Zu viele Tauben in Ansbach: Reichen die bisherigen Maßnahmen nicht? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.02.2026 16:30

Zu viele Tauben in Ansbach: Reichen die bisherigen Maßnahmen nicht?

Die Verwaltung und weite Teile des Umwelt- und Verkehrsausschusses sind sich einig: War die Population der Stadttauben in Ansbach in der Vergangenheit ein ziemliches Problem, hat sich die Situation mittlerweile spürbar verbessert. (Foto: Jim Albright)
Die Verwaltung und weite Teile des Umwelt- und Verkehrsausschusses sind sich einig: War die Population der Stadttauben in Ansbach in der Vergangenheit ein ziemliches Problem, hat sich die Situation mittlerweile spürbar verbessert. (Foto: Jim Albright)
Die Verwaltung und weite Teile des Umwelt- und Verkehrsausschusses sind sich einig: War die Population der Stadttauben in Ansbach in der Vergangenheit ein ziemliches Problem, hat sich die Situation mittlerweile spürbar verbessert. (Foto: Jim Albright)

Unternimmt die Stadt Ansbach genug, um die Population von Tauben auf einem verträglichen Niveau zu halten? Die ÖDP sagt nein und fordert Verbesserungen. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss zeigte sich die Verwaltung grundsätzlich offen, erwähnte das bisher Erreichte und machte auf Probleme aufmerksam.

In ihrem Antrag forderte die ÖDP-Fraktion ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement. Dieses will sie durch den Bau weiterer Taubenschläge oder -türme sowie über die Versorgung mit artgerechtem Futter erreichen. Seit das Taubenfütterungsverbot aus dem Juli 2024 in Kraft getreten sei, habe sich in Bezug auf das Taubenproblem in Ansbach nichts verändert, begründet die ÖDP.

Augsburger Modell kommt zum Einsatz

In Städten, in denen das Augsburger Stadttaubenkonzept umgesetzt wird, ist laut der ÖDP eine sichtbare Verbesserung zum Wohle von Mensch und Tier eingetreten. Was die ÖDP meint: Nach dem Augsburger Konzept wird die Population von Tauben durch die gezielte Entnahme von Eiern kontrolliert. Durch eine gezielte und artgerechte Fütterung könnten derweil Infektionskrankheiten und Verletzungen verhindert werden.

„Beides entsteht durch Mangelernährung und Abfallverpackungen”, machte Martin Berberich in der Sitzung deutlich. Aktuell sind nach seinen Worten 85 Tauben an einem Standort in Ansbach gezählt worden. „Das Thema ist also aktuell.” Laut Berberich ist ein „kontrolliertes Management kostengünstiger und nachhaltiger als das Managen eines großen Problems”.

Tatsächlich wird in Ansbach das Augsburger Modell bereits umgesetzt, wie Carmen Mariano betonte. Sie ist im Sachgebiet Sicherheit und Ordnung unter anderem für das Taubenmanagement zuständig. Seit Februar 2014 verfügt die Stadt über ein kommunales Taubenhaus im Rathaus/Schrammhaus-Areal.

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271 Eier wurden im Jahr 2015 entnommen

Ein Taubenbeauftragter kümmert sich hier um die Tiere, füttert sie und entnimmt auch regelmäßig Eier und ersetzt diese durch Gipsattrappen. Laut den Angaben der Stadt halten sich nach den aktuellen Zahlen ungefähr 40 Tiere in dem Taubenhaus auf. Im vergangenen Jahr seien 271 Eier entnommen worden. Zudem sind der Beauftragte und Mariano auch Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger und werden auch beratend bei entsprechenden Problemen tätig.

Tatsächlich zeigte sich die Verwaltung durchaus offen dafür, ein weiteres Taubenhaus im Stadtgebiet zu installieren. Laut Mariano hat es auch schon einmal einen solchen Versuch gegeben, der aber aus Kostengründen gescheitert ist. 5000 bis 7000 Euro würde das in etwa kosten. „Wir sind durchaus bereit, ein zweites Taubenhaus einzurichten”, machte auch Rechtsreferent Udo Kleinlein deutlich. „Da brauchen wir halt das Geld dafür. Das wäre ein Thema für den nächsten Haushalt.”

Neben dem Geld ist auch das Personal ein Problem. Es braucht für die Betreuung Menschen, die etwas von Tauben verstehen, wie Mariano darlegte. Leute mit Fachkenntnis zu finden, sei in den vergangenen Jahren nicht gelungen, so Mariano. „Ich habe ein Riesenproblem, wenn unser Taubenbeauftragter irgendwann mal sagt, er macht das nicht mehr.”

PV-Anlagen als Problem

Zusätzliche Taubenhausstandorte können ihr zufolge aber auch zu einem Problem führen. Je mehr Fütterung angeboten wird, desto mehr Tiere bleiben da. Je mehr Tiere vor Ort sind, desto mehr Gelege gibt es und umso mehr Tauben werden es. Eine Taube könne dreimal pro Jahr brüten, erklärte Mariano.

Ein weiteres Problem mit Blick auf die Population der Vögel sind laut Mariano Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Sind diese nicht gesichert, können die Tauben unter ihnen nisten – und das in den meisten Fällen fast ungehindert, weil kein Räuber an das Nest gelangt.

Ganz so kritisch wie die ÖDP sehen andere Stadträtinnen und Stadträte die Taubensituation in Ansbach derweil nicht. „Die Situation in der Altstadt hat sich im Vergleich zur Vergangenheit wirklich verbessert”, sagte Boris-André Meyer (Offene Linke Ansbach). „Da hatten wir wirklich ein Problem.” Mit Blick auf die PV-Anlagen-Problematik schlug er vor, bei der Genehmigung solcher Anlagen in Zukunft eine Vergitterung einzufordern.

Ein Thema für die Haushaltsberatungen

Auch Hannes Hüttinger (BAP) hat den Eindruck, „dass sich das Problem in den vergangenen Jahren durch das Taubenhaus sehr verbessert hat”. Er warnte davor, zu viel zu machen. „Das kann auch kontraproduktiv sein. Das kostet viel Geld und bringt vielleicht doch nicht das, was man sich erhofft.”

Die ÖDP zog ihren Antrag letztlich zurück, weil der Finanzierungsvorschlag fehlte und das Gremium durchblicken ließ, deshalb nicht zustimmen zu können. Gleichwohl will die Fraktion den Antrag bei den Beratungen für den Haushalt 2027 erneut stellen.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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