Kommunikation mit Kindern ist „mehr als nur Worte“. Worauf es beim Dialog mit den Kleinen ankommt, lernten 14 Sprachbuddies, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) an einem Kindergarten im Landkreis absolvieren.
Im Freiwilligenzentrum der Caritas erhielten sie das nötige Rüstzeug beim Umgang mit den Kindergartenkindern. Für die Fortbildung konnte Kinderpflegerin Stefanie Ludwig von der Neustädter Kinderkrippe Hasennest als Referentin gewonnen werden. „Die Schulungen sollen die Jugendlichen unterstützen und die Kitas entlasten“, erläuterte Iris Reichel, Leiterin des Freiwilligenzentrums.
Insgesamt sind heuer 250 Jugendliche aus dem Landkreis im FSSJ engagiert, darunter 40, die in Kindertagesstätten im Einsatz sind. Das FSSJ bietet die Möglichkeit, in den Praxisalltag eines Erziehers hineinzuschnuppern. Die so genannten „Sprachbuddies“ sind dabei ein „Projekt im Projekt“. 2023 gab es bereits einen Probelauf in den Neustädter Kindertagesstätten, heuer können alle Kitas im Landkreis von den Sprachbuddies profitieren, so Reichel. Die FSSJler helfen in den Kitas gezielt bei der Sprachförderung der Kinder und bringen ihnen durch Vorleseaktionen und Sprachspiele das Lesen und die Sprache spielerisch nahe. Bereits im November wurden sie mit einem Workshop von der Fachakademie für Erziehung aus Höchstadt auf ihren Einsatz vorbereitet. Nun folgte das zweite Modul.
Stefanie Ludwig leitete den Workshop. Sie ist seit 25 Jahren Kinderpflegerin und will Begeisterung fürs Lesen vermitteln. Für die Teilnehmer hatte sie Hörbeispiele mit kleinen Dialogen zwischen Kindern und Erziehern dabei. Danach wurde gemeinsam analysiert, was zu einer Kommunikation gehört. Durch ihre ersten Praxiserfahrungen in den Einrichtungen konnten die FSSJler ihre Eindrücke beisteuern. Deutliches Sprechen, Fragen stellen, die Verwendung einfacher Wörter, Ruhe, klare Begriffe, die genaue Aussprache und viel Geduld – diese Aspekte wurden von Stefanie Ludwig an der Tafel gesammelt. Alles entscheidend sei aber Respekt und Wertschätzung, ergänzte die Referentin.
„Man kann nicht nicht kommunizieren“, zitierte sie einen bekannten Satz des Sprachforschers Paul Watzlawick. Auch Körpersprache und Mimik gehören zur Kommunikation, erfuhren die Schülerinnen und Schüler. Mit der Übung „Ich habe Power“ durften diese die Kraft der Sprache selbst erproben. Auch der Blickkontakt zum Kind sei wichtig. Statt „Renn nicht“, sollte man positive Sätze wie „Ich möchte, dass du langsam gehst“ formulieren, sagte Ludwig, die ihren Teilnehmern auch einen besonderen Tipp mit auf den Weg gab: Man sollte Handlungen mit den Kindern sprachlich begleiten, indem man beschreibt, was gerade passiert. So könne man Sprache mit allen Lebensbereichen verknüpfen.
„Wir wollen Stück für Stück die Kitas ins Boot holen“, sagte Iris Reichel. 15 bis 20 Einrichtungen aus dem Landkreis sind heuer schon dabei. Gefördert wird das Projekt Sprachbuddies von der Playmobil-Stiftung. Diese Einrichtung stellt jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung zur Deckung der Kosten für Fortbildung und Personal, erläuterte Stiftungsmitglied Andrea Möhringer.
Zielsetzung sei es zum einen, Jugendliche ins Ehrenamt zu bringen und ihnen dafür Fortbildungschancen zu geben, zum anderen aber auch, Kindern schon im frühen Stadium Sprachförderung zu bieten.