Zwischen Bad Windsheim und Berlin den Geheimnissen auf der Spur | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.08.2023 11:37

Zwischen Bad Windsheim und Berlin den Geheimnissen auf der Spur

Werden die verschiedenen Orte durch die Kamera eines Smartphones betrachtet, erscheinen an ihrer Stelle die Schauplätze als 3D-Landschaften. (Foto: Laura Mirjam Walter/Kinderclub Rakete Jetzt!)
Werden die verschiedenen Orte durch die Kamera eines Smartphones betrachtet, erscheinen an ihrer Stelle die Schauplätze als 3D-Landschaften. (Foto: Laura Mirjam Walter/Kinderclub Rakete Jetzt!)
Werden die verschiedenen Orte durch die Kamera eines Smartphones betrachtet, erscheinen an ihrer Stelle die Schauplätze als 3D-Landschaften. (Foto: Laura Mirjam Walter/Kinderclub Rakete Jetzt!)

Ein Ferienlager am Waldrand in der Brandenburgischen Provinz nahe eines Badesees. Was nach Sommerferien-Idylle klingt, wird bei „Marshmallow Mystery“ zum Schauplatz seltsamer Vorkommnisse, einem interaktiven Sommercamp-Krimi, der mit einer App und Landkarte von überall aus gelöst werden kann.

Mit entwickelt wurde er von Laura Mirjam Walter aus Bad Windsheim, die seit dem Jahr 2017 beim Grips Theater in Berlin als Theaterpädagogin arbeitet. Seit 2019 leitet sie den dortigen Kinderclub Rakete Jetzt!. Dort schreibt sie mit Kindern Stücke für die Bühne, gemeinsam werden diese inszeniert.

Während der Corona-Pandemie war das nicht möglich. Also überlegte sie mit ihren Mitstreitern: „Wie können wir trotzdem Theater spielen?“ Entstanden war im Jahr 2021 das Augmented Reality Buch „Level Fear“. 2000 Exemplare davon waren in die ganze Welt geschickt worden, erzählt Laura Mirjam Walter. Es sei für diverse Preise nominiert, zu Festivals eingeladen und mit dem IKARUS ausgezeichnet worden.

Digitales auf spielerische Weise

„Weil das so gut funktioniert hat, wollten wir noch einen Schritt weiter gehen“, sagt die 31-Jährige. Mit „Marshmallow Mystery“ entsteht nun ein Krimi-Spiel für Kinder ab neun Jahren. Warum haben wir Geheimnisse? Wieso ist es uns so wichtig, dass andere nicht alles über uns wissen? Wann kann es belastend sein, Dinge vor anderen zu verbergen? Wie lässt sich unsere Privatsphäre dennoch schützen und wovon wird sie bedroht? Solche Fragen stellen sich heutzutage – gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung – immer mehr. Die Konflikte, die sich daraus ergeben können, lassen sich in dem interaktiven Digital-Theater-Erlebnis auf spielerische Weise erleben.

In dem Feriencamp verschwinden plötzlich Gegenstände, nachts sind merkwürdige Geräusche zu hören und einige Kinder verhalten sich rätselhaft. Um herauszufinden, was vor sich geht, müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst aktiv werden. Hierfür bekommen sie im Vorfeld per Post eine Karte des Camps zugesendet, die mithilfe einer Augmented Reality-App zum Leben erwacht.

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Werden die verschiedenen Orte durch die Kamera eines Smartphones betrachtet, erscheinen an ihrer Stelle die Schauplätze als 3D-Landschaften, können nach Hinweisen durchsucht werden. Immer wieder sind dort Kinder des Zeltlagers anzutreffen, die es zu befragen gilt. So kann das Publikum nach und nach den Fall lösen.

Dabei steht es allerdings bald vor einem Dilemma. Denn haben wir alle nicht auch ein Recht auf Geheimnisse? Wann und wie lässt es sich rechtfertigen, in die Privatsphäre anderer Menschen einzudringen? Und wo lassen sich hier Grenzen ziehen?

Die Karte könne jetzt schon vorbestellt werden. Wenn alles nach Plan laufe, sollen alle bis Mitte September verschickt worden sein. Dann sei auch die App soweit, um loszuspielen.

Beim Kinderclub des Grips Theaters beschäftigen sich in jeder Spielzeit unterschiedliche Kinder mit einem vorgegebenen Thema aus ihrer Lebenswelt. Die Inspiration dazu finden die Verantwortlichen in Vorgängerproduktionen. Ein Kinder-Casting gibt es nicht. Jeder, der Zeit hat und sich anmeldet, kann mitmachen. „Da kommen sehr verschiedene Kinder aus ganz Berlin zusammen“, erklärt Laura Mirjam Walter.

Blick hinter die Kulissen war möglich

Mädchen und Jungen sowie die Leiter und Regisseure Laura Mirjam Walter und Marco Aulbach entwickelten das Spiel gemeinsam. 2021 habe man damit angefangen. Damals sei Corona noch präsenter gewesen. Fragen wie „Wer kriegt etwas von mir mit?“ oder „Wer kann in mein Zuhause reinschauen?“, seien da aufgetaucht. Besonders spannend für die Sprösslinge: Ein Pool an Gamedesignern setzte letztlich die Ideen um und ermöglichte dem Nachwuchs so einen Blick hinter die Kulissen. Und: Die Kinder, die mitgewirkt haben, seien auch in Spiel-Charaktere verwandelt worden.

Wer die Karte kostenlos bestellen will, findet weitere Informationen auf der Internetseite marshmallow-mystery.de


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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