„Mittendrin“ heißt das Tageszentrum für seelische Gesundheit im Diakonischen Werk Ansbach. Es liegt an der Promenade, mitten in der Stadt. Aber es geht den Verantwortlichen um mehr als die Lage in Ansbach. Sie wollen seelisch kranke Menschen in die Gesellschaft integrieren. Dazu hat das „Mittendrin“ auch einen Wunsch.
„Bei uns sind Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Krankheit“, erläutert die Leiterin des Zentrums, Melanie Helmreich, das Aufnahmekriterium. Sie wohnen nicht im „Mittendrin“, sondern kommen tagsüber – aus Stadt und Landkreis Ansbach. Kostenträger ist der Bezirk Mittelfranken. Es geht darum, wieder eine Tagesstruktur und soziale Kontakte zu bekommen, informiert die Sozialpädagogin.
„Viele psychisch kranke Menschen sind isoliert und haben nicht mehr viele Freunde.“ Wenn sie ins Tageszentrum kommen, hätten sie einen Grund, am Morgen aufzustehen. Vormittags ist gemäß Melanie Helmreichs Worten Arbeitszeit, aber „nicht so ganz streng wie in der Werkstatt“.
Die Arbeitsprojekte decken ein weites Spektrum ab. Da ist zum Beispiel die Küche. „Wir versorgen uns selbst, im Sinne von: Wir kochen jeden Tag frisch“, betont Heilerziehungspflegerin Birgit Meyer. Dies stelle ein recht großes und anspruchsvolles Projekt dar, bei dem etwa bedeutsam sei, pünktlich und zuverlässig zu sein.
Außerdem erzählt sie beispielsweise vom Bereich Service – vom Getränkeverkauf übers Tischdecken bis dazu, einen Raum zu gestalten. Der Garten bietet ebenfalls eine Reihe von Aufgaben. „Das ist ein etwas lockereres Projekt“, bemerkt Melanie Helmreich. Man baue zum Beispiel eigenes Gemüse und Kräuter an, oder der Rasen lasse sich mähen, stellt Birgit Meyer fest.
Melanie Helmreich erwähnt etwa noch ein Kreativprojekt, in dem die Menschen zum Beispiel Grußkarten, aber auch Kerzen oder Deko- und Geschenkartikel herstellen, „damit noch mehr Klienten eine sinnvolle Beschäftigung haben“.
Birgit Meyer berichtet überdies über Montagearbeiten, die die Klienten für den Playmobil-Hersteller Brandstätter erledigen. Eigentlich sind es Sortierarbeiten, wie Melanie Helmreich erklärt. Brandstätter „ist unser einziger Auftraggeber“.
Ein junger Mann erzählt von seiner Arbeit: „Unsere Aufgabe ist es, das alles zu sortieren, in Kisten zu packen und das dann zurück zu Playmobil zu bringen.“ Ihm mache das riesigen Spaß. Die Arbeit sei abwechslungsreich und werde nicht monoton, weil die Aufträge immer wechselten. „Es ist schon fast so ein Kindheitstraum“, bekennt er lächelnd, „auch mit Playmobil ein wenig zusammenzuarbeiten.“
Nach dem – freiwilligen – Mittagessen gibt es ein – ebenfalls freiwilliges – Freizeitangebot. Dieses reicht von Spielen über Sport bis zu Ausflügen. Allerdings: „Für viele ist es zum Beispiel eine unglaubliche Herausforderung, überhaupt einen Laden zu betreten oder mal in ein Café zu gehen“, sagt Birgit Meyer.
Sie fasst zusammen: „Wir versuchen, die Menschen zu unterstützen, damit sie erst einmal einen guten Umgang mit ihrer Erkrankung finden und dann auch positiv bestärkt werden, um mehr Rüstzeug für den Alltag zu haben.“ Wichtig sei, den Menschen ihren einzelnen Bedürfnissen und Talenten entsprechend Angebote zu unterbreiten.
Was die Montagearbeiten betrifft, will das Tageszentrum „Mittendrin“ den Klienten gern eine größere Bandbreite anbieten. So drückt es Melanie Helmreich aus. Deshalb halte man Ausschau nach Firmen, die Interesse haben zusammenzuarbeiten – in Form etwa von Sortieren, Falten, Stecken oder Etikettieren.
„Wir haben wenig Lagerraum, und es darf nicht dringend sein, weil wir eine relativ hohe Krankheitsquote haben“, schränkt die „Mittendrin“-Leiterin ein. Aber „wir haben Manpower“, also Personal, „und Arbeitszeit“, fügt sie lächelnd hinzu.