Wenn Kinder einem Kind helfen: Aktion in Mitteleschenbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.01.2024 15:17, aktualisiert am 12.01.2024 18:23

Wenn Kinder einem Kind helfen: Aktion in Mitteleschenbach

Wenn Kinder Kindern helfen: 1240 Euro haben die Grundschule und das Kinderhaus in Mitteleschenbach für Lia gesammelt. Rechts neben Lia mit der Box in der Hand kniet ihre Mutter Tina Alwardt. (Foto: Jonas Volland)
Wenn Kinder Kindern helfen: 1240 Euro haben die Grundschule und das Kinderhaus in Mitteleschenbach für Lia gesammelt. Rechts neben Lia mit der Box in der Hand kniet ihre Mutter Tina Alwardt. (Foto: Jonas Volland)
Wenn Kinder Kindern helfen: 1240 Euro haben die Grundschule und das Kinderhaus in Mitteleschenbach für Lia gesammelt. Rechts neben Lia mit der Box in der Hand kniet ihre Mutter Tina Alwardt. (Foto: Jonas Volland)

Ihr Pferd ist Lias große Leidenschaft: Bei ihm blüht sie auf, fängt plötzlich an zu reden, hat sogar den ersten Platz bei einem Wettbewerb belegt. Doch damit sie das tun kann, benötigt sie ein teures Medikament aus den USA. Daher haben Kinder aus Mitteleschenbach bei der Martinsaktion 1240 Euro für Lia gesammelt.

Die Schulzeit kann emotional sein, wenn Lehrerinnen und Elternbeiräte aber kollektiv Tränen in den Augen haben, beweist das, dass es eine besondere Veranstaltung sein muss. „Es ist immer ein Zittern“, erzählt Tina Alwardt bei der Spendenübergabe in der Grundschule Mitteleschenbach. Sie ist Lias Mutter. Vor Weihnachten erst bangte die Familie aus Treuchtlingen wieder, ob Lia ihr Medikament rechtzeitig bekommt.

Krankenkasse erkannte Hilfsmittel erst nicht an

Sechs bis acht Wochen vorher müssen sie Bedarf im Vorlauf anmelden, nur alle drei Monate wird es nach Deutschland importiert. Lia und ihre Familie haben einen Kampf hinter sich, die Krankenkasse erkannte das Hilfsmittel erst nicht an. Inzwischen hat sie aber bewilligt, die Kosten für ein Jahr zu übernehmen. „Was danach ist, wissen wir nicht“, erklärt Tina Alwardt. Bis zu 35.000 Euro koste die Versorgung im Monat.

Das Medikament beinhaltet einen Stoff, den das Gehirn für die Entwicklung braucht, der Lia aber aufgrund eines seltenen Defekts fehlt. „Nach anfangs großen Verbesserungen ihres Zustands spüren wir jetzt noch kleine Fortschritte. Lia geht es gut“, sagt Tina Alwardt.

Unterstützung bekommt die Mutter von ihrem Vater Roland Schneider, der im Internet eine Spendenplattform für seine Enkeltochter eingerichtet hatte. Er hat Lia auch den Traum von einem eigenen Pferd erfüllt, verrät die Mutter den Kindern in Mitteleschenbach, die gebannt zuhören.

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Durch den Gendefekt ist Lia „etwas hinterher bei der Sprache und allgemein in der Entwicklung“, sagt ihre Mutter. Bei der Neunjährigen wurde außerdem Autismus mit einer Form von Asperger diagnostiziert.

„Von dem Fall haben wir aus der Zeitung erfahren“, erinnert sich Rektorin Karin Raab. Die Klassensprecher hätten mit ihren Mitschülern über den Artikel gesprochen. Schnell sei klar gewesen: Für Lia soll die Martinsaktion 2023 stattfinden.

„Ein bisschen so wie Martin“

Im Rahmen der Martinsfeier, die Kinderhaus und Grundschule in Mitteleschenbach zusammen begehen, wird im Gottesdienst eine Spendenaktion vorgestellt. Nach der Andacht ziehen die Kinder mit Laternen durch den Ort. „Ein bisschen so wie Martin ...“ lautet das Motto, unter dem 2023 die Rekordsumme von 1240 Euro zusammengekommen ist.

Diese haben die Kinder nun Lia samt ihrer Mutter im Rahmen einer kleinen Feier in der Grundschule übergeben. Lia schwieg die Veranstaltung über, nahm die Spende still an. Doch als sie unter dem Applaus gerührter Erwachsener und von vielen Kindern, die „tschüss Lia“ riefen, die Schule verlies, trug sie ein breites Grinsen im Gesicht.


Jonas Volland
Jonas Volland
Jahrgang 2001, fing direkt nach seinem Abitur bei der FLZ an, ist im Anschluss an sein Volontariat seit dem Jahreswechsel 2023 Redakteur in der Ansbacher Lokalredaktion. Fasziniert von bunten Geschichten und aufwendigeren Recherchen.
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