Der Frühling ist da – für viele Kinder die Zeit, vielleicht zum ersten Mal auf ein richtiges eigenes Fahrrad zu steigen. Daher wollte der ADAC wissen, was aktuelle Modelle mit 24-Zoll-Laufrädern taugen. Diese Räder eignen sich meist für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 14 Jahre.
Eines fällt auf: Die Fahrräder für die Kleinen scheinen oft kein billiges Vergnügen zu sein. Zumindest die Testauswahl reichte von 267,98 Euro (dem einzigen unter 300 Euro) bis hin zu 808 Euro (jeweils mittlerer Preis). Zahlt sich das bei den Ergebnissen aus?
Im Fokus standen Sicherheits- und Fahreigenschaften. Dabei werden unter anderem genannt: Bremsleistung, Pedalfreiheit, Stabilität. Auch im Blick waren Handhabung und Eignung für das Kind. Zudem machten die Tester bei bestimmten Bauteilen eine Schadstoffprüfung.
Das Fazit vorweg: Zwar bekommt im fünfstufigen System kein Modell ein „sehr gut“. Doch die überwiegende Mehrzahl der Modelle (11) schneidet „gut“ ab. Das zweitteuerste Modell wird zum klaren Testsieger gekürt. Das „Woom Explore 5“ (798,90 Euro) erreichte in allen Prüfungen Bestnoten und bekommt die Gesamtnote 2,0 („gut“). Es ist das einzige Fahrrad, das im Feld mit Scheibenbremsen vorfuhr, was speziell im Nassen zu „konstanten Bremsleistungen“ führte.
Mit der Note 2,2 folgt dahinter das „Cube Numove 240 Street“ für 599 Euro. Das günstigste Modell mit „gut“ ist das „Axess LUU.24 EQ“ für 499,99 Euro. Es erreicht die Note 2,3. Das zweitgünstigste so bewertete ist das „Winora Dash 24“ für 529 Euro (2,3). Als drittgünstigstes Gutes sichert sich das „KTM Wild Cross Street 24“ für 549 Euro eine 2,3.
So gut die Modelle insgesamt auch abschnitten: „Bei der Schadstoffprüfung zeigte sich dagegen ein trübes Bild“, notiert der Club. Ein Modell für rund 455 Euro fiel den Testern besonders negativ auf. In dessen Griffen fanden sich Stoffe, die als „hochgradig krebserregend“ eingestuft seien. Dieses Modell wurde so trotz seiner sonstigen zufriedenstellenden Ergebnisse auf die Gesamtnote 5,0 abgewertet – es fiel mit „mangelhaft“ durch.
Bei den anderen Rädern wurden dem ADAC zufolge vor allem in den Sätteln Weichmacher gefunden. Hier gab es demnach zwar in einzelnen Fällen eine Abwertung auf die Note 3,0 – allerdings ohne Durchschlageffekt auf die Gesamtnote. „Eltern, die sich Sorgen wegen der Schadstoffe machen, können den Sattel oder die Griffe gegen ein anderes Produkt austauschen“, rät ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann.
Der Testsieger war das Einzige im Test, bei dem keinerlei Schadstoffe nachgewiesen wurden.
Ein Modell eines Sportartikelherstellers und -händlers (das Billigste im Test) sowie ein Fahrrad eines bekannten Herstellers (über 650 Euro) schnitten nur „befriedigend“ ab. Das eine (Note 2,9) erreichte auf dem Bremsenprüfstand nicht die nach der geltenden Norm erforderliche Leistung, so der Club. Beim teureren Modell (2,7) war auffällig: Schon bei recht geringer Schräglage konnten die Pedale den Boden berühren, was die Gefahr für Stürze erhöht.
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