„Wir sind guter Hoffnung”: Sorge vor der großen Rückkehr des Borkenkäfers | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.07.2025 17:06

„Wir sind guter Hoffnung”: Sorge vor der großen Rückkehr des Borkenkäfers

Die Fraßgänge der Borkenkäfer unter der Rinde unterbrechen den Saftstrom der Bäume, sodass diese absterben. (Foto: Fritz Arnold)
Die Fraßgänge der Borkenkäfer unter der Rinde unterbrechen den Saftstrom der Bäume, sodass diese absterben. (Foto: Fritz Arnold)
Die Fraßgänge der Borkenkäfer unter der Rinde unterbrechen den Saftstrom der Bäume, sodass diese absterben. (Foto: Fritz Arnold)

Angesichts der langen Trockenheit sind die Waldbesitzer besorgt, dass die Borkenkäfer wieder zuschlagen könnten. Doch der Befall hält sich bisher in Grenzen. „Wir sind aufmerksam und guter Hoffnung, dass es nicht schlimm wird“, fasst Florian Vogel, der Leiter des Forstbetriebes Rothenburg, die Situation zusammen.

Die rindenbrütenden Borkenkäfer zerstören die saftführende Schicht zwischen Holz und Rinde. Dass sie bisher nicht nennenswert zugeschlagen haben, führt Vogel darauf zurück, dass die Fichten recht gesund in das Frühjahr gestartet sind und damit erste Einbohrungen der Käfer ausharzen konnten. Zudem waren die Nächte im Mai und Juni kühl und haben die Entwicklung gehemmt. Auch die Hitze der vergangenen Wochen mit fast 40 Grad mögen die Käfer nicht.

Trotzdem ist man bei den Staatsforsten wachsam. Es wurden neun ehemalige Forstbeamte und Forststudenten als „Käfersucher“ eingestellt. Zudem werden einzelne befallene Bäume rasch entfernt. Denn im August könnte es doch wieder zu Käferbefall kommen.

Anteil der Fichte in den Wäldern reduziert sich

Bisher wurden in diesem Jahr im Staatsforst unter der Rubrik „Zwangsbedingter Einschlag“ nur 1200 Festmeter Borkenkäferholz registriert. 2019 waren es 60.000 Festmeter und 2020 sogar 131.000 Festmeter. Das ist so viel, wie der gesamte Holzeinschlag im Staatsforst in Westmittelfranken im Jahr ausmacht. In der Summe sind auch dürr gewordene Kiefern, die die große Hitze nicht aushalten, sowie Buchen enthalten. Alles in allem verläuft der Borkenkäferbefall in Wellen und befindet sich derzeit auf niedrigem Niveau.

Ähnlich sieht es im Privatwald aus, wie Hans Götz, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Uffenheim, auf Anfrage mitteilt. Das liege auch daran, dass der Anteil der Fichten sich in den letzten Jahren reduzierte. Aber auch in seinem Einzugsbereich haben die Einschläge von Kiefern, die wegen der Hitze dürr geworden sind, zugenommen.

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Misteln sorgen für Probleme

Wie Florian Vogel von den Staatsforsten berichtet, leiden die Bäume insgesamt unter den Folgen des Klimawandels mit höheren Temperaturen und geringeren Niederschlägen. Ein immer häufigeres und sichtbares Problem ist die Schmarotzerpflanze Mistel.

Sie entzieht den Baumkronen Wasser und Nährstoffe und kann zu deren Absterben beitragen. Sind davon im Wald immer häufiger Kiefern betroffen, so ist das Problem zunehmend auch in Streuobstbeständen zu sehen. Hier hilft nur ein radikaler Rückschnitt in gesundes Holz.


Von Fritz Arnold
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