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Veröffentlicht am 29.01.2024 14:33

Wo der Campus in Rothenburg Unternehmen helfen kann

Der für die Teilnehmenden des Unternehmertreffens organisierte Rundgang führte auch in die Campus-Bibliothek. Dort gibt es eine große Auswahl von Fachliteratur und Fachzeitschriften für Studierende. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Der für die Teilnehmenden des Unternehmertreffens organisierte Rundgang führte auch in die Campus-Bibliothek. Dort gibt es eine große Auswahl von Fachliteratur und Fachzeitschriften für Studierende. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Der für die Teilnehmenden des Unternehmertreffens organisierte Rundgang führte auch in die Campus-Bibliothek. Dort gibt es eine große Auswahl von Fachliteratur und Fachzeitschriften für Studierende. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)

Von den Wirtschaftsleuten gibt es viel Lob für den Campus Rothenburg. Hier werde „Wissen so vermittelt, dass man es verstehen kann“, meint Klaus Lenkner, Noch-Geschäftsführer der Neuberger Gebäudeautomation. Rund 60 Gäste nutzten bei dem Unternehmertreffen die Gelegenheit, die Hochschulfiliale zu besichtigen.

Professorin Dr. Carolin Durst bedankte sich für das rege Interesse. „Wir freuen uns riesig über jeden, der unseren Campus besucht.“ Im Oktober 2016 sei die Außenstelle der Hochschule Ansbach mit dem Studiengang Interkulturelles Management eröffnet worden.

Nach einer provisorischen Unterbringung habe 2018 die ehemalige Luitpoldschule frisch renoviert übergeben werden können. Die Stadt habe aufwändig und mit beträchtlichen Geldleistungen das ehrwürdige Gebäude auf Stand gebracht, damit den Studierenden optimale Bedingungen geboten werden könnten, so die Professorin. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel geschafft“.

Im „Interaction Lab“ vorbeigeschaut

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, das Human Computer Interaction Lab besichtigen. Professor Dr. Alexander Piazza und die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Carina Wiedenhöft und Rene Rathmann informierten über anwendungsbezogene Forschungskooperationen im Bereich Social-Robotics und Eye-Tracking.

Der Campus besitzt mehrere Robotermodelle und möchten deren Akzeptanz und Nutzen in der Praxis – etwa im Kriminalmuseum, bei der Berufsberatung oder in der Tourismusbranche – erforschen. Roboter könnten auch leihweise zur Verfügung gestellt werden. „Der Roboter kann sein Gegenüber erkennen, aber er erkennt nicht, wer die Person ist“, so Piazza.

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Seit 2023 verfüge der Campus auch über ein Eye-Tracking-System des schwedischen Unternehmens Tobii. Was ist Eye-Tracking? Die Erfassung und Analyse von Blick- und Augenbewegungen einer Person und das bessere Verständnis von visuellen Wahrnehmungen und den dahinter liegenden kognitiven Prozessen. Ziele dieses Systems seien die Optimierung von Internet-Seiten, die Produktplatzierung in Verbindung mit der Frage, welche Informationen für die Kaufentscheidung ausschlaggebend sein könnten, sowie die Wirksamkeit von Werbekampagnen.

Campus-Gebäude in Rothenburg ist ein Denkmal

Dr. Florian Diener, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Mitarbeiter, stellte den Campus als Transferzentrum vor und skizzierte Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Das ehemalige Schulgebäude aus dem Jahr 1901 sei ein Einzeldenkmal und verfüge über wertvolle Elemente aus der Jugendstilzeit. 2016 sei der Studiengang Interkulturelles Management ins Leben gerufen worden.

Zwischenzeitlich sei die Zahl der Studierenden von 130 auf 350 angestiegen. Deshalb habe man sich entschieden, zugunsten der Unterbringung eines zweiten Studiengangs, die ehemalige Turnhalle umzubauen. Sie diene heute als Auditorium Maximum. Die Themenschwerpunkte des 2020 hinzugekommenen zweiten Studiengangs Digitales Marketing seien Internationales und Interkulturelles Management, Tourismus und Personalmanagement. Dabei werde auf ein „sehr praxisbezogenes Lernen mit kontinuierlichen Feedbackschleifen“ geachtet.

Besonders hervorzuheben sei, dass dieser Studiengang mit dem Alleinstellungsmerkmal Digitales Marketing sehr gefragt und empfehlenswert sei. Das Fotostudio am Campus biete eine professionelle Ausstattung und sei für Menschen- und Produkt-Fotografie hervorragend geeignet. Der Raum könne auch mit und ohne Kameraausstattung gemietet werden. „Die Vermietung von Räumen dient schließlich auch dazu, dass wir finanziell Platz zum Atmen haben“, so Diener. Für größere Veranstaltungen könnten in der ehemaligen Turnhalle fast 200 Personen Platz finden, für Teamevents biete sich der Raum Academic Dining mit Küchenausstattung für bis zu 18 Personen an und es stünden weitere Seminarräume für zehn bis 45 Personen bereit.

Engpässe beim Wohnraum

Schwierigkeiten gebe es bei den gastronomischen Angeboten für Studierende, bei öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Thema Wohnraum. In enger Zusammenarbeit mit dem Tourismus Service sei man allerdings bemüht, dass die Studierenden vor Ort blieben und weniger pendeln müssten. Es gebe am Campus auch noch eine nicht ausgebaute Dachfläche mit etwa 400 Quadratmetern, wo ohne Weiteres 15 bis 20 Wohneinheiten entstehen könnten. „Dem steht von unserer Seite jedenfalls nichts im Wege“, so Diener, der den Gästen noch die Bibliothek und das Selbstbedienungs-Bistro zeigte.

In der abschließenden Runde betonte Diener noch einmal, dass der Campus ein wissenschaftliches Transferzentrum sei, von dem die Stadt, Gemeinden, Unternehmen und die gesamte Gesellschaft profitieren könnten: „Wir möchten innovative und moderne Forschungsansätze in den ländlichen Raum tragen.“ Der Campus sei eine gute Adresse für die Dokumentarfilmabende mit Thilo Pohle, die Ideenschmiede zum Wildbad-Erhalt oder die Rothenburger Diskurse. „Wir bieten Zusammenarbeit auf allen Ebenen an.“


Von Karl-Heinz Gisbertz
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