Wie Walter Schürmann 30 Jahre lang seinen Heimatverein FV Uffenheim prägte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.06.2026 14:14

Wie Walter Schürmann 30 Jahre lang seinen Heimatverein FV Uffenheim prägte

Walter Schürmann ist gewissermaßen das Gesicht des 1. FV Uffenheim. Im Herbst plant er, den Vorsitzendenposten nach 30 Jahren in jüngere Hände abzugeben. (Foto: Johannes Zimmermann)
Walter Schürmann ist gewissermaßen das Gesicht des 1. FV Uffenheim. Im Herbst plant er, den Vorsitzendenposten nach 30 Jahren in jüngere Hände abzugeben. (Foto: Johannes Zimmermann)
Walter Schürmann ist gewissermaßen das Gesicht des 1. FV Uffenheim. Im Herbst plant er, den Vorsitzendenposten nach 30 Jahren in jüngere Hände abzugeben. (Foto: Johannes Zimmermann)

Wenn man die Geschichte des 1. Fußballvereins Uffenheim (FVU) in den vergangenen Jahrzehnten erzählt, dann erzählt man immer auch die Geschichte eines Mannes: Walter Schürmann. Der 72-Jährige war insgesamt über 30 Jahre als Vorsitzender tätig, die längste Zeit in der 100-jährigen Club-Geschichte. Über ein außergewöhnliches Lebenswerk.

1. Januar 1965: Ein Datum, das Walter Schürmann niemals vergessen wird. „An diesem Tag bin ich dem FVU beigetreten.” Mit elf Jahren. Was damals als kindliche Begeisterung begonnen hatte, sollte sich zu einer Lebensaufgabe, stets im Dienste des Vereins, entwickeln. Das Uffenheimer Ur-gestein durchlief alle Stationen des typischen Clublebens: von der Schüler- bis zur ersten Mannschaft, wobei Walter Schürmann oftmals auch in der Zweiten spielte, und den Alten Herren. „Wir waren eine gute Clique.” Hat es nicht für das Stammteam gereicht, fand man den Langzeit-Vorsitzenden stets an der Bande. Immer im Mitfieber-Modus.

Einmal zusammen mit dem Sohn auf dem Platz

Bis zu seinem 50. Lebensjahr stand Walter Schürmann noch mit Fußballschuhen auf dem Grün, dabei bleibt ihm ein besonders emotionaler Moment gut in Erinnerung. „Bei meinem letzten Spiel stand ich gemeinsam mit meinem Sohn André auf dem Platz.” Für ihn ein Sinnbild für Zusammenhalt, Familie und Generationenverbundenheit beim FVU. Nach dem Abstieg der ersten Mannschaft in die C-Klasse 1983 blutete sein FVU-Herz – und er fasste einen Endschluss: „In mir wuchs der Wunsch, den Verein aktiv mitzugestalten und nachhaltig zu verändern.” Denn Schürmann wollte vor allem der Jugend eine größere Chance geben.

Was damals noch niemand wusste: Damit sollte eine Ära beginnen, die noch in diesem Jahr enden wird. Zuerst als Beisitzer, dann als Vize-Vorsitzender und ab dem 30. Juni 1996 als Vorsitzender arbeitete sich Schürmann nach oben. 40 Jahre gehört er also dem Vorstand ohne Unterbrechung an. Das dürfte im Landkreis durchaus selten sein, wenn nicht sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Sein erklärtes Ziel: „Ich wollte den FVU zum attraktivsten Verein im Gollachgau und in der Region entwickeln.” Sportlich wie strukturell. „Rückblickend muss ich sagen: Beides ist mir gelungen.”

