Schleifen an den Weihnachtsbäumen, Lichterglanz und Glühweinduft: Der Reichsstädtische Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz in Bad Windsheim lädt zum Verweilen ein. Eröffnet wird er am Freitag, 29. November, um 17 Uhr. Und damit fast zeitgleich mit dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Der letzte Tag des Marktes ist Sonntag, 22. Dezember.
Bereits am Dienstag hatten Jochen Schauer und Daniela Übler vom Eventmanagement der Kur-, Kongress- und Touristik GmbH (KKC) rund 20 Umzugskartons in den Klosterchor getragen. Darin verpackt waren die Einzelteile der Weihnachtskrippe: ganz viel Moos, Hackschnitzel, Sand, die Figuren, Stroh und Kerzen. Die hügelige Landschaft, in die der Stall zu Betlehem platziert wird, ist aus Styropor. Ein Stahlgerüst wiederum trägt die insgesamt vier Holzplatten, auf denen sich die Landschaft ausbreitet. Damit der Unterbau nicht für jeden zu sehen ist, wird er mit schwarzem Tuch verhängt.
Einen Aufbauplan für die Krippe gibt es Schauer zufolge nicht. Er hat sie mittlerweile zum vierten Mal errichtet und dabei habe er sich immer an Fotos orientiert. „Das ist das Einfachste“, sagt er. Ein „Richtig“ oder „Falsch“ würde es dabei aber ohnehin nicht geben. Sobald Stall und Umgebung stehen, folgen die Hirten, Maria und Josef mit Jesus und auch die Heiligen Drei Könige sind schon mit von der Partie. „Die Krippe wächst nicht während der Adventszeit, sondern ist von Anfang an komplett“, erzählt Schauer.
Woher die Krippenfiguren stammen, weiß er nicht. Nur so viel: Sie sind handgeschnitzt, es gibt sie schon sehr lange und sie sind wohl sehr alt. Wer sie aber einst angefertigt hat, vermag Schauer nicht zu sagen.
Bewundert werden kann die Krippe bereits am Eröffnungstag des Weihnachtsmarktes und im Folgenden immer donnerstags und freitags, von 15 bis 20 Uhr, sowie samstags und sonntags, jeweils von 13 bis 20 Uhr. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag ist sie noch einmal jeweils von 14 bis 16 Uhr zugänglich. Anschließend wird sie wieder eingelagert.
Im Klosterchor steht außerdem ein knallroter Briefkasten, in den Mädchen und Jungen ihre Wunschzettel ans Christkind einwerfen dürfen. Das himmlische Wesen wird diesmal von der 16-jährigen Jolina Schwab verkörpert. Sie wird die Briefe der Kinder so schnell wie möglich beantworten. Außerdem lädt das Christkind regelmäßig zu einer Lesung in den Klosterchor ein: am Samstag, 30. November; sowie am Sonntag, 8. Dezember, 15. Dezember und 22. Dezember, jeweils ab 16 Uhr.
Musikalisch wird auf dem Weihnachtsmarkt einiges geboten. Zahlreiche Konzerte mit regionalen Akteuren sind geplant. Einige davon sind gleich für zwei verschiedene Tagen gebucht. Am Eröffnungstag spielt ab 17.30 Uhr der Posaunenchor Bad Windsheim, gefolgt vom Bläserchor Reusch. Der wird ab 19 Uhr zu hören sein.
Die Stadtkapelle Frankenland musiziert am Samstag, 30. November, ab 18 Uhr. Am Sonntag, 1. Dezember, ist der Musikverein Ipsheim zu Gast in Bad Windsheim, genauso wie der Bläserchor Reusch ab 18 Uhr. Der Musikverein Obernzenn indes kommt am Donnerstag, 5. Dezember, und die Gollachgau-Musikanten Uffenheim am Freitag, 6. Dezember, ab 18 Uhr. Die Bauernkapelle Ohrenbach wurde für Samstag, 7, Dezember, ab 16 Uhr, gebucht und der Bläserchor Ippesheim für Sonntag, 8. Dezember, ab 14 Uhr. Ab 18 Uhr wird an diesem Tag zudem die Blaskapelle Buchheim spielen.
Weitere Konzerte sind bis zum Ende des Marktes am 22. Dezember geplant, gestaltet unter anderem von: den Langenfelder Musikanten, dem Posaunenchor Ickelheim, der Blaskapelle Ergersheim, der Blaskapelle Steinach/Ens, dem Posaunenchor Bad Windsheim und dem Musikverein Lenkersheim.
Zum Programm gehört zudem ein Angebot der evangelischen Kirchengemeinde. Sie lädt jeden Donnerstagabend zwischen den Adventssonntagen, ab 18.30 Uhr, zu kleinen „Engel-Momenten“ in die Kirche St. Kilian ein. Hunderte von Kerzen sollen dann brennen, schöne Musik erklingen und ein geistlich-spiritueller Impuls soll zum Nach- und Weiterdenken anregen. Die Termine dazu sind: 5./12., und 19. Dezember.
Zu einem etwas anderen Weihnachtsmarkt laden die Verantwortlichen des Fördervereins Klosterchor & historische Stadtbibliothek von Freitag, 29. November, bis einschließlich Sonntag, 1. Dezember, jeweils von 14 bis 20 Uhr, ein. Im Steinhaus, Kegetstraße 1, wird dann Vintage-Weihnachtsdekoration verkauft. Und dorthin wird außerdem zu zwei Kulturveranstaltungen eingeladen. Das Duo „Minnestrello“ musiziert am Samstag ab 17 Uhr, und Thomas Spyra liest am Sonntag ab 16 Ihr aus seinem neuen Roman „Pastorius“. Christl Spyra trägt dazu weihnachtliche Gedichte vor.
Zum offenen, gemeinsamen Singen wird während der Adventszeit immer freitags in die Räume der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) am Nordring 18 in Bad Windsheim eingeladen. Das erste Treffen findet bereits am morgigen Freitag statt. Weitere Termine: 6./13./20. Dezember. Beginn ist jeweils ab 19 Uhr.
Der stattliche Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz in Bad Windsheim stammt in diesem Jahr aus Ulsenheim und wurde wieder von einer Privatperson gespendet. Schauer schätzt, dass er rund 15 Meter in die Höhe ragt. Ein kleinerer Weihnachtsbaum wurde zudem in einer Ecke des Klosterchores platziert. Dieser wiederum stammt aus dem Schussbachwald, dem eigenen Bad Windsheimer Gemeindewald. „Der ist wuchtig, gut ausgewählt“, sagt Schauer, als der Baum geliefert wird. Außerdem ist dafür gesorgt worden, dass der Rindenmulch, der um den Baum auf dem Marktplatz herum verteilt worden ist, innerhalb seiner Begrenzung verbleibt. Zu diesem Zweck ist eine Umrandung angefertigt worden.
Die von Birgit Grübler angedachte Aktion „Handwerk für Kinder“, die auf dem Klosterplatz hätte stattfinden sollen, wird es indes nicht geben. Der Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik (KKT) GmbH zufolge hätte das Angebot in Kooperation mit anderen Akteuren stattfinden sollen. Das hätte sich in diesem Jahr aber leider noch nicht umsetzen lassen. „Und allein kann die KKT das nicht stemmen“, sagte Grübler auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie will die Idee aber mit in die Zukunft nehmen und im kommenden Jahr erneut versuchen, den Klosterplatz zu bespielen.