Werden die Kfz-Zulassungsstellen in Uffenheim und Scheinfeld geschlossen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.01.2026 06:00

Werden die Kfz-Zulassungsstellen in Uffenheim und Scheinfeld geschlossen?

In Scheinfeld ist die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises im Rathaus-Komplex untergebracht und auch erst auf Vordermann gebracht worden. „Sie ist in einem Top-Zustand”, sagt Bürgermeister Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)
In Scheinfeld ist die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises im Rathaus-Komplex untergebracht und auch erst auf Vordermann gebracht worden. „Sie ist in einem Top-Zustand”, sagt Bürgermeister Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)
In Scheinfeld ist die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises im Rathaus-Komplex untergebracht und auch erst auf Vordermann gebracht worden. „Sie ist in einem Top-Zustand”, sagt Bürgermeister Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)

Der Landkreis muss sparen. Eine Konsolidierungsrunde hat sich deshalb gegründet, um Spar-Potenziale ausfindig zu machen. In der Sitzung des Kreisausschusses am Montag stehen solche Maßnahmen zur Beratung auf der Tagesordnung. Eine davon sollte die Schließung der Kfz-Zulassungsstellen in Uffenheim und Scheinfeld sein. Sollte.

Komplett überraschend kommt diese Idee nicht. In der jüngeren Vergangenheit hatte es kaum eine Woche gegeben, in der nicht vom Landratsamt folgende Pressemitteilung in unserem Postfach einging: „Die Kfz-Zulassungsstelle in Uffenheim/Scheinfeld muss personalbedingt geschlossen bleiben.” Nun jedoch geht es ans Eingemachte: Bereits am Montag sollte der Kreisausschuss ursprünglich über die endgültige Schließung der beiden Standorte entscheiden.

Der Kreistag hätte dann auch nicht mehr gehört werden müssen, betont Landratsamtssprecher Bastian Kallert auf Nachfrage unserer Redaktion. Doch eine Videokonferenz von Landrat Dr. Christian von Dobschütz mit den beiden Bürgermeistern Wolfgang Lampe (Uffenheim) und Claus Seifert (Scheinfeld) und Abteilungsleiterin Franziska Zeilinger-Latka setzt jetzt erst einmal alles wieder auf null. Der Punkt soll im Kreisausschuss vertagt, andere Varianten noch einmal tiefer beleuchtet werden.

Die Hintergründe, weshalb eine Schließung überhaupt in den Fokus der Konsolidierungsrunde geraten ist, sind vielschichtig. Kallert nennt als Hauptgrund den Personalmangel, der immer wieder zu Überlastungen und dadurch kurzfristigen Schließungen führte. Scheinfeld hatte im Jahr 2025 insgesamt elf nicht eingeplante Schließtage zu verzeichnen, Uffenheim sogar 18. Das habe immer wieder zu Bürgerbeschwerden geführt. „Dieser Zustand ist kein erhaltenswerter”, findet Kallert. „Damit ist dem Bürger nicht geholfen, wenn er sich nicht dauerhaft darauf verlassen kann, dass der Service auch angeboten wird.”

Wenig Fälle, hohe Kosten

Außerdem zeigt die Statistik: Die Zulassungsstellen in Uffenheim und Scheinfeld decken gemeinsam nicht einmal zwölf Prozent der Gesamtfallzahlen ab. Trotzdem betragen die reinen Betriebskosten zirka 50.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt laut Kallert die Sicherheitsfrage. In Uffenheim gebe es bislang nur einen Arbeitsplatz, nach der behördeninternen Gefährdungsbeurteilung müssten es aber zwei sein – nicht nur aus Gründen der Personalsicherheit bei möglichen Angriffen, sondern vor allem auch bei medizinischen Notfällen, wenn beispielsweise ein Kunde umkippen sollte.

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Um das zu gewährleisten, müsste in Uffenheim Geld investiert werden. Bislang ist dort die Zulassungsstelle im Gebäude des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an der Rothenburger Straße eingemietet. Eine Gruppe im Landratsamt habe dafür verschiedene Szenarien durchgespielt: einen Umbau oder „eine Standortveränderung”, so Kallert. Allerdings seien schnell Zweifel aufgekommen, ob sich das wirtschaftlich lohnt. In Scheinfeld war Ende Oktober der „Schilderwald”-Laden neben der Zulassungsstelle geschlossen worden. Lag der Umsatz der Zulassungsstelle zuvor im Oktober noch bei etwa 5000 Euro (bei 207 Zulassungsvorgängen), waren es im November nur noch rund 3000 Euro (128 Zulassungsvorgänge).