Eine der schönsten Sportanlagen weit und breit

Unter seiner Führung erlebte der FVU eine beispiellose Entwicklung – vor allem auch, was die Infrastruktur angeht. Das Vereinsheim wurde erweitert, Duschanlagen, Mannschaftskabinen und Ballräume erneuert: Ein neuer Trainingsplatz mit Flutlicht und Beregungsanlage, die Generalsanierung des A-Spielfeldes im Seewiesen-Stadion, der Umbau der Tribüne, eine elektronische Anzeigetafel: Vieles hat sich getan. Für Walter Schürmann ist klar: Die gesamte Anlage mit Saal und neuer Küche gehört zu den schönsten Sportstätten im Gollachgau und in der Bezirksliga Süd.

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Was Schürmann in den vergangenen 40 Jahren viel beschäftigt hat: der Trainerposten. „Ich wollte den Mannschaften einen Hochqualifizierten zur Seite stellen.” Strässer, Knetsch, Heinrich, Rudi Sturz, Freddy Skurka, Werner Pfeuffer: „All diese Namen stehen für Qualität und Bekanntheit weit über die Region hinaus.” Doch nicht immer ist diese Aufgabe angenehm. Wenn es nicht gelaufen ist, war es durchaus auch mal an Walter Schürmann, den Trainer zu feuern. Elf Mal war das der Fall, „stets im Sinne der sportlichen Entwicklung des FVU”, betont er.

Die wohl größte Stärke ist sein außergewöhnliches Netzwerk

Die wohl größte Stärke von Schürmann ist aber sein außergewöhnliches Netzwerk. Über sein Autohaus und die Rotarier hat er Menschen aus Politik, Wirtschaft und Kultur kennengelernt. Diese Kontakte nutzte der 72-Jährige natürlich auch. Die weißen Sitze im Seewiesen-Stadion und die Trainerbänke stammen aus der Fürther Arena, über einen Bekannten hat er sie organisiert. Diese Liste ließe sich beliebig erweitern. „Zahlreiche Anschaffungen konnten dadurch kostengünstig oder sogar kostenlos realisiert werden”, erzählt Schürmann.

Über Jahrzehnte war er das Gesicht des Vereins: als Faschingspräsident, als Stadionsprecher, als treibende Kraft bei Spendenaktionen, Turnieren und Vereinsfesten. Anlässlich der Festlichkeiten zum 100. Geburtstag des 1. FVU im Juli wird es auch ein Blitzturnier um den Walter-Schürmann-Pokal geben. Angelehnt ist dieser vom Design an die Champions-League-Trophäe. Für seine besonderen Verdienste erhielt der Autohaus-Inhaber auch zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Ehrenmedaille des Bayerischen Fußball-Verbands sowie die Ehrenmedaille in Gold der Stadt Uffenheim.

Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter standen treu an seiner Seite.

Nun, im Jahr 100, möchte Walter Schürmann den FVU nach einem großen Festwochenende in jüngere Hände übergeben. Nach über 60 Jahren Vereinszugehörigkeit, 40 Jahren Vorstandsarbeit und 30 Jahren an der Spitze des Vereins. „Das war für mich eine große Ehre.” Was Schürmann hervorhebt: Einige seiner Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter standen in diesen Jahrzehnten treu an seiner Seite. Stellvertretend seien die Hümmers oder Herbert Habelt genannt. „Ich habe mir bewusst ein Team gesucht, mit dem man gemeinsam arbeiten, Verantwortung übernehmen und den Verein voranbringen kann. Dieses Miteinander war die Grundlage für alles, was erreicht wurde.”

Verabschiedet sich Walter Schürmann im Herbst also in den FVU-Ruhestand? Nicht ganz: „Ich werde schon noch an der Bande stehen und reinschreien”, kündigt der 72-Jährige an. „Aber danach werde ich sorgenfrei nach Hause gehen.” Klar ist auch: Der 1. Fußballverein Uffenheim wird ihm ein Andenken setzen, zwar nicht als Statue, dafür in Form eines Ehrentitels. Schließlich soll Walter Schürmann in eine ehrenvolle Riege aufgenommen werden: in die Riege der Ehrenvorstände.

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