Auf dem Campus der Hochschule Ansbach in Feuchtwangen sind die Arbeiter mit schwerem Gerät angerückt: „Die Baumeisterarbeiten sind in vollem Gang“, sagte Stadtbaumeister Farag Khodary auf Anfrage. Der mit 7,9 Millionen Euro-Neubau veranschlagte Lehrsaal-Neubau liege im Zeitplan.
Der bereits aufgestellte Kran ist im Einsatz, mit zwei Baggern wird die Baugrube ausgehoben. Zudem bereiten die Beschäftigten der beauftragten Lichtenauer Firma Moezer schon die Anschlüsse für die Versorgungsleitungen an das bestehende Laborgebäude vor, an das der Lehrsaal angedockt wird.
Die Arbeiten für den Rohbau habe die Stadtspitze nichtöffentlich vergeben müssen, berichtete der Stadtbaumeister. Als Grund dafür nannte er die europaweite Ausschreibung, deren Ergebnis erst im Nachhinein bekanntgemacht werden dürfe. Indes sei mit 1,59 Millionen Euro für diese Baumeisterarbeiten hinsichtlich der Kostenschätzung nahezu eine „Punktlandung“ zu vermelden.
Aktuell ist die Ausschreibung für die Elektroanlagen auf dem Markt, wie sich Khodary ausdrückte. Derweil folgten die großen Ausschreibungen für die Fassade und den Sonnenschutz sowie für die Installation von Heizungs-, Belüftungs- und Sanitäranlagen in den kommenden zehn Tagen.
Die Fertigstellung des künftigen Lehrsaals ist die Voraussetzung dafür, dass die Hochschule Ansbach in Feuchtwangen einen dritten Studiengang etabliert. Wenngleich der Freistaat Bayern eigentlich für die Hochschulen zuständig ist, müssen sich um den Bau der Außenstellen die jeweiligen Kommunen kümmern.
Derweil war die Unterbringung der Studierenden, die künftig in Feuchtwangen wohnen sollen, jüngst ein Thema im Stadtrat: Bereits im Februar hatte die Fraktion „Wir“/Grüne beantragt, dass die Verwaltung und das Kommunalunternehmen (KU) Stadtentwicklung Lösungen dafür erarbeiten sollten.
Nun monierte Ratsmitglied Joachim Gutekunst, dieser Antrag sei bisher noch nicht behandelt worden. Er müsse aber baldigst auf die Tagesordnung, nachdem ein öffentlicher Aufruf der Stadt an mögliche Vermieter, angehenden Akademikern Wohnraum zur Verfügung zu stellen, nicht erfolgreich gewesen sei und die Entwicklung auf dem Campus voranschreite.
Darauf antwortete Bürgermeister Patrick Ruh, das Kommunalunternehmen sei mit dieser Thematik befasst. Und: „Ein privater Bauwerber will ein sehr gutes Angebot machen.“ Danach werde dann der Stadtrat entscheiden, „welchen Weg wir gehen“.
In dem Grünen-Antrag heißt es, um private Investitionen für Studentenwohnungen zu unterstützen, seien passende Rahmenbedingungen nötig. Grundstücke sollten bereitgestellt oder die Überplanung von Häusern für ein Wohnheim ermöglicht werden. Denn: „Nur mit einem guten Gesamtkonzept wird der Hochschulstandort Feuchtwangen auch eine Erfolgsgeschichte werden.“