Rund eine Million Euro soll jener Turm kosten, dessen Bau Landrat Dr. Christian von Dobschütz als eine „Investition in die touristische Zukunft des Landkreises” rechtfertigt. Seit Montag steht nun auch offiziell fest, dass von dieser Summe 300.000 Euro aus den Kassen der hiesigen Lokalen Aktionsgruppen (LAG) übernommen werden.
Trotz teilweise spiegelglatter Fahrbahnen in den Mittagsstunden hatten sich etliche Beteiligte, darunter der für die LAG-Mittelvergabe – die Leader-Förderung – zuständige Koordinator Ekkehard Eisenhut, kurz vor der Kreisausschusssitzung im Landratsamt eingefunden, um das betreffende Dokument zu übergeben. Somit hat es der Landkreis nun schwarz auf weiß, dass er ein knappes Drittel der angepeilten Baukosten nicht selbst tragen muss.
Die LAG Aischgrund übernimmt laut deren Geschäftsführerin Anne Billenstein mit 216.000 Euro den Löwenanteil des Zuschusses, weil schließlich die Stadt Bad Windsheim und damit auch das Einzugsgebiet der Aischgrund-LAG am meisten profitiert. Die übrigen 84.000 Euro teilen sich die LAG Rangau und die LAG Südlicher Steigerwald – aus Solidarität und aus dem Wissen heraus, „dass es hier nicht nur um Bad Windsheim, sondern um die gesamte Region geht”, wie es Bürgermeister Jürgen Heckel ausdrückte.
Tatsächlich betonte auch der Landrat noch einmal, wie sehr das Konzept des Turms die gesamte „Mehrregion” beflügeln soll. Der weite Blick über den Landkreis hinweg, in den Steigerwald und in die Frankenhöhe hinein, solle den Gästen der Landesgartenschau einen Eindruck von der Schönheit der Region vermitteln, solle kräftig dabei helfen, „dass wir uns touristisch positionieren.”
Man wolle sich als Kulinarik-, Wander- und Radlerregion präsentieren und wenn durch den Turm und die Ausstellung an seinem Fuße im Laufe der Jahre nur 8000 Besucherinnen und Besucher zusätzlich für einen Wochenendtrip in die Region gelockt werden, „die täglich so etwa 150 Euro bei uns ausgeben, dann hat sich dieser Aufwand schon rentiert”, so Christian von Dobschütz' Rechnung.
Auch Ekkehard Eisenhut zeigte sich angesichts der Kooperation dreier LAGs sehr angetan vom Vorhaben und hoffe, dass sich dieses im Sinne des Landrats „im Laufe der Jahre auszahlt”. Einfach jedoch sei das Ganze nicht gewesen, erinnerte Eisenhut, den man aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen im europäisch-deutschen Förderungsdschungel durchaus als „alten Hasen” im Dickicht der Bürokratie bezeichnen darf. Die Antragstellung sei für alle Beteiligten „ein echter Kraftakt” gewesen.