Ansbach: Die Kapelle Bomhard frischt Volksmusik auf | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.12.2024 11:55

Ansbach: Die Kapelle Bomhard frischt Volksmusik auf

Fränkisch, frech und mit Herz: die Bomhard-Brüder Johannes, Heiner und Georg (von links) beim Konzert in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)
Fränkisch, frech und mit Herz: die Bomhard-Brüder Johannes, Heiner und Georg (von links) beim Konzert in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)
Fränkisch, frech und mit Herz: die Bomhard-Brüder Johannes, Heiner und Georg (von links) beim Konzert in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)

Fränkisch, frech und mit ganz viel Herz brachte die Kapelle Bomhard am Freitag die Kammerspiele zum Beben. Die Brüder Johannes, Heiner und Georg Bomhard aus Andorf schafften das mit ihren traditionell fränkisch angestimmten Liedern und Musikstücken mühelos. Das Motto: „Etz is etz“.

Auf das erste Hören hin könnte man meinen, sie hätten ihre Lieder aus dem Pool traditioneller fränkischer Volksmusik entnommen. Sicher wurzeln ihre selbst geschriebenen Stücke darin, führen aber dann doch ganz ins Jetzt. Etwa wenn die drei Alltägliches oder kleine Anekdoten besingen, Erinnerungen an ihre Kindheit im dörflichen Umfeld aufleben lassen und dabei die Texte in wunderschöne Musik packen.

Die Bomhard-Brüder wechselten beim Konzert mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen Rhythmen, Tonarten, spannten einen Bogen etwa vom Kärwatanz, über Polka, Dreher, Landler, Zwiefachen bis hin zu Tangoklängen. Das fühlte sich dann auch absolut stimmig an, berührte Herz, Hirn und Beine gleichermaßen. So, wie die drei aufspielten, hatten sie das Publikum im ausverkauften Kammersaal gleich gepackt.

Fränkisch-Schnellkurs für Neue

Neben den Fans des Trios waren auch zahlreiche Ersthörerinnen und -hörer im Publikum. Einen Fränkisch-Crashkurs, „für alle Neuen“, gab es nebenbei auch dazu. Auf den fränkischen Wortwitz verstand sich das Trio besonders, was auch ihre Texte spiegelten. Etwa auch, wenn sie unter anderem darüber philosophieren, dass beim Plätzlibacken „die Budder waach sei mou“.

Die drei Bomhards sind virtuose Vollblutmusikanten, Johannes an der Gitarre, Heiner am Akkordeon und Georg am Kontrabass, und überzeugten zudem auch mit ihrem dreistimmigen Gesang. Das alles im fränkischen Dialekt, stellenweise mit hintersinnig platzierten Übersetzungsangeboten. Freche Vierzeiler im Gstanzl-Modus gehörten da ebenso dazu wie fetzige Tanzmusik oder auch Nachdenkliches.

Allerdings musste man bei den drei Brüdern auch immer damit rechnen, dass sie hintersinnige Gedanken oder auch kleine Seitenhiebe einbauten. Nur ein Satz, eine kurze Bemerkung, das reichte völlig aus, um eine vermeintliche Idylle zu hinterfragen. „Im Wold is su schai“ heißt es in einem der Lieder, „Und a Rehla is gsprunga“, einziger Störfaktor das geplante Logistikzentrum.

Die stille Poesie der Mundart

Ganz besondere Momente entwickelten die stilleren Lieder der drei, etwa die „Omage an die Oma“ mit dem Lied „Für Anna“ oder auch „Gummibärli und Schoglood“, Erinnerungen an die Tage am Bauernhof der Oberasbacher Großeltern. Schöne Bilder, mal mit romantisch verklärtem Tonfall, aber durchaus auch mit einem kritischen Blick auf die frühere Zeit und die anderen Lebensverhältnisse.

Poesie auf Fränkisch? Auch das geht wunderbar, also kein Widerspruch, die Kapelle Bomhard machte das eindrücklich vor. So könnte die Tradition des dialektgefärbten fränkischen Liedes auch weiterhin lebendig pulsieren. Gute Aussichten.


Von Elke Walter
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