Zeitreise in Lichtenaus Vergangenheit | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.06.2023 07:35

Zeitreise in Lichtenaus Vergangenheit

Einen reizvollen Ausschnitt der Festung haben die Fotofreunde ebenfalls in ihrem Bildband festgehalten. (Foto: Fotofreunde Lichtenau)
Einen reizvollen Ausschnitt der Festung haben die Fotofreunde ebenfalls in ihrem Bildband festgehalten. (Foto: Fotofreunde Lichtenau)
Einen reizvollen Ausschnitt der Festung haben die Fotofreunde ebenfalls in ihrem Bildband festgehalten. (Foto: Fotofreunde Lichtenau)

Eine Zeitreise durch die Marktgemeinde wagen die Fotofreunde Lichtenau in ihrer neuen Ausstellung. „Lichtenau früher“ ist die Schau mit Postkarten, Fotos und Zeichnungen betitelt. Zur Vernissage wird für Samstag, 1. Juli, um 14 Uhr in die Alte Turnhalle geladen.

Anlass für die fotografische Zeitreise war das Schnapszahl-Jubiläum „777 Jahre Ersterwähnung von Lichtenau“, berichtet Vorsitzender Reinhold Grauf. Das Jubiläum wird in der Marktgemeinde ansonsten nicht groß gefeiert – an der Idee mit der Fotoschau hielt der Verein aber fest.

„Die Ausstellung beginnt mit der ältesten Federzeichnung von Lichtenau aus dem Jahr 1551“, erzählt Grauf. „Sie zeigt noch die alte Vorgängerfestung, die ein Jahr später so ein komischer Ansbacher Markgraf plattgemacht hat.“ Er lacht. Für die Fotoschau wurden 120 Bilder ausgewählt. Besonders originell: Ein Gespann mit zwei Kühen, das 1941 durchs Hochwasser fährt. „Man kann sich hineinfühlen in das Leben von damals“, schwärmt der Vorsitzende. Sein Vereinskollege Uwe Reißmann freut sich: „Die Qualität der Fotos ist hervorragend für diese Zeit.“

Eine andere Aufnahme zeigt die alte Abfüllanlage der Hauff-Bräu am Marktplatz. Mittlerweile ist die Brauerei Geschichte. Präsentiert werden auch einige Postkarten. Eine stammt aus dem Jahr 1897. Darauf abgebildet ist der Radfahrer-Verein: Männer mit Schiebermützen und Vehikeln aus längst vergangenen Tagen. „Die Fotoausstellung zieht sich quer durch die Geschichte“, erläutert Grauf.

Entwicklung im Laufe der Jahrzehnte

Aus der jüngeren Zeit stammt zum Beispiel eine Aufnahme vom Abriss des Schilling-Hauses auf dem heutigen, neu gestalteten Martin-Luther-Platz. Das Projekt fiel noch in Uwe Reißmanns Amtszeit als Bürgermeister der Marktgemeinde. Auch als Einheimischer müsse man „bei manchen Bildern genau überlegen: Mensch, wo ist das?“, stellt Reißmann fest.

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Manche Häuser wurden renoviert, andere abgerissen und neu gebaut. „Diese historischen Bilder machen bewusst, wie sich ein Ort im Laufe der Jahrzehnte entwickelt. Genau das find’ ich so spannend – sowohl für die Einheimischen als auch für Besucher von außerhalb.“

Bei der Vernissage wird auch ein neuer Bildband der Fotofreunde vorgestellt. Darin sind neben dem Kernort sämtliche Ortsteile und einige Landschaften abgebildet. „Wir haben versucht, Motive einzufangen, die zeitlos sind“, erläutert Reißmann. Das heißt: keine Personen oder Fahrzeuge. Entstanden sind die Fotos in den vergangenen vier Jahren, oft aus ungewöhnlichem Blickwinkel.

Der Verein hat sich entschlossen, einzelne Fotografen weder bei der Ausstellung noch im Bildband namentlich zu nennen. Zum einen sind die Urheber der historischen Aufnahmen teils unbekannt. Zum anderen wollen die Fotofreunde so dokumentieren, dass sie ihre Arbeit als Gemeinschaftswerk ansehen.

Die Vernissage findet am Samstag, 1. Juli, um 14 Uhr in der Alten Turnhalle statt. Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 16. Juli. Geöffnet ist jeweils samstags von 13 bis 18 Uhr, sonntags zwischen 10.30 Uhr und 18 Uhr sowie werktags von 14 bis 18 Uhr.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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