„Im Zuge der zweiten Haushaltskonsolidierungsrunde mit Kreis- und Rechnungsprüfungsausschuss am 15. Dezember 2025 wurde als mögliche verwaltungsorganisatorische Maßnahme eine Neuausrichtung der Kfz-Zulassungsstellen im Landkreis diskutiert”, heißt es in den Sitzungsunterlagen zum Kreisausschuss. Verschiedene Handlungsalternativen wurden dabei erarbeitet: die Beibehaltung des Status quo mit vier Zulassungsstellen, eine Rotationslösung, eine Zentralisierung auf drei Standorte (Neustadt, Bad Windsheim und Uffenheim) und eine Zentralisierung auf zwei Hauptstandorte (Neustadt und Bad Windsheim).

Der Landkreis muss sparen

„In betreffender Haushaltskonsolidierungsrunde wurde sich zum Teil dezidiert für eine Schließung der Standorte Uffenheim und Scheinfeld ausgesprochen”, steht in der Sitzungsvorlage, „insbesondere da bei dieser Handlungsvariante sowohl einmalige, andernfalls jedoch notwendige Investitionskosten als auch Personalmehrbedarfe zur Sicherstellung des Dienstbetriebes an diesen Standorten entfallen.” Ein Beschlussvorschlag wurde jedoch noch nicht formuliert. Die Tendenz der Haushaltsrunde ist jedoch klar: Die Einsparungen wären mit der Reduzierung auf zwei Hauptstandorte in Neustadt und Bad Windsheim am größten.

Der Uffenheimer Bürgermeister war ob dieser Vordiskussion sauer: „Es ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg, alles nach Neustadt und Bad Windsheim zu zentralisieren”, betont Wolfgang Lampe im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir müssen Lösungen finden, wie es in Uffenheim und Scheinfeld weitergeht.” Dieser Meinung ist auch sein Scheinfelder Amtskollege Claus Seifert. Er sieht gerade „für unser Hinterland” Probleme, weil beispielsweise aus Burghaslach der Weg sowohl nach Neustadt als auch nach Bad Windsheim relativ weit wäre.

Auch Lampe verweist auf den Flächenlandkreis: „Da kann eine weitere Zentralisierung einfach nicht sein, wir müssen solche Bürgerservice-Angebote in der Fläche halten.” Der Landkreiswesten habe in der Vergangenheit genug gelitten und Einrichtungen abgeben müssen. „Dass man jetzt am Bürgerservice sparen will, halte ich für falsch. Meine Begeisterung hält sich äußerst in Grenzen.” Lampe will dem Landrat städtische Räumlichkeiten für einen neuen Zulassungsstellenstandort anbieten.

Videokonferenz bringt die Wende

Ja, die Welt sei in Bewegung und Veränderungen seien unabdingbar, so Seifert, „vielleicht ist es dann nicht mehr so wie jetzt, sondern anders”. Er fürchtet aber, dass bei nur noch zwei Hauptstandorten der Andrang dort sehr groß wäre. Aber der Scheinfelder Bürgermeister zeigt sich zuversichtlich, im Gespräch mit dem Landrat und Wolfgang Lampe noch eine Lösung zu finden. „Ich bin der Letzte, mit dem man nicht reden kann.”

Nach einer Videokonferenz mit den Dreien und Zeilinger-Latka am Donnerstagmittag ändert ein Anruf vom Landrat in unserer Redaktion die Sachlage schlagartig. Von Dobschütz spricht am Telefon von einer überaus konstruktiven Online-Schalte, Seifert und Lampe hätten ihre Bedenken für ihn als kommunal denkenden Menschen sehr verständlich dargebracht.

In diesem Rahmen sei auch das Rotationsmodell noch einmal intensiver durchdiskutiert worden – in diesem würden die vier Stellen vorhanden bleiben und abwechselnd besetzt werden, beispielsweise durch einen Schließungsnachmittag in Neustadt, sodass personelle Ressourcen für Uffenheim frei würden. Dann müsste der Landkreis auch kein neues Personal einstellen. Eine Arbeitsgruppe soll jenes Modell nun intensiver beleuchten, der Punkt im Kreisausschuss am Montag vorerst von der Tagesordnung genommen werden. Von Dobschütz: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir noch eine für alle Beteiligten gute Lösung finden werden.”

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