Die Autobahn GmbH des Bundes wird auch in diesem Jahr wieder ein anspruchsvolles Bauprogramm absolvieren. Die finanzielle Situation ist heuer gut, meinte Thomas Pfeifer, der Direktor der Niederlassung Nürnberg, bei einem Pressegespräch. Aus dem Sondervermögen des Bundes für die Infrastruktur fließt ein Teil in die Region.
Der sechsspurige Ausbau der A6 bis zur Landesgrenze nach Baden-Württemberg ist weitgehend abgeschlossen. Seit Februar 2021 wurden hier 215 Millionen Euro investiert. In diesem Jahr wird noch der Lärmschutz für Schnelldorf gebaut. „Ende des Jahres sind wir damit komplett fertig”, erklärte Pfeifer.
Im April beginnt die Fahrbahnerneuerung zwischen dem Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim und der Anschlussstelle Herrieden in beide Richtungen. Bis August fließen etwa neun Millionen Euro in dieses Vorhaben.
Im Herbst soll nach gut zweieinhalb Jahren Bauzeit die Erneuerung der 50 Jahre alten Rezatbrücke der A6 zwischen den Anschlussstellen Ansbach und Lichtenau fertig werden. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, betonte Thomas Boeher, der Leiter der zuständigen Außenstelle Fürth der Autobahngesellschaft des Bundes. Hier werden 40 Millionen Euro investiert.
Weiter in Richtung Nürnberg wird derzeit zwischen den Anschlussstellen Neuendettelsau und Schwabach-West mit einem Aufwand von 15 Millionen Euro eine Grünbrücke am Dechenwald errichtet. Sie soll die Lebensräume auf beiden Seiten der Schnellstraße wieder verbinden. Der Ausbau der Autobahn selbst zwischen Triebendorf und Schwabach-West ist abgeschlossen. Im direkten Baubereich an der Brücke wird der Verkehr zweispurig geführt, im Winter werden aber alle drei Spuren befahrbar sein. Fertig ist die Brücke planmäßig im Frühjahr 2027.
Auf der A7 gehen die Erneuerungsarbeiten an der Talbrücke Pfeffermühle zwischen den Anschlussstellen Rothenburg und Wörnitz weiter. Dieses Projekt wird wahrscheinlich erst Mitte 2029 abgeschlossen sein und etwa 64 Millionen Euro kosten.
Weiter nach Süden steht zwischen Wörnitz und dem Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim eine „grundhafte Erneuerung” an. Darunter ist zu verstehen, dass nicht nur der Fahrbahnbelag ausgetauscht wird, sondern auch der Unterbau und die Entwässerungsanlagen.
Dazu kommen kleinere Arbeiten, die in der Branche „Flicklose” genannt werden. Unter anderem hat der lange Winter „massive Schäden” verursacht, sagte Boehr. Außerdem werden Markierungen erneuert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Die Modernisierung der Autobahnbrücken sei nicht nur in diesem Jahr der „absolute Schwerpunkt”, meinte Pfeifer. Sie werde auch das Bauprogramm in den nächsten Jahren bestimmen. Eine der Ursachen sei die steigende Verkehrsbelastung. Die Gesamthöhe der Investitionen für die Autobahnbrücken liegt im Milliardenbereich.
Schritt für Schritt will die Autobahngesellschaft in den nächsten Jahren den noch fehlenden sechsspurigen Ausbau der A6 zwischen Triebendorf in der Nähe von Neuendettelsau bis zum Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim vorantreiben, der allerdings nicht als „vordringlicher Bedarf” eingestuft ist. Fünf Abschnitte werden nach und nach abgearbeitet.
Zunächst kommt der zwölf Kilometer lange Abschnitt von Lichtenau bis Triebendorf an die Reihe, für den das Planfeststellungsverfahren bereits läuft. Die A6 von Heilbronn nach Nürnberg sei eine der wichtigsten mitteleuropäischen Transitstrecken mit einem hohen Schwerverkehrsanteil, heißt es zur Begründung. Außerdem müsste ohnehin gebaut werden, um die Brücken zu erneuern, erläutert der Direktor der Niederlassung. Da mache es Sinn, den sechsspurigen Ausbau gleich mit anzupacken.
Bei allen Projekten gilt für die Autobahn GmbH: Die Straßen müssen befahrbar bleiben. Monatelange Komplettsperrungen wie bei den Korridorsanierungen der Bahn kommen für die Autobahnbauer nicht infrage.