Gute Nachrichten für Badegäste: Trotz des unvorhergesehenen Ausfalls des einzigen Vollzeit-Bademeisters gelten die regulären Öffnungszeiten des Hallenbads bis zum Beginn der Sommerpause als gesichert.
Möglich ist dies durch den Einsatz von derzeit sechs Mitgliedern des DLRG-Ortsverbands, die sich bereiterklärt haben, ehrenamtlich Badeaufsicht zu machen. Insgesamt kämen dadurch 120 Stunden unentgeltliche Arbeit zusammen, informierte der zweite Vorsitzende, Christoph Ehemann.
Um die Dienste übernehmen zu dürfen, bedarf es eines silbernen Rettungsschwimmabzeichens sowie eines gültigen Erste-Hilfe-Ausweises. Dann kann der Badebetrieb auch stattfinden, wenn keine Fachkraft für Bäderbetriebe, landläufig Bademeister genannt, dauerhaft im Haus ist. Diese muss nur in einem festgelegten Intervall zur Prüfung der Wasserqualität und der technischen Abläufe nach dem Rechten sehen.
Ehemann ist Mitglied des Marktgemeinderats und nahm die jüngste Sitzung zum Anlass, sich ausdrücklich zu bedanken – bei seinen Kameradinnen und Kameraden, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen, aber auch bei der Gemeindeverwaltung. „Gemeinsam haben wir schnell und unbürokratisch eine Lösung gefunden.“ Das sei nicht selbstverständlich und verdiene besondere Beachtung. „Wir bekommen von den Badegästen viel positives Feedback, und auch unsere Zwischenbilanz fällt sehr positiv aus.“ Das Kompliment gab Bürgermeister Rainer Erdel gern zurück. „Ganz famos“ fand er den ehrenamtlichen Einsatz und die Zusammenarbeit.
Dem konnte der erste Vorsitzende des Ortsverbands, Tobias Krämer, sich ausdrücklich anschließen. Im Gespräch mit der FLZ wies er außerdem darauf hin, dass der Dank ebenso oder vielleicht sogar noch mehr den angestellten Mitarbeitenden gelte, die das Bad am Laufen hielten. Bei der Gemeinde sind ein Vollzeit-Bademeister, eine Teilzeit-Bademeisterin und zwei Rettungsschwimmer angestellt. „Die Teilzeit-Bademeisterin muss die technische Kontrolle im Bad derzeit komplett allein bewältigen, da dies nur eine Fachkraft machen kann – eine erhebliche Mehrbelastung.“ Ohne sie müsse man schließen. Außerdem habe sie die Einarbeitung der neuen Kolleginnen und Kollegen sowie die Neuorganisation der Abläufe übernommen. „Darüber hinaus kümmern sich alle Mitarbeitenden zurzeit um zusätzliche Aufgaben.“
Wenn die Vollzeitkraft ausfällt – so wie bereits im Frühjahr 2024 – führt dies jedes Mal zumindest kurzzeitig zu unregelmäßigen Öffnungszeiten. Diesmal war während der Pfingstferien eine ganze Woche lang außerplanmäßig zu, als die Fachkraft in Teilzeit ihren seit langem genehmigten und wohlverdienten Urlaub antrat. Nicht tangiert war davon die Ausbildung durch Schulen, die DLRG, die Wasserwacht oder Schwimmschulen. Der öffentliche Badebetrieb blieb allerdings vorübergehend auf der Strecke.
Die personelle Ausstattung des Hallenbads sei aber absolut angemessen und bedürfe keiner Aufstockung, betonte Ehemann. „Personal ist immer ein Kostenfaktor, und es ist kein Geheimnis, dass das Bad jedes Jahr ein hohes Defizit erwirtschaftet.“ Auch Vorsitzender Tobias Krämer hat seit Pfingsten eine Vielzahl an Diensten übernommen. „Als DLRG sehen wir das als unsere Aufgabe an. Schließlich ist es uns ein besonderes Anliegen, der Öffentlichkeit und vor allem den Familien mit Kindern die Möglichkeit zu geben, zu schwimmen oder schwimmen zu lernen.“
Wie Christoph Ehemann ergänzte, betrachtet man sich als Partner der Politik und der Verwaltung, man arbeite lösungsorientiert zusammen. „Wir sind als Verein für die Gemeinschaft in der Gemeinde da und sehen das nicht so, dass wir jemandem damit einen besonderen Gefallen erweisen.“ Die Badeaufsicht zähle zum offiziellen Vereinszweck. „In einer Notsituation haben wir jetzt einmal erprobt, ob und wie wir Ausfälle auffangen können.“
Das Hallenbad Dietenhofen schließt während der Sommerferien planmäßig ab dem 1. August.