Zeichen gegen Krieg: Gedenktafel für verstorbene Soldaten in Schillingsfürst | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.09.2025 07:00

Zeichen gegen Krieg: Gedenktafel für verstorbene Soldaten in Schillingsfürst

Bürgermeister Michael Trzybinski (Mitte) enthüllte die Gedenktafel, begleitet von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (rechts) und Pfarrer Hans-Peter Kunert. (Foto: MARGIT SCHWANDT)
Bürgermeister Michael Trzybinski (Mitte) enthüllte die Gedenktafel, begleitet von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (rechts) und Pfarrer Hans-Peter Kunert. (Foto: MARGIT SCHWANDT)
Bürgermeister Michael Trzybinski (Mitte) enthüllte die Gedenktafel, begleitet von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (rechts) und Pfarrer Hans-Peter Kunert. (Foto: MARGIT SCHWANDT)

An einer Eiche im Grasbühl zwischen Schillingsfürst und Neuweiler wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 21. April 1945, der 21-jährige Soldat Anton Migdoll tot aufgefunden. Jetzt wurde eine Gedenktafel an dem Baum angebracht.

Migdoll stammte aus Kattowitz in Oberschlesien und war Angehöriger der Panzerjäger-Abteilung 212. Verstorben ist er an einem Brustschuss. „Dort, am Rande einer wunderschönen grünen Waldwiese, ist der Ort, an dem Anton Migdoll aufhörte zu leben, allein und fernab von zu Hause. Ohne jemanden, der seine Hand beim Sterben hielt oder ihn ein letztes Mal streichelte. Einfach nur so – für sein Vaterland“, sagte der Schillingsfürster Bürgermeister Michael Trzybinski.

Andreas Hemer hat Geschichte recherchiert

Andreas Hemer aus Gammesfeld hat die Geschichte von in Schillingsfürst am Hauptverbandsplatz verstorbenen zwölf Soldaten recherchiert und sich mit Pfarrer Hans-Peter Kunert in Verbindung gesetzt. In einem Gottesdienst im April hatte man daraufhin der verstorbenen Soldaten gedacht. Trzybinski und Kunert wollten ein weiteres Zeichen setzten. Sie entwickelten die Idee, eine Gedenktafel an dem Baum anzubringen, an dem Anton Migdoll verstarb.

Sein Großvater habe ihn einst zu der Eiche geführt, so Trzybinski, und ihm die Geschichte vom verstorbenen Soldaten erzählt. Der bisher unbekannte Soldat habe jetzt einen Namen bekommen, und damit auch ein Stück seiner menschlichen Würde.

Erinnerung und Mahnung

Der russische Machthaber Putin habe den 80. Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit einer großen Militärparade begangen, Panzer rollen, Raketen auffahren und Soldaten marschieren lassen. In Schillingsfürst wolle man bewusst einen anderen Akzent zur Erinnerung für Frieden und Freiheit setzten, so Kunert. Der Baum mit der Tafel solle Erinnerung und Mahnung zugleich sein.

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Der Wald, auf dem der Baum steht, gehört der Stadt Rothenburg. Deren Oberbürgermeister Dr. Markus Naser versicherte, dass der Baum nicht gefällt werde. Unser aller Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederhole, sagte Naser. Mit einem Wegweiser werde man auf die Tafel aufmerksam machen, so das Rothenburger Stadtoberhaupt.

Auf der Tafel stehen die Namen, der Herkunftsort und das Alter der zwölf verstorbenen Soldaten. Auch das Sterbebild von Johann Huber, dem „lb. einzigen, unvergeßl. Sohn und Bruder“, einem Bauernsohn und Grenadier aus Tegernau bei Mühldorf, ist abgebildet. Das Sterbebild konnte Andreas Hemer ausfindig machen. Auch ist ein QR-Code angebracht, hinter dem sich weitere Informationen zu den Geschehnissen in den letzten Kriegstagen verbergen.

Musik und Gedanken zum Frieden

Der Singkreis und die Schola aus Schillingsfürst umrahmten die Gedenkfeier gemeinsam mit Ulrich Schwandt und den Bläsern Jürgen Strauß, Hermann Riedel und Thomas Gab. Sie hatten Lieder der Hoffnung und des Friedens ausgewählt, darunter der Hoffnungs-Hymnus zum Heiligen Jahr 2025. Dieter Gottschling trug Gedanken von Bischof Felix Genn zum Frieden vor:

Die Gedenktafel endet mit Worten von Papst Johannes Paul II.: „Krieg bedeutet immer eine Niederlage für die Menschheit.“ Unterzeichner der Tafel sind Pfarrer Hans-Peter Kunert, Schillingsfürsts Bürgermeister Michael Trzybinski und der Rothenburger Oberbürgermeister Dr. Markus Naser.


Von MARGIT SCHWANDT
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