Jetzt macht Mercedes dann gar vollends ernst mit der Elektrifizierung. Wenn im Sommer der neue GLC an den Start geht, setzen die Schwaben ihr meistverkauftes Modell unter Strom. Zwar bleiben die Verbrenner weiter im Programm, doch will Mercedes der Kundschaft den Umstieg so leicht wie möglich nahen. Das gilt nicht nur für die technischen Eckwerte, sondern auch für den Preis.
Der beginnt aktuell bei 67.717 Euro, soll mit anderen Varianten mittelfristig aber auf etwa 60.000 Euro sinken und damit auf dem gleichen Niveau liegen wie das aktuelle Modell. Leicht wird es für den GLC aber trotzdem nicht. Denn in diesem Segment fährt auch die Konkurrenz groß auf: Audi Q6, BMW iX3, Porsche Macan oder Volvo EX60 – alle sind nagelneu und zählen jeweils zum Besten, was die anderen zu bieten haben.
Auch deshalb haben die Schwaben bei der Elektrifizierung ihres Bestsellers in allen Disziplinen noch einmal kräftig nachgelegt. Der GLC startet deshalb als 400er mit stolzen 360 kW/490 PS und schafft bis zu 210 km/h. Und weil er wie der CLA ein Zweigang-Getriebe hat, beschleunigt er zudem in 4,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Außerdem rekuperiert er - gestützt auf die Navigation auf Wunsch auch automatisch - bis zum Stillstand oder segelt bis zum Horizont.
Sein Akku bietet 94 kWh und reicht für bis 715 Normkilometer. Und wenn er nachladen muss, ist er der GLC der schnellste mit Stern: Bis zu 330 kW maximale Leistung und eine flache Ladekurve sichern ihm in zehn Minuten die Energie für 305 Kilometer.
Aber es sind nicht nur die elektrischen Errungenschaften, die den GLC auszeichnen. Sondern trotz der neuen Technologien besinnt sich Mercedes dabei auf alte Tugenden. So ist er der 4,85 Meter lange und aktuell mindestens 2,5 Tonnen schwere Allradler dank der Hinterachslenkung nicht nur ungewöhnlich handlich und dank des sofort verfügbaren Drehmoments spurtstark wie früher nur ein AMG. Er kommt auch mit einer Luftfederung, die ihn zu einem der komfortabelsten in seiner Klasse macht.
Ja, er kann sich auch bestimmt in die Fahrbahn verbeißen, engagiert in die Kurven gehen und die Insassen sehr feinfühlig teilhaben lassen an den Unzulänglichkeiten des Straßenbaus. Aber je nach Einstellung schmatzt er eben auch jedes Schlagloch weg, bettet die Passagiere wie auf Wolken und nimmt dem Unterwegssein alles in Unwohle. Egal, wie lang die Fahrt auch dauert, die Zeit vergeht wie im Flug und man steigt aus, als sei man gerade erst gestartet.
Alte Tugenden bestimmen auch die Bedienung. Klar, es gibt wieder eine Bildschirmlandschaft, die mit 99 Zentimetern Diagonale natürlich einmal mehr über sich hinaus wächst. Geleitet vom hauseigenen Betriebssystem MB.OS hat sie smartere Menüs und auch immer mehr Apps bis hin zur Selfie-Kamera und dem Internet-Meeting.
Aber dafür gibt es plötzlich auch wieder Taster und Walzen am Lenkrad, und auch auf der Mittelkonsole kehren die Schalter zurück und der Fahrer kann wieder richtig zugreifen, wenn er das Radio oder die Temperatur verstellen will.
Da passt es perfekt ins Bild, dass Mercedes sich auch außen wieder zur Historie bekennt: Die schwarze Plastikmaske der EQ-Modelle ist Geschichte und am Bug glänzt wieder ein Grill aus Chrom, nur dass der jetzt mit 942 Leuchtpunkten von innen heraus glänzt.
Neu dagegen ist das Platzangebot. Klar, der GLC ist in Länge und Radstand auch ein wenig gewachsen. Schließlich brauchten die Entwickler Platz für den großen Akku. Aber dafür sitzt man im Fond deutlich besser und hat obendrein einen üppigen Kofferraum von 570 bis 1.740 Litern.
Obwohl das fast so viel ist wie beim konventionellen GLC, gibts außerdem einen soliden Frunk mit 100 Litern Stauraum unter dem Bug - und obendrein bis zu 2,4 Tonnen Anhängelast.
Er bietet die neueste Technik und bedient klassische Tugenden - so wird der elektrische GLC zur perfekten Ergänzung des meistverkauften Mercedes-Modells und zur lockenden Versuchung für Familienkunden und Firmenfahrer.
Natürlich hat das auch seinen Preis, aber erstens liegt der auf dem Niveau der Verbrenner. Und zweitens ist ja auch das irgendwie typisch Mercedes. Reicht das für eine 5-Sterne-Bewertung? Da geht Mercedes auf Nummer sicher und gibt dem GLC die Sterne einfach selbst. Nicht nur den einen auf dem Grill und am Heck, sondern auch noch 162 Sterne im Panoramadach, die von LED zum Leuchten gebracht werden. Datenblatt: Mercedes GLC400 4Matic
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