Das Happy End blieb aus. Der SV Petersaurach ist beim Finalwettkampf der Luftgewehr-Bundesliga im Viertelfinale ausgeschieden. Dabei machten sich die fünf Schützen um Trainer Günther Reizammer schon in ihren ersten Serien das Leben selbst schwer.
Die Ausgangssituation war wie aus einem Drehbuch. Für die Mannschaft war das Finale der besten acht Bundesligisten der letzte Wettkampf für den SV Petersaurach, dessen Bundesliga-Lizenz nun an den VfL Veitsbronn übergeht. Und es war der letzte Auftritt von Reizammer nach über 25 Jahren als Trainer. Würde ausgerechnet unter diesen Umständen der große Wurf gelingen?
Dass durch diese Ausgangslage zu viel Druck entstand, „das glaube ich überhaupt nicht“, betonte Reizammer. Er hatte eher die Atmosphäre in der Halle in Rotenburg an der Fulda im Blick. Vor über 1000, sehr lauten Zuschauern werde eher selten geschossen. „Da muss jeder selbst für sich Ruhe reinbringen“, weiß der Coach. Das klappte beim Gegner ganz offenbar besser.
Der Gegenüber im Viertelfinale hieß SB Freiheit, ein Schützenverein aus Osterode im Harz. Die Niedersachsen hatten die Bundesliga-Nordgruppe auf Rang 2 abgeschlossen, Petersaurach war Dritter im Süden.
Bei den fünf Duellen sah Reizammer an Position 1 den SB im Vorteil, erzählte er hinterher. Seinen Schützling Theresa Schnell machte er als Favoritin im 3. Duell mit Jolyn Beer aus, die immerhin fünf WM-Goldmedaillen in der Vitrine liegen hat.
Der SVP-Coach sollte damit richtig liegen. Das Problem war jedoch, dass die drei aus einer Sicht völlig offenen Duelle alle an Freiheit gingen.
Besonders ärgerlich: Vier der fünf Petersauracher kamen in der ersten Zehner-Serie nur auf 97 Ringe. Die Schweizerin Barbara Schläpfer (Position 1), Vanessa Gleißner (2) und Justus Ott (4) liefen damit von Beginn an Rückstanden hinterher. Diese aufzuholen, gelang nicht mehr. Reizammer: „Wenn bei den Schützen die Sicherheit kommt, dann wird es da eben schwer.“
Da an Position 5 die schnelle Verena Schmid – sie hatte als erste ihre 40 Schuss durch – nach einer 97 auch in der zweiten Serie nur eine 98 erzielte, musste sie auf Fehler ihre Gegnerin hoffen. Die kamen nicht und so blieb dem SVP nur der Ehrenpunkt von Theresa Schnell.
Mit 1974 Ringen blieb das Petersauracher Mannschaftsergebnis etwas unter dem Durchschnitt der Vorrunde. „Das Ergebnis war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten“, so Reizammer, der aber ergänzt: „Die Tür war offen.“ Denn auch das Freiheit-Quintett (1980 Ringe) zeigte bei den ersten paar Schuss Anpassungsprobleme, fand aber deutlich schneller den nötigen Rhythmus.
Enttäuschung war bei Reizammer trotzdem nicht herauszuhören: „Es war ein toller Erfolg, überhaupt hierher zu kommen. Das darf man nicht kleinreden. Wir hatten eine tolle Saison. Und ich persönlich hatte mit den Sportlern zusammen tolle, tolle Jahre in Petersaurach.“
Immerhin können sich die Mittelfranken trösten. Nicht nur schieden auch die drei anderen Teams aus der Südgruppe schon im Viertelfinale aus, der SB Freiheit erreichte sogar das Finale und wurde Vizemeister.
SV Petersaurach – SB Freiheit 1:4
Barbara Schläpfer – Jeanette Hegg-Duestad 395:399
Vanessa Gleißner – Hannah Steffen 395:397
Theresa Schnell – Jolyn Beer 397:391
Justus Ott – Melanie Rosenthal 394:397
Verena Schmid – Michaela Müller-Thöle 393:396
Ergebnisse Bundesliga-Finale Luftgewehr
Viertelfinale:
Pfeil Vöhringen – SV Wieckenberg 2:3, SV Petersaurach – SB Freiheit 1:4, SSG Dynamith Fürth – SSG Kevelaer 2:3, SSV Kronau – Hubertus Elsen 2:3
Halbfinale:
Wieckenberg – Freiheit 2:3, Kevelaer – Elsen 1:4
Um Platz 3:
Wieckenberg – Kevelaer 3:1
Finale:
Freiheit – Elsen 0:3