Da Hemmersheims Bürgermeister Karl Ballmann bereits erklärt hatte, nach mehreren Amtszeiten nicht mehr zu kandidieren, ging es nun auch in Lipprichhausen um die Nachfolge. Alexander Derrer (52) aus Lipprichhausen, der bereits Mitglied des Gemeinderats ist, stellt sich zur Wahl.
Bei der Aufstellungsversammlung in der Froschkneipe für die Liste Lipprichhausen wurde Derrer ebenso prompt wie erwartungsgemäß als Bürgermeisterkandidat nominiert – selbiges gilt zwischenzeitlich auch für Hemmersheim und Pfahlenheim.
Derrer ist Landwirt, verheiratet und hat zwei Kinder. Sein beruflicher Weg hatte ihn zwar temporär in die Ferne geführt, aber letztendlich fiel der Entschluss, wieder in die Heimat zu kommen.
Während seiner Zeit bei der Bundeswehr habe er unter anderem die Verantwortung für Controlling und Kostenrechnung gehabt.. Nach spannenden Jahren in Mannheim beim Weltkonzern SAP hatte die Familie in Lipprichhausen ein Haus gebaut und Derrer nahm am „Bildungsprogramm Landwirtschaft” teil.
Seine bisherige Tätigkeit im Gemeinderat habe ihm schon gute Einblicke in die anstehenden Aufgaben ermöglicht. Das vergangene Jahr sei geprägt gewesen von vielen Gesprächen und Überlegungen. Das Ergebnis: „Ich möchte Verantwortung übernehmen und mich als Bürgermeister bewerben.“
Die nächsten Jahre würden anspruchsvoll, sagt Derrer voraus. „Sie werden geprägt sein von schwierigen und vielleicht auch unpopulären Entscheidungen.“ Denn die Handlungsfähigkeit der Gemeinde werde durch die finanzielle Situation auf die Probe gestellt. Gerade in diesem Bereich jedoch sieht er aufgrund seiner Ausbildung auch seine Stärke.
Trotz der Finanzen müssten Straßen, Wege und Grünflächen mit Unterhalt und Pflege, Wasser und Abwasser sowie Gebäude und Anlagen im Blick behalten werden. Gemeinsam müsse man lösungsorientiert die kommunalen Aufgaben angehen. Er sei bereit, diese Aufgabe „mit ganzem Herzen“ und „mit voller Tatkraft“ anzunehmen, so Derrer in seiner Bewerbung.
In der Lipprichhauser Liste steht mit der 41-jährigen Franziska Thierauf eine Frau auf Platz 1 – landkreisweit eher selten. Zwei weitere Frauen besetzen die Plätze 3 und 5. Darüber hinaus zählt die Liste mit einem Durchschnittsalter von 35,75 Jahren (am Wahltag) zu den jüngsten im gesamten Landkreis – Norbert Mayer (Platz 8) ist mit 45 Jahren bereits der Listensenior.
1. Franziska Thierauf (41, Angestellte)
2. Stefan Urbat (43, Landwirt, selbstständiger Unternehmer)
3. Christina Ehrmann (34, Hausfrau, Industriekauffrau in Elternzeit)
4. Emil Schick (31, Elektroniker)
5. Sina Pfeuffer (24, Kauffrau)
6. Markus Thierauf (39, Landwirtschaftsmeister)
7. Timo Pfeuffer (29, Landwirtschaftsmeister)
8. Norbert Meyer (45, Landwirt)
Die Altersangaben beziehen sich jeweils auf den Wahltag.