Workshop in Ansbach: Umgang mit Rassismus und rechtextremen Äußerungen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.03.2026 14:20

Workshop in Ansbach: Umgang mit Rassismus und rechtextremen Äußerungen

Carina Lang, Bildungsreferentin bei der KEB Bamberg, gab den Workshop-Teilnehmenden Tipps, wie sie auf Alltagsrassismus reagieren können.  (Foto: Philipp Warausch)
Carina Lang, Bildungsreferentin bei der KEB Bamberg, gab den Workshop-Teilnehmenden Tipps, wie sie auf Alltagsrassismus reagieren können. (Foto: Philipp Warausch)
Carina Lang, Bildungsreferentin bei der KEB Bamberg, gab den Workshop-Teilnehmenden Tipps, wie sie auf Alltagsrassismus reagieren können. (Foto: Philipp Warausch)

Wie geht man mit rassistischen oder rechtsextremen Kommentaren um? Auch um diese Frage ging es bei einem Workshop, der im Zuge der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Ansbach im katholischen Pfarrzentrum St. Ludwig stattfand.

Knapp 20 Interessierte nahmen an dem Workshop mit demTitel „Gespräche wagen – Haltung zeigen” teil. Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis 29. März laufen, hatten die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) MittenInFranken, die Fachstelle für katholische Kinder- und Jugendarbeit im Dekanat Ansbach und der Integrationsbeirat der Stadt Ansbach zur Veranstaltung geladen.

Iryna Savchenko, Integrationsbeauftragte der Stadt Ansbach, machte auf die Aktualität des Themas aufmerksam. Rassismus und Diskriminierung seien ein „brennendes Thema”, bei dem man nicht wegschauen dürfe, sondern etwas machen müsse.

Menschenfeindliche Kommentare nicht unkommentiert lassen

Carina Lang von der KEB Bamberg, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Laura Troiano durch den Workshop führte, erklärte ihr Ziel: den Menschen zu zeigen, warum es wichtig ist, menschenfeindliche Kommentare nicht unkommentiert zu lassen. Aber auch wie und was man am besten sagen kann, sollte vermittelt werden.

Damit sie eigene Erfahrungen teilen konnten, bekamen die Anwesenden selbst das Wort. Frauen, die sich im Verein „Omas gegen Rechts” für Toleranz und gegen Rechtsextremismus einsetzen, ergriffen das Wort. Die Initiative hatte im Februar dazu aufgerufen, eine Menschenkette rund um das Ansbacher Stadthaus zu bilden, um so das Gebäude symbolisch vor „Feinden der Demokratie” zu schützen. Beim Workshop berichteten die „Omas gegen Rechts”, dass sie bei der Veranstaltung im Februar von Schaulustigen aus dem rechten Spektrum gefilmt und fotografiert worden seien. Dieses Verhalten jagt den Frauen Angst ein.

Hilflos gegenüber der Nachbarschaft

Eine weitere Frau berichtete, dass sie sich hilflos fühlt, wenn sie in ihrer Nachbarschaft rassistische Kommentare hört. Eine andere beschrieb eine ähnliche Situation, in der sie geschwiegen habe, weil sie gemerkt habe, dass sie zu emotional wurde. Die Anwesenden äußerten sich auch besorgt darüber, dass die AfD immer beliebter werde. „In welche Welt wachsen meine Enkel hinein?”, fragte eine Teilnehmende.

Nach der Diskussion wurden die Teilnehmenden ermutigt, bewegende Situationen aufzuschreiben. Die Referentinnen Carina Lang und Laura Troiano ordneten sie ein. Rechtsextreme Positionen seien in den vergangenen Jahren salonfähiger geworden, meinte die Bildungsreferentin Lang: „Man will ja nicht den Abend versauen. Dann kommt wieder ein ‚Du bist so anstrengend.‘”

Mit Gegenfragen auf Widersprüche reagieren

„Zivilcourage bedeutet nicht immer, zu reagieren”, sagte Lang, „sondern sich bewusst zu entscheiden, wann man es tut.” Gegenfragen seien eine Möglichkeit: mit ihnen könne man Widersprüche aufdecken. Als Beispiel führte Lang die „Barbershop-Debatte” an. Sie adressiert Menschen, die sich über die vermeintlich hohe Dichte arabischer Männerfriseure in Städten aufregen. Mit der Frage „Was stört dich daran?” könne man herausfinden, ob die Person mit der Herkunft der Leute ein Problem hat, oder ob sie oder er sich auch über zu viele Drogeriemärkte auf einem Fleck beschweren würde.

Eine weitere Methode sei das „Reframing”. Dabei könne man auf die Sorgen und Bedenken des Gegenübers eingehen und am Ende mit eigenen Werten wie Gerechtigkeit oder Gleichheit abschließen.


Von Philipp Warausch
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