Das Deutsche Institut für Nachhaltige Entwicklung (DIND) hat das Autohaus Oppel im Ansbacher Ortsteil Elpersdorf als „Arbeitgeber der Zukunft 2024“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt die Digitalisierungsstrategie, die Nachhaltigkeitsziele und die Arbeitsbedingungen.
Die DIND-Auszeichnung unterstreiche „die führende Rolle von Autohaus Oppel als Vorreiter in der Gestaltung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Arbeitswelt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Dabei liege das Augenmerk auf moderner Führung und Mitarbeiterfreundlichkeit. Das zeige sich in flachen Hierarchien ebenso wie in verschiedenen Vorteilen, die den Arbeitnehmern als Zusatzleistung gewährt werden.
Flexible Arbeitszeitmodelle, moderne Weiterbildungsmöglichkeiten und eine offene Unternehmenskultur sollen zum einen das Wohlbefinden der Mitarbeiter verbessern und zum anderen die Bindung ans Unternehmen stärken. Daneben will die Auszeichnung auch das Engagement der Firma Oppel in Sachen Nachhaltigkeit würdigen. „Durch umweltfreundliche Geschäftspraktiken, Energieeffizienz und soziales Verantwortungsbewusstsein hat sich das Unternehmen als Vorbild positioniert“, heißt es im Pressetext.
So gab es beispielsweise eine Kontrolle des eigenen Fahrverhaltens für die Dienstwagennutzer. Die Analyse von Beschleunigungs-, Brems- und Kurvenverhalten zeigte den Mitarbeitenden, wie sie ihren Fahrstil verbessern konnten. Auf diese Weise konnten in kurzer Zeit die CO2-Emissionen um ein Viertel reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilte.
„Wir sind stolz darauf, vom DIND als Arbeitgeber der Zukunft 2024 ausgezeichnet zu werden“, betonte Geschäftsführerin Susanne Oppel. „Diese Anerkennung bestärkt uns in unserem Bestreben, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die nicht nur innovativ und zukunftsweisend ist, sondern auch auf nachhaltigen Prinzipien basiert.“
Das Autohaus in Elpersdorf hat sich in der jüngeren Vergangenheit umfassend neu strukturiert. Mercedes-Benz hat vor ein paar Jahren damit begonnen, sich auf jene Geschäftspartner zu konzentrieren, die Autos in großen Stückzahlen verkauften. In ländlichen Regionen wie Westmittelfranken oder auch Sachsen, wo Oppel bis vor einigen Monaten ebenfalls noch tätig war, waren die gewünschten Zahlen aber nicht zu erreichen.
Somit musste man sich neu ausrichten. Suzuki kam ins Sortiment. Später folgten Volvo, Peugeot und Citroën. Außerdem kooperiert das mittelständische Familienunternehmen seit einiger Zeit mit Maserati und hat in Heilsbronn den exklusiven Verkauf für ganz Franken etabliert. Werkstattpartner für Mercedes ist Oppel aber nach wie vor und auch Jahreswagen gibt es. Über einen Partner bleibt auch der Neuwagenkauf möglich.
Die Umstrukturierung durch Mercedes kam für Oppel allerdings zur Unzeit. Denn sie fiel mitten in die Phase, als die Corona-Pandemie alles beherrschte. Die Mitarbeiter sollten ordentlich geschult werden – sowohl im Verkauf als auch in der Werkstatt. Das war in der Zeit der Kontaktvermeidung aber alles andere als einfach, blickte Susanne Oppel im Gespräch mit der FLZ im vergangenen Jahr zurück.
„Unsere Mitarbeiter haben sehr flexibel reagiert“, zeigte sie sich voll des Lobes. „Da bin ich wirklich sehr stolz auf alle.“ Etwa 150 Beschäftigte hat das Autohaus an seinen westmittelfränkischen Standorten in Elpersdorf, Heilsbronn und Feuchtwangen insgesamt.
Es habe ein bisschen gedauert, bis sich die Kunden ans neue Markenportfolio gewöhnt haben, doch inzwischen laufe das ganz gut, gab sich die Chefin zufrieden. Wer früher einen Mercedes wollte, greife nun beispielsweise zum Volvo, schildert sie.
Die Automobilbranche befinde sich ohnehin derzeit in einer kompletten Umbruchphase, erklärt Susanne Oppel. So brauchen E-Autos in aller Regel weniger Service, das wirke sich natürlich auf Werkstattkapazitäten aus. E-Fuels und Wasserstoff für Lkw und Busse sind weitere Schlagworte, die zeigen, was sich derzeit alles verändert.
Noch wollen viele Menschen testweise im Fahrzeug ihrer Wahl sitzen oder eine Probefahrt unternehmen, bevor sie einen Kaufvertrag unterschreiben. Doch wird es immer beliebter, die Autos direkt im Konfigurator im Internet selbst zusammenzustellen. Susanne Oppel: „Das ist natürlich nicht für alle Kunden die Lösung. Da sind wir in einer Zwischenphase.“
Verzagen will die Geschäftsführerin wegen dieser Herausforderungen nicht. „Früher hatten wir Pferdekutschen. Da haben wir uns auch umgestellt. Mobilität wird es immer geben.“