Nach einer bisher über weite Strecken frustrierenden Saison, beginnt für die Basketballer des TTV Onlineprinters Neustadt nun die Zeit, in der sie das alles ganz schnell vergessen machen können. In der 1. Runde der Playdowns treffen sie am Samstag (17.30 Uhr) im ersten von maximal drei Spielen auswärts auf den MTSV Schwabing.
Der Modus in der Abstiegsrunde der 1. Regionalliga Südost ist zumindest in der 1. Runde simpel: Wer seinen Gegner zweimal besiegt, darf seine Saison beenden, der Klassenerhalt ist sicher. Wer in der best-of-three-Serie den Kürzeren zieht, muss weiterspielen und zusehen, dass er wenigstens die 2. Runde erfolgreich bestreitet.
In der Vorrunde hatte Schwabing ein wenig Pech. Das Team war auf Playoff-Kurs, verlor aber die letzten beiden Partien und musste mit sechs Siegen bei acht Niederlagen in die Abstiegsrunde. Nördlingen schaffte mit sieben Siegen hingegen den Sprung.
In der Zwischenrundengruppe 3 gelangen dem MTSV dann zwei Siege gegen Bamberg. Gegen Dresden II gab es zwei Niederlagen. Das bedeutete Rang 2 in der Gruppe und damit ein Aufeinandertreffen mit dem Drittplatzierten der Gruppe 4, dem TTV Neustadt.
Mit Siegen hatten die Onlineprinters bisher so ihre Probleme, weshalb der Playdown-Modus ihnen echt entgegenkommt. Die Vorrunde beendete das Team um die Trainer Claus Winkelspecht und Holger Wägner nach 14 Niederlagen ohne einen Punkt als Tabellenletzter der Südgruppe. In der Zwischenrundengruppe 4 gelangen den Aischgründern dann endlich zwei Siege, es folgten aber zwei vermeidbare und deshalb frustrierende Niederlagen.
So kommt es dann auch, dass Schwabing mit dem Selbstvertrauen aus zwei Vorrundensiegen über Neustadt in die Playdown-Serie starten kann. 63:74 und 74:82 lauteten die Ergebnisse, beide Male war der TTV zwar über 40 Minuten gesehen schlechter, über vielleicht rund 30 aber mindestens ebenbürtig.
Das macht Claus Winkelspecht ein bisschen Mut für die Alles-oder-Nichts-Spiele: „Wir haben gut trainiert, wir wissen, wie wir gegen sie spielen müssen. Ich hoffe, dass wir das abrufen können. Aber ich bin zuversichtlich.”
In der Offense muss seine Mannschaft vor allem ihre Größenvorteile nutzen. Wie das geht, hat Aaron Winkelspecht in den Vorrundenduellen mit Schwabing gezeigt. Dort verbuchte er 32 und 26 Punkte, seine beiden höchsten Werte in der gesamten Saison. Damals hatte mit Nedal Jenniat beziehungsweise Manuel Rockmann noch jeweils ein Großer gefehlt. Das ist diesmal nicht so. Das TTV-Trainer-Duo hatte sogar 14 Mann im Training und muss erstmals seit vielen Wochen zwei Spieler aus dem Kader streichen.
Die Schwabinger Mannschaft ist gespickt mit jungen Talenten. Da sie für mehrere Mannschaften im Einsatz sind, wird durchgewechselt und es ist immer nicht ganz klar, wer letztlich spielt. Allein in den vier Zwischenrundenspielen kamen 21 verschiedene Spieler zum Einsatz.
Technisch beschlagen und laufstark wird der Gegner aber in jedem Fall sein, weiß auch Winkelspecht. „Solche Spiele gehen immer über die Defense. Die gehen gerne Eins-gegen-Eins. Das müssen wir gut unterbinden und beim Rebound sauber arbeiten”, umreißt er ein mögliches Erfolgsrezept. Er betont aber auch: „In der Vorrunde haben wir das gegen Schwabing alles nicht gemacht.”