An der B14 bei Neunstetten: Zweiter Smiley statt fester Blitzer | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.03.2025 09:00

An der B14 bei Neunstetten: Zweiter Smiley statt fester Blitzer

Die Ortszufahrt in Neunstetten von Ansbach her. In dem Herriedener Stadtteil gibt es Klagen, weil hier viele Fahrzeuge mit überhöhtem Tempo in das Dorf rasen. Jetzt soll ein zusätzlicher Smiley dazu motivieren, sich an die Regelgeschwindigkeit zu halten. (Foto: Werner Wenk)
Die Ortszufahrt in Neunstetten von Ansbach her. In dem Herriedener Stadtteil gibt es Klagen, weil hier viele Fahrzeuge mit überhöhtem Tempo in das Dorf rasen. Jetzt soll ein zusätzlicher Smiley dazu motivieren, sich an die Regelgeschwindigkeit zu halten. (Foto: Werner Wenk)
Die Ortszufahrt in Neunstetten von Ansbach her. In dem Herriedener Stadtteil gibt es Klagen, weil hier viele Fahrzeuge mit überhöhtem Tempo in das Dorf rasen. Jetzt soll ein zusätzlicher Smiley dazu motivieren, sich an die Regelgeschwindigkeit zu halten. (Foto: Werner Wenk)

Ein zweiter Smiley soll an der Ortsausfahrt von Neunstetten in Richtung Ansbach installiert werden. Indes hat die Mehrheit in Herriedens Stadtrat zwei Anträge der Grünen-Fraktion abgelehnt. Demnach hätte die Verwaltung zum einen prüfen sollen, ob sich hier ein fester Blitzer bewährt. Zum anderen ging es um Tempo 30 nachts auf der Nürnberger Straße in der Kernstadt.

Beide Anträge hatte auch Bürgermeisterin Dorina Jechnerer unterstützt. Jedoch scheiterten sie, weil jeweils zehn der Anwesenden dagegen und nur neun dafür stimmten. Unmittelbar nach der Ablehnung des Prüfantrags für den Blitzer an der Bundesstraße 14 verließen dann einige Zuhörer mit erkennbarem Unmut den Ratssaal im Stadtschloss.

„Dringender Handlungsbedarf“

Mit Blick auf den Antrag in Sachen fester Blitzer in Neunstetten erklärte Grünen-Sprecherin Franziska Wurzinger, es gehe hier nicht um eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Vielmehr sollte das ortseinwärts zu installierende Gerät dazu dienen, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Regelgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern halten. In Wilburgstetten-Knittelsbach bewähre sich eine solche Lösung.

Ergänzend dazu sprach ihr Fraktionskollege Norbert Brumberger von „dringendem Handlungsbedarf“: Schon seit über fünf Jahren forderten die Anwohner angesichts massiver Tempo-Überschreitungenen innerhalb des Orts deutliche Verbesserungen: „Die Autos rauschen durch ohne Ende.“ Zudem verschärfe sich die Situation stets dann, wenn die Straße bei Staus auf der Autobahn als Ausweichstrecke diene.

Die Gegner des Grünen-Antrags, den zuvor schon der Bau- und Verkehrsausschuss abgelehnt hatte, argumentierten mit dem Verwaltungsaufwand und vor allem mit den Kosten für einen Blitzer. Laut zweitem Bürgermeister Andreas Baumgärtner bewegen sich diese zwischen 65.000 und 250.000 Euro.

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Dagegen fallen nach Aussage von CSU-Fraktionschef Wolfgang Strauß für einen sehr viel einfacher zu montierenden Smiley zwischen 3000 und 6000 Euro an. Zudem sprach sich der Christsoziale – so wie andere Gremiumsmitglieder auch – dafür aus, dass die kommunale Verkehrsüberwachung die Kontrollen an dieser Gefahrenstelle intensiviert.

Weitgehend Konsens bestand darin, dass Smileys verlangsamend auf den Verkehr wirken. Auch zeichneten die Geräte die Verkehrsflüsse auf. Sollte die Auswertung später den Bedarf weiterer Maßnahmen zeigen, seien Nachbesserungen denkbar.

Nicht zuletzt forderte der Neunstettener Stadtrat Michael Trottler (FoB), die Situation an der Ortseinfahrt nicht isoliert zu bewerten: Für den Stadtteil gelte es, ein Gesamtkonzept umzusetzen.

Rechtliche Bedenken

Für ein Tempo-30-Limit auf der Nürnberger Straße hat sich der Rat schon mehrfach stark gemacht. Jedoch sind die Herriedener mit diesem Wunsch stets an der Ablehnung übergeordneter Behörden gescheitert. Auch jetzt brachten Gegner des aktuellen Grünen-Antrags unter anderem rechtliche Bedenken vor.

Den neuerlichen Versuch begründete Franziska Wurzinger mit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung, zu der es in Bayern allerdings noch keine Vorgabe für die Verwaltung zur Ausführung gebe. Dennoch beantragten die Grünen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Nürnberger Straße – im Bereich der beidseitigen Bebauung – jeweils nachts zwischen 22 und 8 Uhr.

Einem Schallschutzgutachten zufolge würde dies die Lärmbelastung der Anwohner stark reduzieren. Zudem gehe es um die Sicherheit vieler Schulkinder. Davon abgesehen würde dieses Tempo-Limit die Fahrzeit der Verkehrsteilnehmer laut Berechnung von Grünen-Rat Matthias Rank um nur 38 Sekunden verlängern.

Aurelia Pelka (BFH) sprach sich sogar für eine auf 30 Stundenkilometer beschränkte Ringstraße um die gesamte Kernstadt aus. Doch das lehnte Dr. Christian Enz (Freie Wähler) ab: Die Innenstadt werde nur dann entlastet, wenn der Verkehr außen herum fließen könne.

Später nannte der FW-Stadtrat die Initiativen der Grünen „Schaufen-ster-Anträge“. Und: Zur Begründung würden „Kinder vorgeschoben“.

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