Obst- und Backfreunde aufgemerkt: Die Stadt Uffenheim hat wieder mit gelbem Spray jene Obstbäume markiert, deren Früchte kostenlos für den Eigenbedarf abgeerntet werden dürfen. Darüber informierte Bauhofleiter Thomas Siebert auf Nachfrage unserer Redaktion.
Die Aktion ist nicht neu – und trotzdem freuen sich Siebert und Bürgermeister Wolfgang Lampe Jahr für Jahr über jeden Apfel, jede Birne und jede Zwetschge, die nicht auf dem Boden verkommt, sondern genutzt wird. Ob als direkter Obst-Snack, für Kuchen oder Säfte. Hauptsache, das Obst „vergammelt” nicht, betont Lampe am Telefon.
50 bis 70 Exemplare, quer über das ganze Stadtgebiet verteilt, haben Bauhof-Mitarbeiter wieder markiert. Die Farbe sei speziell für Bäume bestimmt und halte auch nicht so lange. Deshalb wird immer wieder zum Start der Aktion nachgearbeitet, damit die gelben Smileys schön leuchten, erklärt Thomas Siebert.
Die Aktion läuft in mehreren Städten und Gemeinden, auch im Landkreis, allerdings zumeist mit gelben Bändern. Davon ist die Stadt Uffenheim allerdings weggekommen, sagt Lampe. Den Grund liefert Bauhof-Leiter Siebert: Jene Bänder hätten nicht so gut gehalten und seien dann irgendwann in der Flur herumgelegen. Das sei kein schönes Bild gewesen, weshalb man in Uffenheim zur Spray-Lösung gekommen ist. Und so ein Smiley macht doch auch gleich gute Laune.
Einige Bäume sind derweil für die Christian-von-Bomhard-Schule reserviert. Diese werden von einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Umwelt-Thematik beschäftigt, abgeleert und die Sammelergebnisse zu Saft weiterverarbeitet, der dann wiederum bei CvB-Veranstaltungen ausgeschenkt wird, informiert Lampe. So gebe es mehrere Nutznießerinnen und Nutznießer, genau so, wie es sein sollte.
Früher, erinnert der Bürgermeister, habe die Stadt das Obst auf den Bäumen noch verstrichen, also für Geld an Bieterinnen und Bieter verkauft. Doch dafür sei mittlerweile der Aufwand zu groß und stehe in keinerlei Verhältnis zum Erlös. Auch sei das Interesse immer mehr gesunken. „Offenbar geht es uns heute zu gut”, die Früchte würden nicht mehr in diesem Maße wertgeschätzt, bedauert Wolfgang Lampe, der aktuell beim Partnerschaftsbesuch bei den Freundinnen und Freunden in Pratovecchio-Stia in der Toskana weilt.
Deshalb sei die Obst-Verschenk-Aktion eine gute Alternative. Und: „Das sind solche Mengen, die würden die Tiere gar nicht schaffen”, sagt Siebert zur Früchte-Flut in diesem Jahr. „Das ist einfach eine gute Sache”, fasst Lampe die Smiley-Aktion zusammen. Besonders von der älteren Generation werde das Angebot auch gerne genutzt, weiß das Uffenheimer Stadt-Duo aus Erfahrung. Eine Win-win-Situation also.