Zurück zum „Goldenen Weg“ in Bad Windsheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.03.2025 16:07

Zurück zum „Goldenen Weg“ in Bad Windsheim

Ende 2026 soll die Johanniterstraße wieder eine sehenswerte Einfallstraße in die Altstadt sein. (Foto: Anna Franck)
Ende 2026 soll die Johanniterstraße wieder eine sehenswerte Einfallstraße in die Altstadt sein. (Foto: Anna Franck)
Ende 2026 soll die Johanniterstraße wieder eine sehenswerte Einfallstraße in die Altstadt sein. (Foto: Anna Franck)

18 harte Monate stehen Anliegern, vor allem Geschäftsleuten, im Bereich der Johanniterstraße in Bad Windsheim bevor. Daraus machte Bürgermeister Jürgen Heckel am Montagabend keinen Hehl. Er stellte mit Planer Hanspeter Fernkorn die Sanierung und Neugestaltung der Straße vor, die Mitte/Ende Juni beginnen soll.

41 Anlieger waren ins Rathaus gekommen und hörten sich die Pläne an, um im Anschluss Fragen zu stellen. Heckel betonte, dass er wisse, dass die Sanierung „große, große, große Einschränkungen“ für die Anwohner bedeuten werde. Sie müssten mit wechselnden Sperrungen und Umleitungen rechnen und hätten eine „schwierige Phase“ zu überstehen. „Geschäftsleute werden durch ein Tal der Tränen gehen müssen. Wenn es knirscht und hakt, dann kommen Sie zu mir.“ Wenn es eine Lösung gebe, werde die Stadt helfen.

„Bad Windsheim hat über viele Jahre nichts getan“, sagte Heckel, deshalb müsse man nun eben an vielen Ecken investieren, um der „jüngeren Generation“ eine gute Grundlage zum Wohnen und Leben bieten zu können.

„Der einst Goldene Weg ist verkommen“, sagte Heckel über die Johanniterstraße, eine der Haupteinfallstraßen zur Altstadt. Rund vier Millionen Euro investiere die Stadt, damit die Johanniterstraße Ende 2026 – da soll die Maßnahme nach den Verträgen mit der Baufirma „garantiert abgeschlossen“ sein – ihrer früheren Bezeichnung wieder alle Ehre macht.

„Am Anfang wird da Entsetzen sein und dann heißt es: Boah ey, ist des schön geworden“, prognostizierte der Bürgermeister. An Hauseigentümer appellierte er, die Gelegenheit zu nutzen und ihre Häuser herzurichten, er verwies auf das Städtebauförderprogramm.

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Auch barrierefreie Zugänge zu Geschäften würden finanziell gefördert. Der Zugang zur Buchhandlung Dorn in der Kegetstraße wurde zum Beispiel „auf den letzten Drücker“ beim aktuellen Bau der barrierefreien Spur noch umgesetzt, nachdem der Inhaber auf Heckel zugekommen war. Generell sei die Baumaßnahme in der Kegetstraße und Krämergasse ein „Paradebeispiel“ für gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Anwohnern. So gebe es eine Whatsapp-Gruppe, in der in der Vorwoche kommuniziert werde, welche Maßnahmen in der Folgewoche anstehen, erklärte Heckel. Für die Sanierung der Johanniterstraße regte Heckel ebenfalls eine solche Gruppe an.

Fünf Bauabschnitte sind vorgesehen

Fernkorn erläuterte, dass es fünf Bauabschnitte geben wird. „Fußläufig wird jeder, immer zu seinem Anwesen kommen“, betonte der Planer. Baufelder werden nie länger als 40 Meter sein, schon allein, damit die Feuerwehr im Ernstfall mit der Drehleiter an jedes Gebäude herankomme. Lieferungen müssten im schlechtesten Fall eben auch mal mit einer Sackkarre entladen werden. Die Geschäftsleute Wolfgang Engelhardt und Ali Aksu hatten diesbezüglich Bedenken geäußert.

