Beinahe 45 Jahre hat Peter M. Szymanowski die Fränkische Landeszeitung entscheidend mitgeprägt. Am 5. Februar starb der ehemalige langjährige Chefredakteur, wie jetzt bekannt wurde, im Alter von 76 Jahren. Mit seinem Tod verabschiedet sich ein Journalist alter Schule und ein Mensch mit vielen Facetten.
Zur Welt kam Peter M. Szymanowski 1949 in Thüringen. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er in Rothenburg ob der Tauber, wohin die Familie übergesiedelt war. Was er als Rüstzeug für den Journalismus brauchte, erlernte er bei Tageszeitungen in Baden-Württemberg. „Von der Pike auf”, sagte er gern. Seinen Weg bei der FLZ begann er am 1. April 1972. Hier war er zunächst Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach.
Ein großes Anliegen war ihm, die Folgen von Bayerns kommunaler Gebietsreform für Westmittelfranken journalistisch darzustellen. Ab 1976 baute er denn auch das Ressort Landkreis Ansbach auf, für das er viele Jahre verantwortlich zeichnete.
Peter M. Szymanowski ist als ein Mensch bekannt, der gerne Verantwortung übernahm. 1983 war es, als man ihn in die damals dreiköpfige FLZ-Chefredaktion berief. Zuständig war er neben den Außenredaktionen für die Landkreis-Ressorts Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad-Windsheim.
Zum 1. Juli 2003 wurde Peter M. Szymanowski alleiniger Chefredakteur der Fränkischen Landeszeitung, und Ende 2016 schied er nach langem beruflichen Wirken aus. Wer ihn kannte, wusste, wie hoch er traditionelle Werte einstufte: zum Beispiel Disziplin, ein höfliches, zurückhaltend-souveränes Auftreten oder die Bereitschaft, Leistung zu bringen.
Leistung forderte er von den Menschen in seinem Verantwortungsbereich beharrlich ab – genauso wie Faktentreue und Objektivität. In diesem Sinne trug Peter M. Szymanowski maßgeblich dazu bei, dass die FLZ eine journalistische Qualitätsmarke ist: was in Zeiten populistischer und extremistischer Tendenzen in der Gesellschaft immer wichtiger wird.
Was und wie er dachte, brachte er zum Ausdruck, klar, konsequent, aber auch humorvoll, ausgleichend und, wenn ihn etwas anrührte, mitfühlend. Eine Eigenschaft sticht in der Rückschau besonders heraus. Er wusste, auf wen er sich verlassen und wem er etwas zutrauen konnte, und diese Menschen genossen sein Vertrauen.
Als Chefredakteur pflegte er eine eigene Liberalität. Wichtig war: Persönliche Meinungen, egal wo im demokratischen Spektrum, mussten gut begründet sein. Ein Interview mit Rainer Langhans, einer der Symbolfiguren der 68er-Bewegung, durfte gut und gerne als Aufmacher auf „seiner” Seite Landkreis Ansbach stehen. Peter M. Szymanowski quittierte es mit einem Schmunzeln.
Neben der Politik galt das Interesse des Bücher- und Theaterfreunds der Geschichte und der Kultur. Das Theater Ansbach zum Beispiel, das jetzt wieder in den Schlagzeilen ist, lag ihm am Herzen. In der Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss engagierte er sich von 1987 bis 2013 als Aufsichtsrat.
Der Öffentlichkeit weitgehend verborgen blieb das Bild des Privatmanns Peter M. Szymanowski. Im Ruhestand hielt er Kontakt zu Weggefährtinnen und Weggefährten sowie zu seinem Freundeskreis. Vor allem jedoch war er Familienmensch und hinterlässt die Familie seiner Tochter mit seinem Enkelkind – auf die er sehr stolz war.