Eigentlich würde am Samstag, 2. Mai, der Kampf um den Klassenerhalt für den SVG Steinachgrund in der Fußball-Landesliga Nordost weitergehen. Eigentlich. Doch ob der Verein eine konkurrenzfähige Mannschaft zur Verfügung hat, die um 14 Uhr bei Quelle Fürth antritt, ist völlig offen.
„Es wird gespielt. Irgendwie”, sagte Trainer Thomas Guter beim obligatorischen Telefonat im Vorfeld jeder Partie am Freitag. Und wer spielt? „Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich muss schauen, was am Samstagvormittag passiert.” Er sprach von einer „unguten Lage”, vor allem für ihn persönlich als Trainer.
Die Lage lässt sich so beschreiben: Es gibt interne Probleme, die in den vergangenen Monaten immer wieder mal hochkochten und vergangenen Dienstag erstmals so weit eskaliert sind, dass neun Stammspieler nicht zum Treffpunkt für die Partie beim FSV Erlangen-Bruck erschienen sind. Man könnte das Streik nennen.
Nur weil Co-Trainer Maximilian Mattausch und Georg Schöttle, der zum Zuschauen nach Erlangen gekommen war, dummerweise ihre Fußballschuhe im Auto dabei hatten, und weil Stammtorwart Nicolas Hurler sich bereit erklärte, als Stürmer aufzulaufen, konnte Coach Guter überhaupt eine Mannschaft aufs Feld schicken. Die Notelf verlor gegen einen nicht gerade übermäßig motivierten Tabellenvierten, für den es um nichts mehr geht, mit 1:3. Ausgerechnet der stürmende Torwart erzielte auch noch den Ehrentreffer.
Wenn der Verein tatsächlich irgendwie in der Landesliga weitermachen will, darf sich das nicht wiederholen. Der SVG braucht Punkte. Drei Spieltage vor Schluss steht das Team gleichauf mit Neuendettelsau bei 35 Punkten, Weißenburg und Buch auf den beiden Relegationsplätzen haben 34 und 32 Zähler. Auf das Spiel bei der Quelle (7. Platz/44 Punkte) folgt das direkte Duell mit Buch.
Falls die Probleme mit den neun Spielern, die den Trainer am Dienstag haben hängen lassen, rechtzeitig ausgeräumt werden können, so werden sie in Fürth spielen, kündigt Guter an. „Ich habe keine Wahl, die müssen spielen. Andere habe ich nicht.”
Das Dilemma: Füllt er den Kader der ersten Mannschaft mit weiteren Spielern aus der Zweiten auf – einige kamen schon in der Landesliga zum Einsatz –, könnte höchstwahrscheinlich die Reserve die Restsaison in der Kreisklasse nicht zu Ende spielen. Auch die hat den Klassenerhalt noch nicht sicher, auch dort ist die Personaldecke sehr dünn.
Dazu kommt, dass sich vom Dienstagsdutzend Yannick Zunder am Sprunggelenk verletzt hat, Ben-Luis Kuhr am Samstag privat verhindert ist und Co-Trainer Mattausch definitiv nicht noch einmal spielen soll, betont Guter. Mit was für einer Mannschaft er nach Fürth fährt, konnte der Trainer am Freitag nicht sagen. Vielleicht fährt er auch gar nicht.
SVG-Sportvorstand Sven Zeh war am Freitag für ein Statement zum Stand der Dinge nicht zu erreichen.