Geld ausgeben für eine Maßnahme, die man gar nicht wollte? Genau dieses Schicksal trifft jetzt die Stadt Ansbach. Im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses informierte Kämmerer Christian Jakobs, dass der städtische Anteil für die Ampelanlage bei Elpersdorf gezahlt werden muss – ob man will oder nicht.
Über Jahre sorgte der Knotenpunkt, an dem die Herrieder Straße und die Straße nach Geisengrund auf die Staatsstraße 1066 treffen, für Diskussionen. Auf der einen Seite kam es hier immer wieder zu gefährlichen Situationen und auch Verkehrsunfällen, weshalb die Kreuzung bei dem Ansbacher Ortsteil auch als Unfallschwerpunkt eingestuft wurde.
Auf der anderen Seite ging es um die Verkehrsbelastung der Anwohnenden in der Herrieder Straße, denn gerade in den Stoßzeiten am Morgen und am Abend bildeten sich immer wieder lange Staus in Elpersdorf. In den Diskussionen zwischen Stadtverwaltung, Stadtrat und Staatlichem Bauamt Ansbach kristallisierte sich zunächst ein Kreisverkehr als die Lösung heraus.
Mit dem Kreisel sollte die Kreuzung zum einen sicherer werden. Zum anderen sollte so gewährleistet werden, dass der Verkehr schneller aus dem Ortsteil abfließen kann. Wie so häufig sorgten irgendwann die Kosten für Probleme. Nach den letzten Schätzungen hätte die Maßnahme etwa 2,6 Millionen Euro gekostet – unter anderem deshalb, weil die Staatsstraße in diesem Bereich ein Stück in Richtung Geisengrund hätte verlegt werden müssen, um den Kreisverkehr entsprechend platzieren zu können.
Angesichts der Kosten ist den Verantwortlichen allerdings der Oberste Bayerische Rechnungshof in die Parade gefahren. Denn eine Ampelanlage kostet nur einen Bruchteil eines Kreisels. Dem Stadtrat war dies jedoch egal. Die Mitglieder weigerten sich nicht nur, den gesetzlichen Kostenanteil für eine Lichtsignalanlage zu bezahlen, sie hielten auch weiterhin an dem Kreisverkehr fest.
Nägel mit Köpfen hat schließlich das Staatliche Bauamt gemacht, als Ende September 2024 mit dem Bau der provisorischen Ampel begonnen wurde. Die Verantwortlichen mussten ob des Gefahrenpotentials an der Kreuzung handeln, hieß es im vergangenen Jahr vonseiten der Behörde.
Die Ampel ist seit Mitte März im Betrieb. Mittlerweile liegt der Stadt auch die Kostenschätzung vor, wie Kämmerer Christian Jakobs im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss sagte. Demnach beträgt der Kostenanteil der Stadt rund 178.000 Euro. Weil das etwa 68.000 Euro mehr sind, als im Haushalt 2025 eingestellt waren, sollten die Stadträtinnen und Stadträte überplanmäßige Mittel bereitstellen, die durch Minderausgaben in anderen Haushaltsstellen gedeckt werden.
Da die Verwaltung den Willen des Stadtrates freilich noch im Kopf hat und man sich bewusst war, dass dies nicht „auf sonderliche Begeisterung stößt”, hat man im Vorfeld mit der Regierung von Mittelfranken gesprochen. Die klare Ansage der Regierung laut Jakobs: „Wir müssen bezahlen, weil eine Rechtspflicht besteht.” Demnach bat der Kämmerer den Ausschuss um Zustimmung, „wenn auch widerwillig. Das ist mir bewusst.” Gegen eine Stimme beschloss der Ausschuss denn auch die überplanmäßigen Mittel.