindbereich umziehen, um für die Badeaufsicht besser einsehbar zu sein. Und zur Forderung nach einer Solaranlage sagte er: „Es ist ja noch gar nicht geprüft worden, ob das Dach dafür überhaupt tragfähig ist. Und wo stellen wir die Pufferspeicher hin?“ Er plädierte dafür, die Verwaltungsvorlage zu verabschieden.
Boris-André Meyer von der Offenen Linken fragte: „Passt es in die Zeit, unser Schwimmbad zu sanieren?“ Er beantwortete die Frage gleich selbst: „Ja, das passt.“ Das Aquella diene der Gesundheitsvorsorge und sei wichtig, damit die Kinder schwimmen lernten. „Es geht darum, dass wir mit der Sanierung das Angebot verbessern.“ Kinder und Jugendliche kämen in Ansbach ohnehin allzu oft zu kurz. Außerdem bedeute die Sanierung nicht automatisch, dass eine Eintrittspreis-Erhöhung komme.
Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) sagte: „Ich würde Ihnen in fast allen Punkten Recht geben.“ Allerdings nicht bei der Aussage, dass Heranwachsende in Ansbach zu kurz kämen. Gegen fünf Stimmen wurde dann die Sanierung nach Vorlage der Verwaltung beschlossen. Die drei Millionen Euro Baukostenzuschuss werden auf die Haushaltsjahre 2024 bis 2026 verteilt.
Gewissheit, dass Ansbach diesmal bei dem Bundesförderprogramm zum Zuge kommt, gibt es allerdings nicht. Im Jahr 2022 hat das Programm 178 Projekte mit 476 Millionen Euro gefördert, beworben hatten sich 750 Kommunen mit 990 Projekten und einem Antragsvolumen von 2,7 Milliarden Euro. In diesem Jahr ist der Fördertopf 400 Millionen Euro groß.