Ein Angebot, von dem sowohl ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger als auch Jugendliche profitieren, soll die Taschengeldbörse in Neustadt werden. Während die einen Entlastung bei einfachen Alltagstätigkeiten erhalten, können die jungen Leute ihr Taschengeld aufbessern.
Das gemeinsame Projekt des Neustädter Seniorenrates, der Nachbarschaftshilfe des Caritasverbandes, des Jugendtreffs Lazarett und der Stadt Neustadt will Alt und Jung zusammenbringen. Wobei durchaus auch jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf die Taschengeldbörse zurückgreifen können, wurde beim Pressegespräch betont.
Das Angebot selbst ist nicht neu. „Es gibt bundesweit schon viele dieser Angebote”, merkt die Vorsitzende des Seniorenrates, Ingrid Tisch-Rottensteiner, an. Auch in Markt Erlbach läuft es bereits. Man informierte sich dort und bekam auch Unterlagen zur Verfügung gestellt. „Den Kontakt zwischen interessierten Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren oder anderen Interessierten vermitteln wir seitens der Taschengeldbörse”, betont Josef Merrath, Leiter des Jugendtreffs Lazarett. „Alle müssen sich bei uns melden.” Er ist ebenso mit im Boot wie Neustadts Jugendbeauftragter Martin Hufnagel, der von der Idee begeistert ist.
Man schaut dabei auch, wer zu wem passt. Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren, damit zumeist Minderjährige, bedürfen einer Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten und können festlegen, wo in Neustadt und den Ortsteilen ihr Einsatzgebiet sein soll. Angeben sollen sie zudem die Tätigkeit, mit der sie sich gern einbringen möchte. Hilfe bei der Gartenarbeit, beim Einkaufen, im Umgang mit Computer oder Handy, bei leichten Tätigkeiten im Haushalt, bei der Tierpflege (Gassigehen), bei Spaziergängen oder bei Begleitungen zu kulturellen Veranstaltungen oder Besorgungen – die Palette ist riesig. Auch Vorlesen und Gespräche sind erwünscht. Mehrfachnennungen sind hier durchaus möglich.
Die empfohlene Vergütung beträgt acht Euro je Stunde. Die Taschengeldjobs haben einen klaren zeitlichen Rahmen und dauern je Einsatz höchstens zwei Stunden, wird betont. Die wöchentliche Arbeitszeit soll ferner zehn Stunden nicht überschreiten. Tabu ist es, dass die Tätigkeit vor oder während des Schulunterrichts stattfindet. Diejenigen, die gern Unterstützung hätten, geben an, wo sie Hilfe brauchen und wie oft.
Im Gespräch mit unserer Redaktion wurde betont, dass man seitens der Taschengeldbörse im Vorfeld mit allen Beteiligten Gespräche führt. Damit das neue Angebot bekannt wird, sollen Flyer an den Neustädter Schulen verteilt werden, aber auch bei der Veranstaltung „Alt und Jung” und anderenorts ausgelegt werden. Mittels des darauf befindlichen QR-Codes bekommt man weitere Infos.
Tisch-Rottensteiner und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sehen in diesem Angebot auch eine vielversprechende Chance für junge Leute, ihre Sozialkompetenz zu fördern und einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen, in deren Rahmen sie sich zudem sozial engagieren. „So werden die Generationen zusammengebracht.”
Durch die Nutzung der Taschengeldbörse bekommen Seniorinnen und Senioren und andere Interessierte andererseits auch schnelle, wohnortnahe und zuverlässige Unterstützung und treten so mit jungen Leuten in Kontakt. Kurzum: Ein Gewinn für alle Beteiligten.
Weitere Informationen gibt es über den Jugendtreff Lazarett, Telefon 09161/4418 oder auf der Homepage.