Wenn für Wahl zum Bundespräsidentenamt eine Frau zur Kandidatin gekürt wird, so muss sie nach Ansicht der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) eine echte Siegchance haben. „Wenn man eine Frau ins Rennen schickt, darf es nicht wieder eine Zählkandidatin sein“, sagte Aigner der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag).
„Das hatten wir schon mehrfach, mit Gesine Schwan in den Jahren 2004 und 2009 und mit Dagmar Schipanski 1999 zum Beispiel.“ Damals habe man im Voraus gewusst: „Sie können gar keine Mehrheiten erreichen, wegen der damaligen Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung.“ Dies zu wiederholen, „wäre absolut kontraproduktiv für die Sache der Frauen“, betonte Aigner.
Zu Spekulationen rund um die Kandidatenfrage für die Bundesversammlung, in der 2027 die Nachfolge für Frank-Walter Steinmeier gewählt wird, äußerte sich Aigner nicht: „Es ist viel zu früh, um über das Amt der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten zu reden - allein schon aus Respekt vor Frank-Walter Steinmeier, den ich sehr schätze.“
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