Wissen, Teamgeist und Spaß: Nachwuchsretter des BRK zeigen ihr Können | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.07.2024 10:00

Wissen, Teamgeist und Spaß: Nachwuchsretter des BRK zeigen ihr Können

Ihren „verletzten Kameraden“ trugen die Jungen nach der Übung nur zum Spaß. Auf dem Parcours mussten sie auf der Trage liegende Bälle um Hindernisse bugsieren, dabei galt es, darauf zu achten, die unterschiedlich großen Bälle nicht zu verlieren. Hier wie bei den anderen Übungen war viel Teamgeist gefragt. (Foto: Ute Niephaus)
Ihren „verletzten Kameraden“ trugen die Jungen nach der Übung nur zum Spaß. Auf dem Parcours mussten sie auf der Trage liegende Bälle um Hindernisse bugsieren, dabei galt es, darauf zu achten, die unterschiedlich großen Bälle nicht zu verlieren. Hier wie bei den anderen Übungen war viel Teamgeist gefragt. (Foto: Ute Niephaus)
Ihren „verletzten Kameraden“ trugen die Jungen nach der Übung nur zum Spaß. Auf dem Parcours mussten sie auf der Trage liegende Bälle um Hindernisse bugsieren, dabei galt es, darauf zu achten, die unterschiedlich großen Bälle nicht zu verlieren. Hier wie bei den anderen Übungen war viel Teamgeist gefragt. (Foto: Ute Niephaus)

Ein Großaufgebot an Rettungswagen und anderen Fahrzeugen des Roten Kreuzes stand am Wochenende an der Neuhöfer Grund- und Mittelschule, viele BRK'ler waren im Ort unterwegs. Ist etwas passiert? Diese Befürchtung äußerte so mancher, der das nebenliegende Freibad ansteuerte. Grund der starken Präsenz war der Bezirkstag des Jugendrotkreuzes.

120 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Mittel- und Oberfranken nahmen daran teil. Sie hatten bei den Kreiswettbewerben im Frühjahr 2024 die Nase vorn gehabt. Nun gingen sie in vier Altersgruppen an den Start, die vom Jahrgang 1997 bis 2018 reichten.

Umliegendes Areal verwandelte sich in Zeltlager

Als Ausrichter des Wettbewerbs fungierten in diesem Jahr die Kreisverbände Fürth und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Dreh- und Angelpunkt war die örtliche Schule als Kommandozentrale.

Das umliegende Areal verwandelte sich in ein Zeltlager, wo die jungen Leute und die zahlreichen Betreuenden und Helfenden von Freitag bis Sonntag eine lehrreiche und tolle Zeit verlebten. Für Abkühlung sorgten nach dem Absolvieren des Programms ein paar Runden im Freibad. Ein Angebot, das begeistert angenommen wurde bevor Samstagabend das Public-Viewing des Deutschlandspiels anstand.

Feldküche versorgte rund 200 Leute

Um die Verpflegung kümmerte sich beim Bezirkswettbewerb der Fachdienst Betreuung und Pflege. Dessen Leiter Bernd Datz und sein zehnköpfiges Team vom hiesigen Kreisverband hatten bei hochsommerlichen Temperaturen die schweißtreibende Aufgabe, in der Feldküche für die rund 120 Mädchen und Jungen und das Team Frühstück sowie Mittag- und Abendessen für 200 Personen zuzubereiten – längst stehen vegetarische und vegane Gerichte auf dem Speiseplan.

Die Stärkung war auch nötig, galt es doch, am Samstag beim Wissensparcours gut in Form zu sein. An sechs Stationen zeigten die Teilnehmenden, was sie in den JRK-Gruppenstunden gelernt haben. Das war eine ganze Menge, war auch Laien beim Zuschauen schnell klar. Je nach Alter galt es, verschiedene Schwierigkeitsstufen zu bewältigen.

Täuschend echte Fallbeispiele

Da ging es etwa auf spielerische Art und Weise um die alltägliche Arbeit des BRK. An der Station „Schlaubayer“ wurde das Allgemeinwissen der Gruppe getestet. Bevor die Teams ihre praktischen Fähigkeiten im Bereich Erste Hilfe demonstrieren konnten, wurden die theoretischen Kenntnisse gecheckt.

In der Praxis ging es ans Eingemachte. An täuschend echten Fallbeispielen mussten „Verunglückte“ wie Brandopfer und Menschen, die Gliedmaßen verloren hatten, versorgt werden. Die Verletzten spielten Mimen, die mit viel Theaterblut und Schminke echt wirkten. „Wichtig ist es hier, Ruhe zu bewahren, die Verletzten zu betreuen und zu beruhigen“, so Schiedsrichter Kirk Thieme, Landesvorsitzender des Jugendrotkreuzes. Die jungen Leute sollen hier das Erlernte sicher und routiniert anwenden. An anderen Stellen wurde Wissen abgefragt. Es ging um humanitäres Völkerrecht und die Geschichte der Rotkreuzbewegung.

Angebote unterbreiteten unter anderem die Neuhöfer Feuerwehr und der Fachdienst CBRN(E). Er hat sich auf chemische, biologische, radioaktive, nukleare und explosive Stoffe spezialisiert. In Neuhof zeigten zwei Mitglieder wie einem mit einfachen Mitteln ein Licht aufgehen kann, indem man eine einfache Lampe bastelt. Die Teilnehmenden hatten den Trick schnell raus – mit etwas Hilfe.

Gruppenleistung war entscheidend

Spaß und Action kamen ebenfalls nicht zu kurz. An einer Spielstationen ging es, wie auch andernorts, um Geschick, Schnelligkeit und Teamfähigkeit. Dass Letztgenanntes wichtig ist, unterstrichen auch Ilka Debler, Leiterin der BRK-Jugendarbeit in Fürth, und Jesse Morton, stellvertretender Leiter der Jugendarbeit im Kreisverband Fürth.

Klar, dass sich die Mädchen und Jungen mächtig ins Zeug legten. Die Erst- und Zweitplatzierten jeder der vier Stufen qualifizierten sich immerhin für den Landeswettbewerb, der Mitte Juli in Berching (Kreisverband Neumarkt in der Oberpfalz) stattfinden wird. Dorthin fahren bei den Bambini (Jahrgang 2015 bis 1218) vom Kreisverband (KV) Fürth Großhabersdorf die „Herzklopfer“, und vom KV Ansbach das Team aus Burgoberbach. In der Stufe I (2012 bis 2014) qualifizierte sich vom KV Fürth das Team aus Großhabersdorf namens „Elefantentrampler“ und vom KV Forchheim die Wasserwacht Forchheim.

Gruppen aus dem Landkreis Neustadt/Aisch sind nicht dabei

Von der Stufe II (2008 bis 2011) fahren der KV Erlangen-Höchstadt, hier sind es die „Aischgrundretter“, und vom KV Coburg das JRK Itzgrund nach Berching. In der Stufe III qualifizierte sich vom KV Fürth die „Gombädens Gruub“ und vom KV Südfranken die „Schildrettungskröten die Alten“. Gruppen aus dem hiesigen Landkreis werden nicht dabei sein. Sie hatten wie alle viel Spaß in Neuhof und erlebten ein tolles und abwechslungsreiches Wochenende.

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