Volkmar Sturm kann hartnäckig sein. Er lässt dann nicht locker, wird zum Kämpfer und mitunter nervig. Aber das ist es ihm wert. Sonst hätte er wohl auch nie so viele Sachen zusammen tragen können, die alle einen Bezug zu Landmaschinen haben. Am Sonntag, 22. September, lädt er während des Bauernmarkts in Westheim zu sich in seine Halle ein.
Volkmar Sturm hofft, dass die Besucher zahlreich kommen werden. Für sie hat er schließlich eigens seine Schlepper-Freunde aktiviert. Sie haben zugesagt, am Sonntag mit mindestens 25 Oldtimern vorbeizukommen. Sturm lacht herzlich, als er das erzählt. Er freut sich auf den Sonntag und den vom Obst- und Gartenbauverein organisierten Bauernmarkt vor und in der Gemeindehalle in Westheim. Ab 11 Uhr geht’s los. Er schließt sich dem Treiben gerne an. „Damit auch für die Männer was geboten ist“, sagt er und lacht wieder.
Wer seine Sammler-Halle sucht, findet sie unweit der Gemeindehalle. „Westheim 82“ lautet die Adresse. Und weil Sturm viele Sachen mittlerweile doppelt hat und einiges schlichtweg nicht mehr braucht, hat er Kisten und Regale mit allerlei Interessantem zum Mitnehmen bestückt. So wird es bei ihm auch einen kleinen Flohmarkt geben.
Gerne darf man im Gegenzug aber auch Volkmar Sturm gerne etwas mitbringen. Er sucht und sammelt alles, was mit Landmaschinen zu tun hat, und zwar ganz nach dem Motto: „Je älter, desto besser.“ Was der 61-Jährige tatsächlich nicht allzu zahlreich hat: alte Feuerzeuge mit Logos einschlägiger Hersteller von Landmaschinen. Wenn er da vielleicht sogar eines mit einem Fendt-Emblem bekommen würde, wäre das für ihn eine kleine Sensation.
Und überhaupt: Fendt. Er liebt alles rund um diese Firma mit Sitz in Marktoberdorf. Den Grund dafür kann er gar nicht so richtig benennen. „Vielleicht, weil ich damit aufgewachsen bin. Meine Eltern hatten immer Fendt“, erzählt er. Und auch seine Schwiegereltern, die ebenfalls eine Landwirtschaft hatten, seien Fendt stets treu gewesen.
Vor nunmehr 50 Jahren ist Sturm unter die Sammler gegangen. Angefangen hatte alles mit Anstecknadeln. Davon hat er mittlerweile 16.000 Stück. Heute werden solche kleinen Besonderheiten kaum noch hergestellt. „Die Produktion ist aufwendig und teuer. Das sparen sich die meisten Landmaschinen-Firmen.“ Dieser Trend zeichne sich schon seit einigen Jahren ab, so Sturm. Von den vielfältigen Werbegeschenken früherer Zeiten, ist heute nicht mehr allzu viel geblieben. Kugelschreiber, Blöcke und Kuscheltiere würden den Markt aktuell dominieren. Auch gedruckte Prospekte würde es immer weniger geben. Meist werde auf die digitalen Versionen des Info-Materials verwiesen. In solchen Fällen ist es für Sturm uninteressant.
Trotzdem fährt der 61-Jährige noch immer auf die einschlägigen Messen. Erst Dienstag war er auf der IAA Transportation in Hannover, einer Messe für Nutzfahrzeuge. Mit drei gut gefüllten Rucksäcken ist er von dort wieder nach Hause gereist. „So bin ich immer auf dem neuesten Stand“, sagt er. Doch die historischen Stücke sind ihm weitaus lieber. Weil sie keine Massenware mehr sind, sondern man nach ihnen suchen und manchmal auch um sie kämpfen muss.
So hat Sturm viele Geschichten von seinen Sammler-Jagden nach Landmaschinen-Schätzen zu erzählen. Wie er beispielsweise so manches Mal hartnäckig und schließlich auch erfolgreich versucht hat, Firmenchefs davon zu überzeugen, ihm besondere Stücke zu überlassen. Richtig schwierig sei es, Außenbeschilderungen und Leuchtreklamen zu bekommen. Dass an der Halle des Sammlers in Westheim davon nun schon 54 Stück hängen, zeigt Sturms Erfolgsquote.
Die Zahlen auf seinen vielen Listen beeindrucken zusätzlich: 708 Schlüsselbänder, 867 Tassen, Gläser und Becher, 1458 Zollstöcke, 83 Fahnen, 179 Tischwimpel, 1878 Schlüsselanhänger, 1148 Ordner, 958 Poster, 240 Taschenmesser sowie 325 Fendt-Modelle. „Ich weiß zu 99 Prozent, was ich habe“, sagt Sturm, der seit 45 Jahren Baggerfahrer ist und seine Sammler-Halle in den kommenden zwei Jahren noch einmal ausbauen will. Dafür muss das Holzlager weichen. „Dann habe ich endlich wieder Platz.“
Wer etwas zur Sammlung beitragen möchte, meldet sich bei Volkmar Sturm, Telefon 09841/2568.