19 Punkte, die Rothenburg klimafreundlicher machen sollen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.07.2024 12:46

19 Punkte, die Rothenburg klimafreundlicher machen sollen

Einer der 19 Punkte: Ausbau der Ladeinfrastruktur. Einige Ladesäulen für E-Autos gibt es bereits, zum Beispiel am Parkplatz Bezoldweg. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Einer der 19 Punkte: Ausbau der Ladeinfrastruktur. Einige Ladesäulen für E-Autos gibt es bereits, zum Beispiel am Parkplatz Bezoldweg. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Einer der 19 Punkte: Ausbau der Ladeinfrastruktur. Einige Ladesäulen für E-Autos gibt es bereits, zum Beispiel am Parkplatz Bezoldweg. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

53 Maßnahmen umfasst der Entwurf für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt. 19 davon sollen zügig angegangen werden. Damit will die Stadt, so steht es im Konzept, „aktiv zur Bewältigung der Klimakrise“ beitragen. Klimaschutzmanager Benedikt Diezinger stellte eine aktualisierte Version im Stadtrat vor.

Darin hat er mittlerweile die Vorschläge, die von der Verwaltung, dem Stadtrat und der Bürgerschaft eingebracht wurden, eingearbeitet. Bevor es in der nächsten Sitzung beschlossen werden soll, wollte Diezinger wissen: „Gibt es noch offene Fragen und Änderungswünsche?“

Die gab es. Und einiges an Kritik an dem rund 150 Seiten umfassenden Schriftstück. Es enthält zunächst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Treibhausgasemissionen und der bereits umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen. Darauf aufbauend werden konkrete Klimaschutzziele definiert und maßgeschneiderte Maßnahmen entwickelt, um diese Ziele zu erreichen.

Sehr theoretisch und von hoher Komplexität

Nach ersten Diskussionen im Stadtrat und in einer Bürgerversammlung hat Diezinger diese Vorschläge eingearbeitet und damit auch das Kernstück des Konzeptes, ein Aufwand-Nutzen-Diagramm, aktualisiert. Darin sind die Maßnahmen kategorisiert: Was lässt sich einfach umsetzen, was ist komplizierter? Wovon erhofft man sich einen großen Effekt, welche Punkte werden geringe Auswirkungen haben?

Aus der Kategorie „einfache Umsetzung, große Wirkung“ hat der Klimaschutzmanager einen Maßnahmenkatalog von 19 Punkten erstellt, die direkt angegangen werden sollen. Dazu zählen beispielsweise die Verlängerung des städtischen Klimaschutzmanagements, die Bestückung der Dächer öffentlicher Gebäude mit Photovoltaik oder ein bedarfsgerechter Ausbau der Lade-Infrastruktur. Andere Maßnahmen werden zurückgestellt, seien aber „damit nicht automatisch vom Tisch“, betonte er.

Grüne fordern eine Sondersitzung zum Thema

Im Rat gab es einige grundsätzliche Kritik. „Mir ist vieles zu theoretisch“, sagte beispielsweise Dr. Dr. Günther Strobl, Chef der SPD-Fraktion. Die allgemeinen Informationen im Konzept hätte er gerne auf die Stadt heruntergebrochen. Oft würden Zahlen für den gesamten Landkreis verwendet, „aber was bedeutet das konkret für uns?“. Grund dafür ist laut Oberbürgermeister Dr. Markus Naser das Bilanzierungsmodell, das dem Konzept zugrunde liegt. „Das ist verpflichtend und lässt sich nicht ändern.“

Stefan Stiegele (Grüne) formulierte es drastischer. Er sei mit dem Maßnahmenkatalog „massivst unzufrieden“. Das Konzept habe eine „Riesen-Tragweite“, und jetzt solle es „so schnell abgehakt werden“. Das Gremium habe dafür viel zu wenig Zeit zur Verfügung. Er sprach sich daher für eine Sondersitzung zum Thema aus. „Wir sind enttäuscht“, sprach er für die Fraktion der Grünen, dass im Konzept kaum strukturelle Maßnahmen enthalten seien. „Viele Sachen sind nicht gut.“

Kosten schwer einzuschätzen

Nasers Antwort: „Seit drei Monaten beschäftigen wir uns schon mit dem Konzept.“ Viele Anregungen seien bereits aufgenommen und bewertet worden. Auch von der CSU-Fraktion kam Kritik. Vorsitzender Dr. Wolfgang Scheurer meinte: „Das Konzept ist schwer durchschaubar.“ Aufgrund der Komplexität sei es schwer im Gremium durchzuarbeiten. Naser versuchte, die Diskussionsgrundlage einzugrenzen: „Wir sprechen über die Maßnahmen der kommenden drei Jahre, die umgesetzt werden sollen“ und verwies auf den 19-Punkte-Katalog als Kern des Konzeptes. „Die Frage ist: Sind Sie mit denen einverstanden?“ Und: Seien diese nach drei Jahren umgesetzt, „sind wir weit gekommen.“

„Gibt es also konkrete Vorschläge zu diesen Punkten?“, wurde er vom Zweiten Bürgermeister Dieter Kölle (CSU) unterstützt. Gabriele Müllender (Grüne) würde gerne Ladesäulen für E-Bikes mit in die priorisierten Maßnahmen aufnehmen. Scheurer merkte an, dass die Fraktionen ihre konkreten Vorschläge als Anträge zum Haushalt einbringen sollten. Peter Wack (CSU) wollte wissen, wie hoch die Kosten für die 19 Maßnahmen seien. Diezinger versprach, diese Information nachzuliefern, auch wenn sich „einige Maßnahmen schwer einschätzen“ lassen.

Karin Bierstedt (FRV) hatte schließlich noch einen grundsätzlichen Vorschlag. Aktuelle Informationen zum Stand des Konzeptes und Förderangebote der Stadt sollten auf der Internetseite der Stadt öffentlich gemacht werden.

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