13-Jähriger baut mit zwei Jahre älterem Freund einen Partywagen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.11.2023 18:19

13-Jähriger baut mit zwei Jahre älterem Freund einen Partywagen

Simon Schmer (links) und Noah Blumhöfer (rechts) schrauben und basteln gerne am selbstgebauten Verkaufsanhänger weiter. (Foto: Martina Hinkelmann)
Simon Schmer (links) und Noah Blumhöfer (rechts) schrauben und basteln gerne am selbstgebauten Verkaufsanhänger weiter. (Foto: Martina Hinkelmann)
Simon Schmer (links) und Noah Blumhöfer (rechts) schrauben und basteln gerne am selbstgebauten Verkaufsanhänger weiter. (Foto: Martina Hinkelmann)

Die beiden Kumpel haben es drauf: der 13-jährige Noah Blumhöfer und der 15-jährige Simon Schmer, beide aus dem Scheinfelder Stadtteil Neuses, treffen sich bei Noahs Großeltern in Krettenbach beim hölzernen Anhänger. Den haben die beiden Jugendlichen selbst gebaut.

Die Idee zu dem Wagen kam ihnen im Winter oder Frühjahr 2022, als ihnen langweilig war, entsinnen sie sich. Vor allem Noah fallen immer wieder pfiffige neue Projekte ein. Angefangen hatte alles, als der alte Anhänger für sein grünes Gokart, Marke Berg, eine Restaurierung brauchte.

Ein Gestell war also schon da, erinnert sich Noah. Seine Mutter Heike Fürstenhöfer ergänzt, dass jener Anhänger ebenfalls ein selbst gebauter war – nicht von Noah, sondern von seinem Vater Rainer Blumhöfer, als dieser noch jung war. Er hat seine Leidenschaft zu Fahrzeugen sogar zum Beruf gemacht. Er ist Kfz-Mechatronik-Meister.

Die handwerkliche Veranlagung gepaart mit einer kreativen Ader liegt also offenbar in der Familie. Und auch bei Simon Schmer fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Sein Vater ist Schreiner.

So ist es kaum verwunderlich, dass die beiden Wirtschaftsschüler auf der Busfahrt zur Schule in Bad Windsheim auf die Idee kamen, einen zweiten Anhänger für das Gokart zu bauen. Größer sollte er werden als der erste und mit einer Deichsel, die man auch an einen Traktor hängen kann.

Die Planung übernahm Simon. Dieser erinnert sich genau, wie Noah die Idee damals rausgehauen hatte. In der Schulpause zeichnete er kurzerhand eine Skizze für die tragende Struktur. Mithilfe von Meterstäben, die sie auf den Boden legten, wurden die Maße festgelegt. Der Aufbau sollte mit der Tragfläche aus Metallstäben erfolgen, die Wände aus Holz und das Dach ebenfalls aus Metall.

Alle Arbeit in Eigenleistung

Schnell wurden sie sich einig und fertigten alles in Eigenleistung, bis aufs Dach, das Rainer Blumhöfer als Runddach anfertigte. Den Unterbau aus Metall schweißte Noah mit Papas Schweißgerät. Das Schweißen hatte er bereits früh von seinem Vater gelernt.

Der Aufbau wurde gemeinschaftlich aus Brettern und Latten errichtet. Zusammen schraubten, hämmerten und schleiften sie an ihrem Partywagen. Als Noahs Geburtstag Mitte Dezember näher rückte, legten Sie noch einen Endspurt hin. Schließlich wollte Noah unbedingt an seinem Geburtstag den Partywagen einweihen. So kam es dann auch, dass die Geburtstagsgäste abends vom schätzungsweise kleinsten Glühweinstand Deutschlands aus bewirtet wurden.

Der Anhänger kommt seitdem öfter zu Ehren. Beim alljährlichen gemeinsamen Schlittenfahren in Neuses durfte der Partywagen nicht fehlen. Trotz aller Widrigkeiten – die Deichsel war bei dieser Jungfernfahrt gebrochen – wurde der Wagen mit Waffeln, Süßigkeiten und Kinderpunsch an Ort und Stelle gebracht.

Beim Dorfgrillen in Neuses, das einmal im Jahr statt einer Kirchweih stattfindet, wurden Getränke aus dem Wagen verkauft, und man konnte sogar, auf dem eigens dafür angebrachten Klapptisch im Inneren des Wagens, Dosenwerfen als Attraktion anbieten.

Glücklicherweise konnte Noah einen Großteil seiner Materialien von seinem Vater umsonst bekommen. Einen Teil musste er aber bezahlen. Durch den Einsatz des Partywagens heuer auf der Krettenbacher Kirchweih, konnte er die 60 Euro an den Vater zurückzahlen. 50 Euro spendete Noah an die Aischgründer Tafel, bei der er ein Freiwilliges Soziales Schuljahr leistet, und zehn Euro blieben für sein Bankkonto übrig, berichtet der Teenager.

Die nächste Veranstaltung für den Partywagen steht bereits in Aussicht: die interne Glühweinparty der Ortschaft Krettenbach, die im Dezember steigt.

Neues haben Noah und Simon in der Zwischenzeit auch schon im Sinn. So skizzierte Simon bereits einen Getränkeanhänger – allerdings haben die beiden das wieder verworfen, denn das Gokart könnte diesen Anhänger nicht mehr transportieren. Aber wer weiß, ob den Beiden nicht schon bald wieder eine neue Idee im Kopf herumspukt.


Von Martina Hinkelmann
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