Wie ein Landwirt im Kreis Ansbach bei der Hähnchenmast Impulse setzt | FLZ.de

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Wie ein Landwirt im Kreis Ansbach bei der Hähnchenmast Impulse setzt

Ab dem 20. Tag dürfen die Hähnchen in den Wintergarten mit Außenklima. (Foto: Fritz Arnold)
Ab dem 20. Tag dürfen die Hähnchen in den Wintergarten mit Außenklima. (Foto: Fritz Arnold)
Ab dem 20. Tag dürfen die Hähnchen in den Wintergarten mit Außenklima. (Foto: Fritz Arnold)

Wo in der Landwirtschaft der Schuh mal mehr und mal weniger drückt, davon konnte sich Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum bei ihrer diesjährigen Informationsfahrt zu Themen aus dieser Branche überzeugen. Die Fahrt führte sie durch den Landkreis Ansbach.

Der erste Halt führte sie auf den Belznerhof nahe Unterampfrach in der Gemeinde Schnelldorf. Hans-Joachim Belzner führte bis 2012 einen in der Region üblichen Vollerwerbshof mit 30 Kühen und einigen Zuchtsauen, bis in ihm der Entschluss reifte, einen neuen Weg einzuschlagen.

Wiesenhof-Stall ohne Investitionszuschüsse

Im Zuge einer Kooperation mit der Firma Wiesenhof baute er einen Hähnchenstall, zu dem inzwischen zwei weitere hinzugekommen sind. In dem Bereich gab es keine Investitionszuschüsse und auch keine Marktordnung. Seit einigen Jahren werden die Hähnchen frisch über Lidl und auch über den Discounter Aldi vermarktet.

Die Hähnchenmast erfolgt im Zuge der Haltungsstufe III mit anspruchsvolleren Kriterien. Die Ställe sind weniger dicht belegt. Konkret sind dies 40 Prozent weniger Tiere als am Markt üblich. In Zahlen: Statt Tiere mit einem Gesamtgewicht von 39 Kilogramm sind nur 25 Kilo pro Quadratmeter im Stall, wie dies auch der Tierschutzbund fordert.

Strohballen und Picksteine sollen den Tieren ermöglichen, ihr natürliches Verhalten wie Scharren und Picken besser ausüben zu können. Sie bekommen kein gentechnisch verändertes Futter.

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Eine langsamer wachsende Zuchtlinie

Wie Belzner auf Nachfrage von Regierungspräsidentin Engelhardt-Blum erläuterte, schafft er die hohen Qualitätsstandards vor allem dadurch, dass er auf eine langsamer wachsende Zuchtlinie setzt, bei deren Haltung er neben einer Impfung zu Beginn ohne Medikamente auskommt. Bevor ein Stall mit jungen Küken aus einer Brüterei in Regenstauf neu belegt wird, wird dieser gereinigt, aber nicht flächendeckend desinfiziert, weil dies auch die gesundmachenden Keime töten würde, erläutert der Landwirt, der seine Kenntnisse in Geflügelhaltung auch in der Berufsschule weitergibt.

Auf dem Betrieb gelten absolut strenge Hygieneregeln. Dies bedeutet, dass Belzner oder seine Familienangehörigen nur nach einem Wechsel der Kleidung in einer Schleuse den Stall zu den nötigen Kontrollgängen betreten, um nachzusehen, ob die Futterautomatik und die Trinkwasserversorgung funktionieren. Eine Automatik sorgt über das Vernebeln von Wasser dafür, dass an Hitzetagen die Temperaturen erträglich bleiben.

Kein Freilauf nach Bio-Verordnung geplant

Ab dem 20. Tag dürfen die Küken in den Wintergarten, der streng nach außen abgeschirmt ist. Nicht ganz einfach ist es laut Belzner, wenn es doch einmal eine Maus schafft, in den Stall zu kommen, diese dann wieder los zu werden.

Damit die Tiere während der Mastdauer von 43 Tagen keiner Ansteckung ausgesetzt sind, hält er einen Freilauf, wie es die Bio-Verordnung verlangt, für nicht machbar. Er werde deshalb bei der Haltungsstufe III bleiben.

Dass es Hans-Joachim Belzner und seiner Tochter Carola gelingt, eine intensive und rentable Veredelung im Einklang mit den heutigen Anforderungen der Gesellschaft an Tierwohl und Umweltschutz zu bringen, war schon 2017 im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs Ceres Award der landwirtschaftlichen Branche gewürdigt worden.

Treffen mit Wirten und Direktvermarktern im Gasthof Linden

Eine weitere Station von Regierungspräsidentin Engelhardt-Blum war der Gasthof Linden bei Rothenburg. Hier traf sie sich nicht nur mit dem Gründer der Initiative Regionalbuffet, Wolfgang Heinzel, sondern auch mit Tobias Kreiselmeyer aus Insingen-Lohr, der vor einem Jahr den Vorsitz von Wolfgang Heinzel übernahm. Heinzel ist inzwischen in den Bundesvorstand der Regionalbewegungen gewechselt.

Das Regionalbuffet mit den Gruppierungen „Romantisches Franken“, „Steigerwald“ und „Fränkisches Seenland“ zählt derzeit rund 150 Mitglieder. Es handelt sich vorwiegend um Inhaber gastronomischer Betriebe, Landwirte und Direktvermarkter, dazu regionale Handwerks- und Verarbeitungsbetriebe. Ihr Ziel ist es, den Gästen und Kunden ein individuelles, regionales und kulinarisches Genusserlebnis zu bieten. Die Zutaten stammen überwiegend aus der heimischen Region.

Somit leisten sie nicht nur einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, erläuterte Vorsitzender Kreiselmeyer. Damit seien auch Frische und kurze Wege gewährleistet.

Ferner ist es das Ziel der Akteure, die Besonderheiten der regionalen fränkischen Küche entsprechend den Jahreszeiten weiter zu entwickeln. Kreiselmeyer baut auf seinem Hof südlichen von Rothenburg unter anderem Ölpflanzen an und stellt in seiner Manufaktur eine Reihe von Spezialitäten her.


Von Fritz Arnold
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