Nach einer Woche Pause geht es in der Aufstiegsrunde der 1. Basketball-Regionalliga Südost weiter mit dem Viertelfinale. Beim Zwischenrundensieger hapa Ansbach ist am Samstag (19.30 Uhr) der TSV Nördlingen zu Gast. Dass es schon jetzt zu diesem Duell kommt, hat nicht nur sportliche Gründe.
Die Piranhas schlossen die Hauptrunde als Spitzenreiter der Staffel Süd ab. Die folgende Zwischenrunde 1 mit dem Erst- und Zweitplatzierten der Nordstaffel beendeten sie ebenfalls als Erster. Nördlingen spielte als Hauptrunden-Vierter (mit sieben Siegen und sieben Niederlagen) gegen den Dritten und Vierten aus dem Norden in der Zwischenrunde 2. Trotz dreier Heimsiege gegen Vilsbiburg, Leipzig und Veitshöchheim und nur zwei Auswärtsniederlagen standen sie dort am Tabellenende, weil der 93:69-Sieg in Veitshöchheim vom Sportgericht in eine 0:20-Niederlage umgewandelt wurde.
Der Gastgeber machte einen Formfehler auf dem Spielberichtsbogen geltend. Die Nördlinger sahen das zwar anders, weil auch das Veitshöchheimer Kampfgericht bei Einwechslung des Spielers hätte einschreiten müssen, mussten die Kröte am „Grünen Tisch” aber schlucken. Eine Woche später revanchierten sie sich im Rückspiel in eigener Halle mit einem 102:70-Kantersieg gegen Veitshöchheim, müssen nun aber trotzdem schon im Viertelfinale wieder nach Ansbach, was sie eigentlich vermeiden wollten. „Aus sportlicher Sicht ist das sicherlich nicht ideal, weil Nördlingen die Zwischenrunde eigentlich als Fünfter abgeschlossen hätte”, findet auch der Ansbacher Trainer Nico Probst. „Das hat in den Playoffs jetzt Auswirkungen auf alle Mannschaften.”
Schon in der Hauptrunde spielten die langjährigen Rivalen zweimal gegen gegeneinander. Das Heimspiel im November war - wie fast immer in den vergangenen Jahren - eine enge Kiste. In einem extrem physischen Spiel lagen die Piranhas immer in Führung, konnten die Nördlinger aber nie abschütteln. Auch nach größeren Rückständen kämpften sich diese immer wieder heran und hätten die Partie in der Endphase fast noch gedreht. In der Mitte des Schlussviertels lautete der Spielstand 78:77, am Ende hatten die Gastgeber mit 98:90 die Nase vorne.
Das Rückspiel in Nördlingen verlief völlig anders. Mit weit unterdurchschnittlichen Trefferquoten ließen beide Teams viele Wurfchancen liegen und so gab es im Gegensatz zum spektakulären Duell im Hinspiel nur sehr wenige Punkte. Zwar hatten die Ansbacher auch diesmal meist die Kontrolle über das Spiel, konnten sich aber ebenso wenig absetzen. Zur Halbzeit führten sie mit 36:27. Im Schlussviertel glichen die Nördlinger erstmals aus, aber die Piranhas brachten den 67:62-Auswärtserfolg nach Hause.
„Wir sind gewarnt, auch die Nördlinger wissen, dass sie nicht so weit weg waren”, sagt Probst. „Es wird wieder ein hartes Spiel und gibt sicher keinen Schönheitspreis zu gewinnen.” Der Coach wird wieder viel durchwechseln und darauf bauen, in der Crunchtime den längeren Atem zu haben, da beim TSV mangels Kadertiefe überwiegend die Stammspieler auf dem Feld bleiben. Verzichten muss er dabei allerdings auf seinen Leistungsträger Lars Lenke, der noch die Nachwirkungen eines Pferdekusses spürt, den er sich in Breitengüßbach eingehandelt hat.
„Ansbach ist eine gute Mannschaft mit einem guten Trainer”, sagt Gästecoach Tony Imreh, „und eines ist sicher: Diese beiden Teams haben die besten Fans, die Stimmung wird also überragend sein.” Den Vorteil der eigenen Zuschauer im Rücken hätten die Piranhas dank Zwischenrundenplatz eins nicht nur in diesem ersten, sondern gegebenenfalls auch in einem entscheidenden dritten Spiel in zwei Wochen.