Der Weg zur Hallenbad-Kooperation am Ende des Zenngrunds im Landkreis Fürth ist frei. Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) bestätigte auf Nachfrage: Die Stadt Langenzenn hat am Dienstag und der Markt Wilhermsdorf am Mittwoch im jeweils nicht-öffentlichen Teil ihrer Ratssitzungen beschlossen: „Wir machen ab 1. September gemeinsame Sache.“
Damit stellen die beiden Kommunen in einer – ebenfalls gemeinsamen – Presseinfo aber auch klar fest: „Der Betrieb des Hallenbades in Langenzenn wird zeitnah eingestellt.“ Nur der genaue Zeitpunkt müsse noch vom Langenzenner Stadtrat entschieden werden.
Wie mehrfach berichtet, sind die beiden Bäder zwar ähnlich alt, jedoch ist das in Langenzenn offensichtlich in einem noch wesentlich schlechteren Zustand als das Wilhermsdorfer. Mit der Kooperation sollen „die hohen finanziellen Belastungen für den Betrieb der Bäder ( . . . ) minimiert und Synergien genutzt werden“.
Ein Belegungsplan des dann in Zusammenarbeit betriebenen Bades in Wilhermsdorf liege bereits vor, heißt es aus beiden Rathäusern. Darüber wurde offensichtlich in den vergangenen Monaten intensiv beraten. Der Plan sei „in vielen Gesprächen mit Vertretern beider Verwaltungen und den Nutzern beider Bäder erarbeitet und abgestimmt“ worden.
Bei letztgenannten handelt es sich beispielsweise um Volkshochschule oder DLRG in Wilhermsdorf, Wasserwacht, Tauchschule oder TSV in Langenzenn. Nicht vergessen durfte man auch die Pflicht-Schwimmstunden verschiedener Schulen – nicht nur aus den beiden Kommunen. Durch die Zusammenlegung ist das dann einzig nutzbare Becken bereits automatisch für viele Stunden durch insgesamt 23 verschiedene Nutzer-Gruppen belegt.
Trotzdem sollen die Öffnungszeiten für Normalbesucher „nicht wesentlich reduziert werden, sondern nur etwas verändert“, verspricht Uwe Emmert auf Nachfrage am Telefon. In der Presseinfo hieß es dazu lediglich: „Weiterhin wird ein öffentlicher Badebetrieb im Hallenbad von Wilhermsdorf gewährleistet sein.“
Das Thema Hallenbad war am Mittwoch auch bereits im öffentlichen Wilhermsdorfer Sitzungsprogramm behandelt worden. Auf einen Antrag der CSU-Fraktion vom April hin hatte die Verwaltung einen Vorschlag für die Änderung der Schwimmpreise ausgearbeitet. Der fand nun einhellige Zustimmung. So wird es auch 2025 Jahreskarten geben, die aber nur im Dezember vorgekauft werden können: Für 250 Euro für Vollzahler und 150 Euro für „Ermäßigte“. Dagegen wird ab 2026 der „Happy Hour“-Tarif entfallen – der verbilligte Einzeleintritt in der letzten Stunde vor Badschließung.
Ebenfalls zum Jahreswechsel wird die bisherige Preisregelung an zwei weiteren Stellen entscheidend verändert. Erstens sind künftig „Inhaber der Ehrenamtskarte des Landkreises Fürth“ unter den „ermäßigten Personen“ geführt. Und zweitens bekommen „aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte im Feuerwehr- und Sanitätsdienst“ kostenfreie Jahreskarten.
Doch gilt dies nur für solche, deren „Dienstort das Gemeindegebiet Wilhermsdorf“ ist und denen die jeweilige Führungsetage „mindestens 70 Prozent Übungsbeteiligung“ bescheinigt. „Die Kosten werden im Gemeindehaushalt umgebucht auf den Posten Hallenbad“, erläuterte Emmert dem Gremium. Ob und wie die Stadt Langenzenn das ebenfalls möglich mache, sei „eine berechtigte Frage“, die er aber nicht beantworten könne.
Auch, ob und wie sich die Hallenbad-Kooperation auf die von Uwe Emmert genannten Verluste von 350.000 Euro pro Jahr im Wilhermsdorfer Haushalt auswirken wird, ist bislang öffentlich nicht bekannt. Fest steht aber für beide Kommunen: „Diese Zusammenarbeit stellt nur eine Übergangslösung für die nächsten Jahre dar.“ Es werde nach wie vor ein „wie auch immer gearteter Träger für ein neues Hallenbad im nördlichen Landkreis Fürth“ gesucht, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Dabei steht für die Verantwortlichen in Wilhermsdorf wie in Langenzenn fest: Auch der Landkreis ist in der Pflicht. Schließlich habe der für die Schüler und Schülerinnen seiner Schulen Schwimmmöglichkeiten vorzuhalten – genauso wie die Stadt und der Markt.