Was, wenn das Licht plötzlich ausgeht, das Telefon nicht mehr funktioniert, der Notdienst nicht erreichbar ist? Szenarien, über die sich alle einmal Gedanken machen sollten. Für einen länger anhaltenden Stromausfall ist die Stadt Ansbach gewappnet. Wo die Bevölkerung im Notfall hin kann, zeigen neue Schilder.
50.000 Haushalte rund 60 Stunden ohne Strom. Klingt fiktiv, ist es aber nicht. Nach einem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin wurde der Ernstfall im September zur Realität. Wie sich Städte und die Bevölkerung darauf vorbereiten können, rückt immer mehr in den Fokus.
Für das Ansbacher Stadtgebiet arbeitete die Feuerwehr bereits nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine ein Konzept aus, um 72 Stunden ohne Strom zu überbrücken. Dabei ging es vor allem um folgende Fragen: Wie funktioniert eine Notfallalarmierung, wenn das Telefonnetz außer Betrieb ist? Wo können Menschen hingehen, deren Heizung ausgefallen ist? Oder, wo können Eltern ein Fläschchen aufsetzen, wenn ihr Herd nicht warm wird?
Damit Notrufe weiterhin möglich sind, wird es bei einem Black-out mehrere Katastrophenschutz-Leuchttürme mit Notstromversorgung geben. Diese werden Anlaufstellen für die Bevölkerung sein, wenn sie die 110 oder 112 kontaktieren muss.
Mit neuen Schildern sollen die Anlaufstellen bereits jetzt im Alltag ersichtlich werden, die Bevölkerung im Vorbeigehen informieren. Gemeinsam mit Stadtbrandrat Steffen Beck und Oberbürgermeister Thomas Deffner präsentierte Martin Zippel, Leiter des städtischen Amts für Brand- und Katastrophenschutz, sie auf der Ansbacher Feuerwache. Dort hängt eines der ersten Schilder neben der feuerroten Eingangstüre. Zippel rät der Bevölkerung, bereits jetzt nachzuschauen, welcher Leuchtturm in der Nähe des Wohnortes ist. Denn die Website der Feuerwehr – wo es eine Übersicht gibt – lässt sich bei einem Stromausfall auch nicht mehr abrufen.
Leuchttürme im Stadtgebiet wird es geben bei den Feuerwehren Ansbach, Brodswinden, Elpersdorf, Hennenbach und Schalkhausen, der Polizeiinspektion am Karlsplatz, der Verkehrspolizei in der Schlesierstraße, der Rettungswache (Henry- Dunant- Straße) und dem Technischen Hilfswerk (Industriestraße).
„Wir wollen niemandem Angst machen.”
Zusätzlich waren Versorgungsstellen bislang geplant in der Weinbergturnhalle, dem Festsaal des Bezirksklinikums und dem Tagungszentrum Onoldia. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger vorübergehend aufwärmen, oder sich Verpflegung und Babynahrung holen, erklärt Beck. „Das ist wichtig, zu wissen, wo man im Ernstfall hin kann”, betont der Oberbürgermeister. „In der Hoffnung, dass wir es nie brauchen”, ergänzt er. „Wir wollen niemandem Angst machen.” Doch „die Weltlage hat sich eher nicht verbessert”, sagt er mit Blick auf die aktuellen Kriege. Das Katastrophenschutz-Konzept soll dafür sorgen, dass allen geholfen wird, die es benötigen.
„Wir arbeiten permanent daran, verbessern es stetig”, sagt Zippel. Erst vor wenigen Wochen gab es eine Aktualisierung. Die Grundschule Schalkhausen wurde als Versorgungsstelle aufgenommen, so Stadtbrandrat Beck. Dort ist die Notstromversorgung möglich und es gibt ausreichend Platz für Personen. Seit August dieses Jahres steht auch ein Versorgungs-Lastwagen auf dem Feuerwehr-Gelände in der Eyber Straße. Darauf ist Platz für 14 Stromerzeuger, sagt Beck. In den nächsten Monaten würde die restliche Beladung für das Fahrzeug geliefert.
Ein Tipp des Oberbürgermeisters: Sich zur Vorbereitung auch einmal die unterschiedlichen Sirenensignale anzuhören. Um zu wissen, welcher Ernstfall ausgerufen wird, wenn die Sirene heult. Der Link zu den Tönen ist auf der Internetseite der Stadt Ansbach zu finden.