Kämmerer Christian Jakobs und sein Team haben es geschafft: Den Stadträten liegt der Entwurf des städtischen Haushalts 2025 vor. Mit Einnahmen und Ausgaben von rund 202 Millionen Euro liegt der Etat um 3,7 Millionen Euro über dem Haushaltsvolumen des Vorjahres. Beraten wird der Haushalt 2025 am 14. November.
Der Verwaltungshaushalt, der das laufende Geschäft der Verwaltung abbildet, weist eine Steigerung von 12,8 Millionen Euro auf. Ein großer Posten sind dabei die Personalkosten, die knapp 30 Prozent der Ausgaben ausmachen. Die Personalausgaben sind seit 2023 um rund 16 Prozent gestiegen – was in etwa den prozentualen tariflichen Erhöhungen entspricht. Gestiegen sind auch die Ausgaben der Sozial- und Jugendhilfe sowie die Unterhaltskosten.
Dagegen ist der Vermögenshaushalt im Vergleich zum Vorjahr um fast 28 Prozent geschrumpft. Das heißt, die Stadt ist bei den Investitionen deutlich zurückhaltender. Der Kämmerer weist darauf hin, dass der Stadtrat einen Großteil der Maßnahmen beschlossen hat beziehungsweise dass es sich um „weitere Bauabschnitte bereits begonnener Maßnahmen“ handelt.
Jakobs nennt zum Beispiel den Umbau des Verwaltungsgebäudes Nürnberger Straße 32, den Hardware-Tausch in der Integrierten Rettungsleitstelle, den Brandschutz an den Schulen, die Hochwasser-Schutzmaßnahmen sowie viele Straßenbau-Projekte. In der Vergangenheit waren Haushaltsreste im zweistelligen Millionen-Bereich entstanden, weil die Verwaltung personell nicht in der Lage war, die beschlossenen Maßnahmen abzuarbeiten.
Insgesamt fließen im Jahr 2025 rund 2,2 Millionen Euro in den Schulbau, rund 5,3 Millionen Euro in den Straßen- und Brückenbau sowie rund vier Millionen Euro in den „Erwerb beweglicher Sachen“ – gemeint sind Fahrzeuge und Maschinen.
Einige Beispiele: Rund 1,3 Millionen Euro fließen 2025 in den Brandschutz des Verwaltungsgebäudes an der Nürnberger Straße (Gesamtkosten fast fünf Millionen Euro), rund eine Million Euro kann das Betriebsamt in die Beschaffung von Fahrzeugen und Maschinen stecken. Knapp 700.000 Euro verschlingen hier der Abbruch und die Neuerrichtung der Salzhalle (Gesamtkosten 1,65 Millionen Euro).
Viel Geld fließt 2025 wieder in den Straßenbau: Der Ernst-Körner-Ring in Meinhardswinden soll für 650.000 Euro saniert werden, davon fließen im kommenden Jahr 450.000 Euro. In den Umbau der Welserstraße investiert die Stadt 2,5 Millionen Euro, von denen im kommenden Jahr 635.000 Euro ausgegeben werden. Die laufende Sanierung in Käferbach (Gesamtkosten 1,2 Millionen Euro) kostet 2025 noch einmal 650.000 Euro. Im kommenden Jahr soll auch der Ausbau der Crailsheimstraße starten. Von den Gesamtkosten in Höhe von 880.000 Euro sind 2025 zunächst 330.000 Euro angesetzt.
Für die Sanierung des Theaters fließen 2025 erste 400.000 Euro. Das sind in erster Linie Planungskosten. Insgesamt sind für den Umbau wegen Mängeln im Brandschutz bis 2028 knapp 2,2 Millionen Euro vorgesehen.
Die Sanierung des Herrieder Tors (Gesamtkosten 1,9 Millionen Euro) kostet 2025 noch einmal gut eine halbe Million Euro. Knapp 600.000 Euro fließen im kommenden Jahr in den Hochwasserschutz, hier wird die Stadt bis 2028 rund 6,1 Millionen Euro ausgeben.
Zur Einnahmen-Seite: Der Kämmerer rechnet für das kommende Jahr mit einer Gewerbesteuer-Einnahme von 26,5 Millionen Euro, was einer Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber 2024 entsprechen würde. Der Ansatz werde allerdings nur erreicht, „wenn die wirtschaftliche Entwicklung erwartungsgemäß verläuft“, schränkt Jakobs ein.
Beim Einkommenssteuer-Anteil erwartet der Arbeitskreis Steuerschätzung für 2025 eine Steigerung von 6,4 Prozent, was den Ansbacher Kämmerer zu einem Haushaltsansatz von 30 Millionen Euro veranlasst.
Die Stadt Ansbach steht bei der Steuerkraft weiter auf Platz 23 der 25 kreisfreien bayerischen Gemeinden. Der Kämmerer erwartet deshalb Schlüsselzuweisungen des Freistaats in Höhe von rund 23,4 Millionen Euro.
Eine Unwägbarkeit betrifft die Höhe der Bezirksumlage. Hier hat der Kämmerer wie im Vorjahr einen Umlagesatz von 23,55 Prozentpunkten angenommen, was Ausgaben in Höhe von 17,5 Millionen Euro entspricht. Da der Bezirk aktuell mit Haushaltsproblemen zu kämpfen hat, könnten hier noch deutlich höhere Ausgaben auf die Kommunen zukommen.