So viele Kandidatinnen und Kandidaten wie noch nie sind am Sonntag bei der Landratswahl im Landkreis Ansbach angetreten. Nach der ersten Runde liegt zum ersten Mal in der Geschichte des Landkreises Ansbach mit Marco Meier ein Kandidat der Freien Wähler vorn.
Was sind die Ursachen für den Erfolg von Marco Meier? Einerseits zeichnete sich schon bei seinem Erfolg bei den Bezirkstagswahlen ab, dass hier ein politisches Talent unterwegs ist. Wie die anderen Parteien haben auch die Freien Wähler nicht viele Nachwuchsleute, die Wahlen gewinnen können und wollen. Und dass er will, machte Meier bei jeder Gelegenheit im Wahlkampf deutlich. Nach 14 Jahren Landrat Dr. Jürgen Ludwig sei es Zeit für einen Wechsel, lautete seine zentrale Botschaft.
Wie in Bayern und Deutschland insgesamt gewinnen die politischen Ränder an Bedeutung. Sichtbares Zeichen war, dass mit Leon Bachmann für die Linke sowie Stefan Bininda für die AfD zwei Bewerber antraten, deren Parteien zuvor noch nie Kandidierende für das Spitzenamt im Landkreis ins Rennen geschickt hatten.
Gleichzeitig wurden bei der Landratswahl bei strahlendem Wetter auch so viele Bürgerinnen und Bürger an die Urnen gerufen wie bei keiner Wahl zuvor, denn die Einwohnerzahl bewegt sich auf Rekordniveau. Ein immer weiter wachsender Anteil entscheidet sich allerdings dafür, kein Wahllokal aufzusuchen, sondern teilweise schon viele Tage früher die Briefwahlunterlagen auszufüllen.
Beherrschendes Thema in diesem Jahr war die Gesundheitspolitik. Zum einen ging es um die Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis, zum anderen um die Versorgung mit Ärzten, aber auch mit einer ausreichenden Zahl von Pflegeplätzen für ältere Menschen.
Für die Kandidierenden kleiner Parteien war es offenbar schwierig, sich neben Meier und Ludwig zu profilieren. So verließ sich Sophia Göppel-Kraft im Wahlkampf nicht auf den in der Region sehr bekannten Namen Göppel, sondern setzte einen inhaltlichen Schwerpunkt bei der Familienpolitik. Dennoch kam sie über ein eher mäßiges Ergebnis nicht hinaus.