Abgeschlossene und laufende Projekte, Ausflüge sowie das künftige neue Domizil der LAG Aischgrund im Diespecker Begegnungshaus waren Themen in der LAG-Vorstandssitzung im Neustädter Rathaus. Angesprochen wurde ferner der „begehbare Bienenkorb” als Beitrag für die Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim
Die Geschäftsführerin der LAG-Aischgrund, Anne Billenstein, wies darauf hin, dass in die neuen LAG-Räume im Begegnungshaus die Bestandsmöbel, die man bisher in Neustadt nutzte, mitgenommen werden sollen. Froh ist man, bald wieder über einen Festnetzanschluss zu verfügen. Dies begrüßte auch LAG-Vorsitzender Klaus Meier. Die Miete werde in Diespeck etwas höher ausfallen, als in Neustadt, merkte Billenstein an. Dafür sind aber Festnetz, Internet und auch noch einige weitere Möbel im Preis inbegriffen. Derzeit wird schon das im Neustädter Rathauskeller gelagerte Material nach Diespeck gefahren, so Billenstein und bedankte sich für die Unterstützung durch den Diespecker Bauhof.
Die Werbetrommel rührte anschließend Waltraud Enkert für eine LAG-Fahrt. Ihr und Andrea Pinsenschaum aus dem LAG-Team dankten Anne Billenstein und Klaus Meier für die tolle Zusammenarbeit. Am 9. Mai führt eine Busfahrt in den oberen Aischgrund. Angesteuert werden das Streuobsterlebniszentrum in Burgbernheim, der Schafsee, der als Ursprung der Rezat genannt wurde. Halt gemacht wird ferner an der Baustelle für das Gemeinschaftshaus in Illesheim, sagte Enkert. Als weitere Stationen wurden die Aischquelle bei Schwebheim, das Bürgerzentrum in Steinach, der Ötzi in Gallmersgarten und der Glockenturm in Bergtshofen genannt.
Auf ein anderes Thema, die von 2014 bis 2022 in die Region geflossenen Fördermittel, ging danach Anne Billenstein ein. Bei zuwendungsfähigen Ausgaben von 9,13 Millionen Euro gab es 3,43 Millionen Euro an Fördergeldern. Viele Projekte wären ohne die Leaderförderung nicht möglich gewesen, hob sie hervor. In dieser Förderperiode wurden etwa das Klimawaldprojekt und der Jugendtrainingspark in Bad Windsheim und das Streubostkompetenzzentrum in Burgbernheim mittels Förderspritzen bedacht.
Kritisch wurde aus den Reihen der Anwesenden angemerkt, dass etwa im Falle des Streuobstzentrums oder bei der Ausstattung des Veranstaltungsbereichs im evangelischen Gemeindezentrum in Bad Windsheim eine stattliche Summe weniger ausgezahlt wurde als errechnet. „Das ist schon heftig”, merkte stellvertretender LAG-Vorsitzender Hans Herold an. Da sei viel Geld verloren gegangen. Dies wollte er aber nicht als Kritik an den hiesigen Verantwortlichen und Mitarbeitenden der LAG-Aischgrund verstanden wissen, unterstrich er, sondern vielmehr an den zuständigen Stellen auf EU-Ebene in Brüssel und der ausufernden Bürokratie.
Die fehlenden Fördermittel müssten die Kommunen oder Träger nun ausgleichen. Eventuell könnte man nachhaken, woran es gehapert hat, und nachbessern. „So will ich das auf jeden Fall nicht akzeptieren.” Billenstein merkte erklärend an, dass sie erfahren habe, dass das Leaderprogramm stark überzeichnet war und mehr Projekte bewilligt wurden, als EU-Gelder zur Verfügung standen.
Für die Förderperiode 2023 bis 2027 wurden 13 Projekte eingestellt, wovon drei bereits umgesetzt wurden, wie etwa der inklusive Spielplatz „Spielspaß für alle” an der Neustädter Stadtmauer. Zu den bewilligten Maßnahmen gehören unter anderem das inklusive Café im Bad Windsheimer Bahnhofsgebäude, der Turm der Regionen für die Gartenschau, das Begegnungshaus in Diespeck und die Coworking Spaces in Höchstadt.
Im Projektsauswahlverfahren sind drei Maßnahmen. Da gibt es etwa den nicht mehr benutzten Trafoturm in der Gemeinde Adelsdorf. Er soll als Denkmal erhalten und künstlerisch gestaltet werden. Er sei, so Billenstein, ein wahrer Hingucker und eine regional-geschichtliche Besonderheit. Angebracht werden sollen ferner Nistkästen. Die voraussichtlichen förderfähigen Kosten liegen bei rund 21.000 Euro. Der Leaderzuschuss wurde auf zirka 12.700 Euro beziffert.
Als zweites Projekt wurde der in den 1990er Jahren angelegte Apothekergarten im Neustädter Schlosshof genannt. Er soll umgestaltet werden und dann Kräutergarten heißen (Siehe dazu den Stadtratsbericht). Die voraussichtlichen förderfähigen Kosten belaufen sich auf rund 42.400 Euro, der Leaderzuschuss wurde mit rund 25.460 Euro vermerkt,
Als drittes Projekt wurden in Kooperation mit der Wanderregion Steigerwald neue Wegweiser und Wandertafeln aufgelistet. Die gelben Markierungszeichen, auf denen der erste Buchstabe der Kommune und eine Nummer für den Wanderweg vermerkt sind, wurden bereits realisiert. Insgesamt 25 Tafeln soll es nun für die LAG-Aischgrund-Kommunen geben.
Eingegangen wurde noch auf ein Projekt im Bereich des Bürgerengagements. Dabei handelte es sich um den „begehbaren Bienenkorb” für die Gartenschau 2027 in Bad Windsheim. Erstellen möchte ihn der örtliche Imkerverein. Geplant sind ferner Pflanzbeete und ein Info-Pavillon in Wabenform. Beim Bienenhorb, der rund 4.80 Meter hoch werden soll, will der Verein den Aufbau in Eigenleistung tätigen. Für das Material fallen rund 4500 Euro brutto an. Die Unterstützungsanfrage des Vereins beläuft sich auf 3000 Euro. Den Rest will der Verein aus Eigenmitteln stemmen. Der Bienenkorb soll auch nach der Landesgartenschau noch einige Jahre stehenbleiben. Auch dafür gab es wie für die drei anderen Projekte grünes Licht.