Zunächst stehe laut Fernkorn die Sanierung des Kanals an. In manchen Bereichen seien nur kleinere Arbeiten am Hauptkanal notwendig, in anderen sei aufgrund von immer häufiger werdenden Hochwasserereignissen eine Aufdimensionierung unvermeidlich. Erneuert werden alle Hausanschlüsse.

Während die Kosten für die Arbeiten am Hauptkanal über die Gebührensatzung der Stadt über die nächsten 20 Jahre hinweg bezahlt werden, muss jeder Eigentümer seinen Hausanschluss selbst finanzieren, erläuterte Heckel. „Wer das nicht ganz so stemmen kann, der kann sich bei mir melden, dann schauen wir nach Möglichkeiten. Wir sind keine Bank, aber wir werden eine Lösung finden.“

Weiter werden Wasserleitungen neu gelegt und stärkere Stromleitungen sowie Leerrohre für Glasfaser eingezogen, erklärte Fernkorn. Bei der Oberflächenerneuerung setze man auf Barrierefreiheit, Gehweg und Straße trennt künftig nur ein zwei Zentimeter hoher Absatz.

Im Bereich vor der alten Post entsteht ein Wasserlauf. Poller grenzen die Fahrbahn ab, damit Kinder sicher im Wasser planschen, Schieber öffnen und schließen und auf einer Seekuhskulptur reiten können. Die Fahrbahn werde asphaltiert, der Gehweg wasserdurchlässig mit sandgestrahltem und dadurch rutschfesten Granitpflaster in Muschelkalkdekor gepflastert. Alles Wasser, das dadurch abgeleitet werde, sorge durch spätere Verdunstung für einen kühlenden Effekt, sickere ins Grundwasser und belaste den Kanal nicht, so Fernkorn.

Am Übergang zur Pastoriusstraße am Bürgerbrunnen werde eine Zisterne im Boden versenkt. Eine „wassergebundene Ecke mit etlichen Bäumen, kühlt dort den Platz“, erläuterte der Planer. Heckel betonte, dass 31 neue Bäume gepflanzt werden. „Hetzkampagnen“, die die Stadt schlecht dastehen ließen, weil Bäume gefällt werden, verurteile er. „Alle im Stadtrat haben gewusst, wie der Straßenverlauf sein wird, und dass Bäume weichen müssen.“ Nur zehn Bäume seien gefällt worden. „Unsere Ökobilanz wird hervorragend.“ Die Bäume würden von der Stadtgärtnerei künftig mit Regenwasser aus der Zisterne versorgt, „die Zeit ist vorbei, in der mit Leitungswasser gegossen wurde. Wir stellen uns dem Wandel der heutigen Zeit.“

Mehr Bäume bedeuten weniger Stellplätze

Das größte Thema für die Anlieger war die Parksituation. Rudolf Schmidt betonte, dass diese auch jetzt schon „katastrophal“ sei. Wer im Hinterhof Parkplätze habe, habe es gut, „die anderen haben eine gewisse negative Karte gezogen“, das sei Heckel bewusst. Mehr Bäume hätten automatisch weniger Parkplätze zur Folge. Eine alternative Zuweisung von Stellplätzen im Hainserwall für Anlieger schlug Ottmar Michl vor. Man müsse auch an Kunden denken, die nicht erst ewig laufen wollen, um zu den Geschäften zu gelangen. Pro Anwesen ein Parkschein, wäre der Wunsch von Schmidt. Zumindest sagte Heckel zu, rechtlich prüfen zu lassen, ob man das Parken großer Sprinter, künftig untersagen könne.

Die fünf bisherigen Parkplätze vor der Post werden auf die Seite der Eisdiele gespiegelt. Auf Nachfrage von Jürgen Strauß, ob es Sinn mache, die Eisdiele zuzuparken, erklärte Fernkorn, dass in den Sommermonaten zwei der Stellflächen bestuhlt werden dürfen und damit wiederum als Parkplatz wegfallen.

Eine weitere Informationsveranstaltung, für Anlieger, die am Montag keine Zeit hatten, findet am 3. April, ab 17 Uhr im Rathaus statt.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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