Zukunft des Meadow-Festivals in Feuchtwangen: Veranstalter stellen Insolvenzantrag | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.09.2025 10:00

Zukunft des Meadow-Festivals in Feuchtwangen: Veranstalter stellen Insolvenzantrag

Beim diesjährigen Meadow-Festival am Stausee in Dorfgütingen waren die Emil Bulls der Hauptact am Samstag und lockten zahlreiche Fans vor die Bühne. (Foto: Diamond Event UG/Timo Ehlert)
Beim diesjährigen Meadow-Festival am Stausee in Dorfgütingen waren die Emil Bulls der Hauptact am Samstag und lockten zahlreiche Fans vor die Bühne. (Foto: Diamond Event UG/Timo Ehlert)
Beim diesjährigen Meadow-Festival am Stausee in Dorfgütingen waren die Emil Bulls der Hauptact am Samstag und lockten zahlreiche Fans vor die Bühne. (Foto: Diamond Event UG/Timo Ehlert)

Die Fortsetzung des Meadow-Festivals steht weiterhin auf der Kippe. Aufgeben wollen die beiden Veranstalter Benedikt Ambrosius und Timo Petrasch aber noch nicht. Auch wenn sie jetzt für ihre Diamond Event UG einen Insolvenzantrag stellen mussten. Sie hoffen immer noch auf die finanzielle Unterstützung der Stadt Feuchtwangen.

Ziel sei es, die Sanierung des Unternehmens anzustreben, betonte Ambrosius bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstagabend. „Wir haben Eigenverwaltung beantragt.” Nun gelte es, die Entscheidung des Gerichts abzuwarten.

Bereits viele Tickets für 2026 verkauft

Konkret gehe es um inzwischen 75.000 Euro, um ihre Schulden bezahlen und die Bands für das Meadow-Festival im Jahr 2026 am Stausee in Dorfgütingen anzahlen zu können, erklärte Ambrosius. Er wies darauf hin, dass es ihnen bereits gelungen sei, den Schuldenstand zu halbieren.

„Wir könnten den leichten Weg gehen und das Insolvenzverfahren durchlaufen. Aber wir sitzen immer noch hier”, betonte Ambrosius. Denn sie wollen eine Lösung finden, weil sie an das Potenzial des Festivals glauben, das von Anfang als ein Projekt „von Feuchtwangen für Feuchtwangen” gedacht war. Ambrosius und Petrasch untermauerten das mit Zahlen: Bevor sie den Ticketverkauf aufgrund des Insolvenzantrags gestoppt haben, wurden bereits über 350 Tickets veräußert – obwohl noch keine einzige Band veröffentlicht ist. Von den 100 Caravanplätzen auf dem Gelände sind 80 gebucht.

Bands warten auf Anzahlungen

Das Line-up stehe zu 80 Prozent, hieß es. Verträge mit Bands seien vor dem Insolvenzantrag abgeschlossen worden und damit gültig. Aber ohne Anzahlung dürften sie keine Band veröffentlichen.

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Ambrosius und Petrasch hatten die Stadt nach eigener Aussage kurz nach dem Festival über ihre finanzielle Situation informiert und, dass es ohne Unterstützung nicht gehen werde. Im August waren sie dann persönlich im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Haupt- und Personalausschusses anwesend. Eine Woche später beriet der Stadtrat – ebenfalls nichtöffentlich – über die Finanzierungslücke der Diamond Event UG.

Stadt fordert belastbare Zahlen und Investor

In der Informationsveranstaltung am Dienstagabend führte Bürgermeister Patrick Ruh aus, dass, bevor die Kommune über einen weiteren Zuschuss entscheidet, nach Beschluss des Stadtrats zwei Voraussetzungen erfüllt sein müssen: belastbare, von einem Steuerberater berechnete Zahlen, sowie ein Investor, der einsteigt. Erst dann könne die Thematik wieder im Gremium behandelt werden. Ob dies öffentlich, wie von Ambrosius und Petrasch gewünscht, erfolgen könne, müsse geprüft werden, erklärte Ruh auf FLZ-Nachfrage.

Er finde es „nicht fair”, die ganze Verantwortung der Stadt zuzuschieben und, dass diese alleinig als Retterin gesehen werde, machte der Bürgermeister deutlich. Er erinnerte daran, dass seitens der Kommune für die erste Auflage des Festivals 2024 im Vorfeld 20.000 Euro geflossen seien, weitere 25.000 Euro – ebenfalls im Vorgriff – für das diesjährige Meadow und bereits im Februar weitere 20.000 Euro für 2026. Zusammen mit umfangreichen Leistungen von Bauhof und Stadtwerken kommen man insgesamt auf rund 80.000 Euro.

Ruh teilte in diesem Zusammenhang mit, dass er sich bei den Stadtverwaltungen in Dinkelsbühl und Rothenburg erkundigt habe. Er habe erfahren, dass Rothenburg das Taubertal-Festival in den 1990er Jahren mit einer Starthilfe von 6000 D-Mark unterstützt habe. Dinkelsbühl habe für Summer Breeze dem Vernehmen nach das Gelände zur Verfügung gestellt, jedoch keine finanziellen Mittel.

„Tag und Nacht” um Lösung bemüht

Die Forderung nach einem Steuerberater stieß bei Ambrosius und Petrasch erneut auf Unverständnis. Sie hätten bereits vor den Sitzungen im August ihre Zahlen vorgelegt, hoben sie hervor. Ein kontaktierter Wirtschaftsprüfer hätte ebenfalls nicht gewusst, was er anders machen solle. Auf die Frage, ob die Unterlagen an die Gremiumsmitglieder weitergeleitet wurden, erklärte Ruh, dass die Verwaltung „garantiert” alle notwendigen Informationen in den Sitzungsvorlagen zusammengefasst habe.

In der derzeitigen Situation sei es „ultraschwer”, einen Investor zu finden, sagte Petrasch. Sie würden sich aber „Tag und Nacht” darum bemühen. Ambrosius äußerte noch einmal seine Enttäuschung: Er habe den Eindruck gehabt, dass der Stadtrat hinter dem Festival stehe und das ehrenamtliche Organisationsteam nicht hängen lasse, wenn es hart auf hart komme. In Bezug auf einen Investor wäre es am besten, einen zu finden, der mit einem sechsstelligen Betrag einsteigt, meinte Ambrosius. Dann wären sie unabhängig von der Stadt. Ob seitens der Kommune ein weiterer Zuschuss fließt, sei schließlich nicht sicher.

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