Die Stadt Heilsbronn treibt die Energiewende weiter voran: Im Stadtrat wurde mit großer Mehrheit beschlossen, zwischen Bonnhof und Gottmannsdorf eine Photovoltaik-Anlage zu genehmigen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Anlage, die in der Region noch nicht sonderlich verbreitet ist.
Bei herkömmlichen Anlangen fahren die Verantwortlichen in Heilsbronn seit einiger Zeit einen restriktiveren Kurs, wie Fachbereichsleiter Tobias Christ in der Sitzung erinnerte. Sprich: Man will solche Anlagen, weil auch schon relativ viele gebaut sind im Bereich rund um Heilsbronn, nicht mehr zulassen.
Beim Thema Agri-Photovoltaik sieht es indes etwas anders aus. Denn bei dieser Bauform werden die landwirtschaftliche Nutzung und die Erzeugung von Solarstrom auf der gleichen Fläche miteinander kombiniert. Möglich wird das dadurch, dass die Solarmodule auf einer höheren Unterkonstruktion montiert werden.
Im konkreten Fall geht es darum, dass die AgriPV-Solutions GmbH eine solche Anlage im Gesamtausbau mit einer Größe von rund 13 Hektar errichten will. „Es geht um eine Doppelnutzung der Fläche”, sagte Diplom-Ingenieur Daniel Koglin, der die Firma bei dem Vorhaben berät. „Wir wollen die Landwirtschaft weiter möglich machen.”
Die Anlage selbst wird eine Maximalleistung von neun Megawatt haben. Koglin und Oskar Böck von der AgriPV-Solutions GmbH zufolge geht es beim landwirtschaftlichen Teil des Projektes nicht um Grünland, sondern um Ackerbau. Tatsächlich sollen nach ihren Worten noch rund 93 Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar sein.
Damit dies möglich ist, müssen die PV-Module steuerbar sein. Der Landwirt habe über eine App die Möglichkeit, die Module zu verstellen, erklärte Koglin. Dadurch könne man mit den Geräten bis an die Blühstreifen, die rund um die Unterkonstruktionen angelegt sind, heranfahren. Ebenfalls mit eingeplant haben die Verantwortlichen Flächen zum Wenden der landwirtschaftlichen Maschinen.
Letzterer Punkt ist auch der Grund, warum man auf eine Einzäunung des Areals verzichten will. Auf Anregung aus dem Stadtrat sicherte Koglin aber zu, dass eine Eingrünung an bestimmten Stellen, zum Beispiel im Bereich der Sichtachsen, denkbar ist.
Ebenfalls vorgesehen ist ein Batteriespeicher. „Ohne würde eine solche Anlage nicht funktionieren”, so der Diplom-Ingenieur. Obwohl die Verantwortlichen davon überzeugt sind, den Großteil der produzierten Strommenge auch ins Netz einspeisen zu können, bereitete Koglin die Stadträtinnen und Stadträte darauf vor, „dass es mit Sicherheit auch zu Abschaltungen kommen wird”.
Den Planern ist bewusst, dass man mit einer PV-Anlage bei den Anwohnenden nicht zwingend für Jubelstürme sorgt. Deshalb soll auch eine direkte Bürgerbeteiligung angeboten werden. Das Motto dabei: Die Bürgerinnen und Bürger, die nahe an der Anlage wohnen, kommen auch zuerst zu Zug.
Letztlich konnten Koglin und Böck das Gremium von dem Projekt überzeugen. Der Stadtrat beschloss gegen drei Stimmen, das Bauleitplanverfahren für die Agri-Photovoltaik-Anlage zu starten.