Die Bemühungen, das frühere Schlosscafé in Schillingsfürst als Wirtshaus zu etablieren, sind vorerst gescheitert. Seit einigen Wochen ist das Lokal geschlossen und eine Nachfolgelösung nicht in Sicht. Geschäftsführer und Pächter der Räume, die zum fürstlichen Besitz gehören, war zuletzt Thomas Trzybinski.
Untergebracht ist das Lokal in einem geschichtsträchtigen Haus. Das vor dem Schloss stehende Gebäude war Teil eines Gutshofkomplexes. Es wurde zu napoleonischer Zeit vor 230 Jahren auch als Garnisonsstandort genutzt und gilt als Wiege der französischen Fremdenlegion.
Später diente das Gebäude dann lange landwirtschaftlichen Zwecken, bis das Ehepaar Thomas und Margareta Ortner 1994 beschloss, es umzubauen und dort ein Café zu eröffnen. Das lief lange gut, auch noch nach der Corona-Pandemie. Weil es aber immer schwerer wurde, Personal zu finden, beschlossen die Ortners, mit Blick auf die angegriffene eigene Gesundheit den Betrieb aufzugeben. Ende Februar 2024 war Schluss.
Monatelang blieb das Lokal dann zu, weil zunächst niemand gefunden werden konnte, der bereit gewesen wäre, die für die Ausstattung aufgerufene Ablöse zu finanzieren und einen neuen Pachtvertrag mit der Fürstlichen Verwaltung abzuschließen. Das änderte sich dann im Sommer 2024, als ein Team um den Schorndorfer Thomas Trzybinski dem Lokal zum Comeback verhalf. Es wurde umgetauft in „Wirtshaus am Schloss”. Auf das nach wie vor bestehende Problem, Personal zu bekommen, wurde mit einem Selbstbedienungskonzept reagiert.
Zur Belegschaft gehörten zunächst neben einem gelernten Koch mehrere auf Minijob-Basis beschäftigte Kräfte. Ziel war, das Wirtshaus auch als kulturellen Veranstaltungsort zu etablieren, was teilweise gelang. Es gab Veranstaltungen mit Live-Musik und regelmäßige Nachmittage mit dem gemeinsamen Singen von Volksliedern. Auch der Biergarten erlebte Phasen starker Frequentierung.
Im Team habe es aber geknirscht, erklärte Thomas Trzybinski auf Anfrage unserer Zeitung. Das Geschäftsführungsmodell mit einer zweiten verantwortlichen Person sei leider gescheitert. In der Folge wurden auch die Pläne, im Winter gezielte bauliche Verbesserungen anzugehen, nicht umgesetzt.
2025 wuchsen dann laut Trzybinski die wirtschaftlichen Sorgen immer mehr. Er entschloss sich deshalb, als Geschäftsführer aufzuhören, und einigte sich im Herbst mit einer Interessentin darauf, dass diese den Betrieb weiterführt und die noch gegenüber den Vorpächtern bestehenden Zahlungsverpflichtungen übernimmt.
Im November 2025 habe die Frau das Lokal dann auf dieser Basis und noch ohne eigenen Pachtvertrag mit der Schlossverwaltung weitergeführt, so Trzybinski. Nach einigen Wochen sei das aber schon wieder vorbei gewesen, auch deshalb, weil mehrere schriftlich getroffene Verabredungen nicht eingehalten worden seien. Sein Plan, das Lokal zu übergeben, sei geplatzt. Er selbst habe aus finanziellen Gründen Konsequenzen ziehen müssen und könne das Wirtshaus nicht mehr weiterführen. Deshalb werde es bis auf Weiteres geschlossen bleiben, erklärte Trzybinski.
Aktuell versuche er erneut, jemanden zu finden, der bereit sei, es zu übernehmen und eine faire Ablöse zu bezahlen. Das passiere in enger Abstimmung mit der Fürstlichen Verwaltung, die natürlich an einer langfristigen Nachfolgelösung interessiert sei.
Verwaltungsleiter Werner Beyerle bestätigte das auf Anfrage der Redaktion. „Es stimmt, dass wir auf der Suche nach einem neuen Pächter sind”, erklärte er. Der bisherige Pächter Thomas Trzybinski aus Schorndorf handele „in Absprache mit uns”. Weiter ins Detail ging Beyerle nicht.
Die Zukunft des weit über Schillingsfürst hinaus bekannten Lokals ist also ungewiss. Gleiches gilt für den Jagdfalkenhof am Schloss, für den ebenfalls eine Lösung gesucht wird, weil der Vertrag mit der bisherigen Pächterfamilie aufgelöst wurde.